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News des Tages: Islands Politiker boykottieren Fußball-WM wegen Skripal-Affäre

Isländische Politiker boykottieren Fußball-Weltmeisterschaft in Russland +++ Deutschland und 19 weitere Staaten weisen russische Diplomaten aus +++ Lebenserwartung in Deutschland steigt +++ Die Nachrichten des Tages im Ticker.

Moskau: Der Kreml weist jegliche Verantwortung für den Anschlag an Skripal zurück.

Moskau: Der Kreml weist jegliche Verantwortung für den Anschlag an Skripal zurück.

AFP

Die Meldungen im Überblick:

  • Barley: Facebook will alle vom Datenskandal Betroffenen informieren (17.21 Uhr)
  • Deutschland und 16 weitere Staaten weisen russische Diplomaten wegen Fall Skripal aus (14.45 Uhr)
  • Puigdemont-Auslieferung: Entscheidung wohl nicht diese Woche (12.52 Uhr)
  • Neuseeland muss Kim Dotcom 53.000 Euro Schadenersatz zahlen (11.21 Uhr)
  • Millionenverschwendung bei Bildungskursen für Arbeitslose (6 Uhr)
  • Proteste in Barcelona: Verletzte und Festnahmen (3.35 Uhr)
  • Stormy Daniels im CBS-Interview: "Wurde bedroht" (2.20 Uhr)

Die Nachrichten des Tages im stern-Ticker:

+++ 21.30 Uhr: Islands Politiker boykottieren Fußball-WM wegen Skripal-Affäre +++

Aus Protest nach dem Giftanschlag auf den Ex-Doppelagenten Sergej Skripal boykottieren isländische Politiker die Fußball-Weltmeisterschaft in Russland. Alle hochrangigen bilateralen Gespräche mit Russland würden vorübergehend verschoben.
Daraus ergebe sich auch der politische Boykott der WM, teilte das isländische Außenministerium mit. So zeige Island seine Solidarität mit Großbritannien. Anders als zahlreiche andere Länder - darunter auch Deutschland - weist Island aber keine russischen Diplomaten aus.

+++ 19.50 Uhr: Norwegen weist ebenfalls einen russischen Diplomaten aus +++

Nach dem Giftanschlag auf den Ex-Doppelagenten Sergej Skripal weist nun auch Norwegen einen russischen Diplomaten aus. Mit diesem Beschluss zeige das Land Solidarität mit Großbritannien, erklärte Außenministerin Ine Eriksen Søreide. Ein Mitarbeiter der russischen Botschaft werde aufgefordert, das Land zu verlassen.  

+++ 19.30 Uhr: Fall Skripal: Gebäude werden dekontaminiert +++

Nach dem Giftanschlag auf den Ex-Doppelagenten Sergej Skripal soll noch in dieser Woche mit der Dekontamination einiger Gebäude in der südenglischen Kleinstadt Salisbury begonnen werden. Davon sind auch das Restaurant und der Pub betroffen, in dem sich Skripal, 66, mit seiner Tochter Yulia, 33, am Tag des Attentats aufgehalten hat, wie der Fernsehsender Sky News am Montag berichtete. Es handelt sich nach Angaben der Polizei um eine reine Vorsichtsmaßnahme; die Öffentlichkeit sei nicht in Gefahr.

Die Opfer befinden sich in einem kritischen, aber stabilen Zustand.
Nach Angaben von Premierministerin Theresa May könnten die beiden eventuell bleibende Schäden davontragen. Ein Polizist, der während seines Einsatzes mit dem Nervengift in Kontakt gekommen war, wurde vor wenigen Tagen aus dem Krankenhaus entlassen. Dutzende weitere kamen vorsichtshalber in die Klinik, waren aber gesund. "Wir schätzen, dass mehr als 130 Menschen in Salisbury möglicherweise dem Nervengift ausgesetzt waren", sagte May im Parlament.

+++ 18.49 Uhr: Türkei verkündet Prozessbeginn für inhaftierten US-Pastor Brunson +++

Der in der Türkei inhaftierte US-Pfarrer Andrew Brunson kommt am 16. April in Izmir vor Gericht. Wie die amtliche Nachrichtenagentur Anadolu unter Berufung auf die Anklageschrift meldete, wird ihm die Unterstützung von zwei Terrororganisationen vorgeworfen. Zudem soll sich der seit 2016 inhaftierte protestantische Geistliche Dokumente zum "Zweck der politischen oder militärischen Spionage" beschafft haben. Dem US-Bürger drohen im ersten Anklagepunkt bis zu 15 Jahre Haft, im zweiten bis zu 20 Jahre. Ihm wird insbesondere vorgeworfen, die Bewegung des islamischen Predigers Fethullah Gülen unterstützt zu haben, die für den Putschversuch von Juli 2016 verantwortlich gemacht wird. Auch soll er die Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) unterstützt haben, die ebenso wie die Gülen-Bewegung in der Türkei als Terrororganisation eingestuft ist.

Die Inhaftierung des Pastors, der mit seiner Ehefrau Norine zwei Jahrzehnte lang eine Kirche in Izmir geleitet hatte, stellt eine erhebliche Belastung für die Beziehungen zu den USA dar. Washington setzt sich seit seiner Festnahme für seine Freilassung ein. Präsident Recep Tayyip Erdogan bot im vergangenen September an, Brunson gegen Gülen auszutauschen, der im Exil in den USA lebt. Gülen bestreitet jede Beteiligung am Putschversuch.

+++ 18.37 Uhr: Grund für Stromausfall in Berlin-Charlottenburg offenbar ein Brand-Anschlag +++

Ein größerer Stromausfall in Berlin-Charlottenburg ist mutmaßlich auf einen Brandanschlag zurückzuführen. Im Netz bekannte sich nun eine Gruppe mit dem Namen "Vulkangruppe NetzHerrschaft zerreißen" dazu, eine "große Menge Kabel" angezündet und "gezielt Kabel durchtrennt" zu haben. Dadurch sollten etwa das Militär, die Flugbereitschaft der Bundesregierung, der Flughafen Tegel und mehrere Großkonzerne, welche die Starkstromkabel nutzen, geschädigt werden. Der für politisch motivierte Taten zuständige Staatsschutz nahm Ermittlungen auf, wie ein Sprecher sagte. Über die genaue Ursache für den Brand könne noch nichts gesagt werden. In Berlin verüben immer wieder linksextremistische Gruppen Brandanschläge - zuletzt im Juni 2017, knapp drei Wochen vor dem G20-Gipfel in Hamburg, als in mehreren Bundesländern an 13 Stellen Feuer in Bahnanlagen gelegt wurde.

+++ 18.12 Uhr: Mutmaßlich antisemitisch motivierter Mord an einer 85-Jährigen schockiert Frankreich +++

Der mutmaßlich antisemitisch motivierte Mord an einer 85-jährigen Jüdin hat in Frankreich für Empörung gesorgt. Die Pariser Staatsanwaltschaft beantragte Untersuchungshaft für zwei festgenommene Verdächtige, wie aus Justizkreisen verlautete. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Frau wegen ihres jüdischen Glaubens Opfer der Gewalttat wurde. Die von Messerstichen übersäte und teilweise verbrannte Leiche der Frau war am Freitag in ihrer Pariser Sozialwohnung gefunden worden. Eine Nachbarin hatte die Feuerwehr wegen eines Brandes gerufen. Später stellte sich heraus, dass an mehreren Stellen in der Wohnung Feuer gelegt worden war. Am Wochenende wurden zwei Verdächtige festgenommen, unter ihnen ein Nachbar der greisen Dame. Vertreter der jüdischen Gemeinde reagierten schockiert.

+++ 17.59 Uhr: Ajax verbannt Nationalspieler Amin Younes bis Saisonende aus dem Team +++

Er schien mit Ajax Amsterdam auf einem sehr guten Weg, schaffte den Sprung in die Nationalmannschaft und gewann mit ihr 2017 den Confed Cup. Doch nun dürfte der Traum von Amin Younes von der WM in Russland ausgeträumt sein. Nach Querelen um einen angeblichen Wechsel zum SSC Neapel und einer Weigerung des 24-Jährigen, sich in einem Liga-Spiel einwechseln zu lassen, verbannte der niederländische Club den Ex-Gladbacher in die zweite Mannschaft. Nun entschied der niederländische Rekordmeister, Younes dort bis zum Saisonende zu lassen. Wo Younes in der kommenden Saison seine Karriere fortsetzen wird, ist ebenfalls unklar.

Amin Younes jubelt über sein Tor zum 4:1 gegen Mexiko beim Confed Cup - Ajax Amsterdam hat ihn nun aussortiert

Nationalspieler Amin Younes (hier während des Confed Cup 2017) wird bis Saisonende nicht mehr für die Ajax Amsterdam in der Eeredivisie spielen.


+++ 17.44 Uhr: Russland hält Verhältnis zu den USA nach Ausweisungen für "zerstört" +++

Die russische Regierung sieht durch die angekündigte Ausweisung von 60 ihrer Mitarbeiter aus den USA ihre Beziehungen zu Washington zerrüttet. Mit diesem Schritt werde "das Wenige zerstört, das von den russisch-amerikanischen Beziehungen übrig ist", sagte der russische Botschafter in den USA, Anatoli Antonow, nach Angaben der Nachrichtenagentur Ria Nowosti. Die Verantwortung für die "Zerstörungen" im bilateralen Verhältnis liege bei den USA. Die US-Regierung hatte die Ausweisung von 60 Mitarbeitern von diplomatischen Vertretungen Russlands angekündigt und mit dem Fall Skripal in Großbritannien begründet. Die Maßnahmen stellten für die "Qualität und Quantität" der Arbeit in der russischen Botschaft einen "schweren Schlag" dar, sagte Antonow. Sie stünden im Widerspruch zu den Inhalten der Telefonate zwischen dem russischen Staatschef Wladimir Putin und US-Präsident Donald Trump. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow sagte laut Nachrichtenagentur Tass, die russische Regierung bedaure die Entscheidungen sehr. Erneut wies Peskow jegliche Verwicklung Moskaus in den Fall Skripal zurück: "Russland hatte und hat nichts mit diesem Fall zu tun."

+++ 17.23 Uhr: Giannis Varoufakis stellt seine radikal proeuropäische Partei MeRA25 vor +++

Griechenlands ehemaliger Finanzminister Giannis Varoufakis hat seine neue Partei vorgestellt. MeRA25, Teil einer Bewegung in mehreren EU-Staaten, werde seinem Land "realistische Hoffnung" bringen, sagte der 57-jährige Wirtschaftsprofessor in Athen. Mitglieder der Bewegung seien "Linke und Liberale, Grüne und Feministen". Das bisherige Europaparlament sei immer nur ein "Feigenblatt für den Mangel an echten demokratischen Prozessen" gewesen, sagte Varoufakis. Die MeRA25 werde sich nach Möglichkeit an den nächsten nationalen Parlamentswahlen beteiligen, die für Herbst 2019 angekündigt sind, sagte Varoufakis, der sich auf dem Höhepunkt der griechischen Haushaltskrise vor allem mit dem damaligen Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) einen heftigen Schlagabtausch geliefert hatte. Es wird spekuliert, dass die Parlamentswahl auf dieses Jahr vorgezogen wird. Die Partei gehört zu der von Varoufakis Anfang 2016 gegründeten Bewegung DiEM25. Die Abkürzung steht für Bewegung Demokratie in Europa 2025, die sich als transnational und radikal proeuropäisch begreift.

+++ 17.21 Uhr: Facebook will alle vom Datenskandal Betroffenen informieren +++

Im Skandal um die unerlaubte Nutzung der Daten von Millionen Facebook-Nutzern hat sich das Unternehmen verpflichtet, alle Betroffenen zu informieren. Das sagte Bundesjustizministerin Katarina Barley (SPD) nach einem Gespräch mit Vertretern des weltgrößten sozialen Netzwerks in Berlin. Wie viele Deutsche genau betroffen sind, ist nach wie vor unklar. Barley sagte, die Bundesregierung bestehe hier auf Aufklärung. Facebook habe Verstöße und Versäumnisse eingeräumt und Besserung zugesichert. Versprechen seien aber nicht genug. Unternehmen wie Facebook müssten deutlich strenger überwacht werden, betonte die Ministerin. Barley sagte, nach Angaben von Facebook seien von den 300.000 Personen, die die fragliche App mit einer Psychologie-Umfrage heruntergeladen hätten, etwa ein Prozent aus Europa - und davon wiederum "ein gewisser Prozentsatz" aus Deutschland. Die genauen Zahlen würden "dieser Tage" noch geklärt. Das gelte auch für die Frage, wie viele Deutsche insgesamt unter den 50 Millionen Betroffenen seien.

+++ 17.11 Uhr: Spanische Polizei nimmt Kopf von Cyber-Bande fest - Eine Milliarde Euro Schaden +++

Mehr als eine Milliarde Euro soll eine berüchtigte Cyber-Bande gestohlen haben, deren Chef die spanische Polizei festgenommen hat. Die Bande habe das Geld von über 100 Banken in rund 40 Ländern geraubt, teilte Europol in Den Haag mit. Der Kopf der Bande sei in der spanischen Küstenstadt Alicante festgenommen worden. Name und Nationalität des Verdächtigen gab die europäische Polizeibehörde nicht bekannt. Unklar war zunächst auch, ob es noch mehr Festnahmen gab. Fast fünf Jahre lang hatte die Bande nach Angaben von Europol die Banken mit schädlicher Software angegriffen. Die Software war unter den Namen Carbanak und Cobalt bekannt geworden. Dabei machten sie eine Beute von bis zu zehn Millionen Euro pro Raub.

+++ 17.10 Uhr: Tod des slowakischen Journalisten Kuciak - alles deutet auf einen Auftragsmord +++

Die Umstände des Todes des slowakischen Journalisten Jan Kuciak und seiner Verlobten Martina Kusnirova deuten darauf hin, dass es sich um einen Auftragsmord handelte. Das teilte die Sonderstaatsanwaltschaft der Agentur TASR zufolge in Pezinok bei Bratislava mit. So sei am Tatort nichts entwendet worden. Die Tat sei außerdem bereits am 21. Februar geschehen, einen Tag früher als bisher weithin angenommen. Bisher seien 200 Zeugen unter anderem aus dem Umfeld der beiden Toten ermittelt und befragt worden. Den Ermittlern zufolge wurde Kuciak mit zwei Schüssen ins Herz getötet, Kusnirova mit einem Schuss in den Kopf. Zum Motiv wollte die Staatsanwaltschaft sich nicht äußern. Man arbeite mit mehreren Varianten. Kuciak hatte zuletzt zu mutmaßlichen Verbindungen der Mafia bis in die höchsten Ebenen der Politik recherchiert. Die tschechische Journalistin Pavla Holcova, die mit Kuciak zusammengearbeitet hatte, steht unter Polizeischutz.


+++ 16.50 Uhr: Übersicht - Aus diesen Staaten werden Moskauer Diplomaten ausgewiesen +++

Es ist eine konzertierte Aktion westlicher Staaten aus Solidarität mit Großbritannien. Aus folgenden Ländern werden russische Diplomaten wegen die Giftanschlags auf den früheren russischen Doppelagenten Sergej Skripal in Salisbury ausgewiesen: Deutschland (vier Diplomaten), USA (60), Ukraine (13), Frankreich, Polen und Kanada (je 4), Tschechien und Litauen (je 3), Italien, Niederlande und Dänemark (je 2), Rumänien, Kroatien, Lettland, Estland, Finnland und Schweden (je einen Diplomaten). Zuvor hatte Großbritannien wegen der Skripal-Affäre bereits 23 russische Diplomaten des Landes verwiesen.

+++ 16.18 Uhr: Russland kündigt Vergeltungsmaßnahmen an +++

Die Reaktion war zu erwarten: Nach der Ausweisung zahlreicher Diplomaten aus der EU und den USA hat Moskau Vergeltungsmaßnahmen angekündigt. Nähere Einzelheiten sind derzeit noch unklar. "Ich denke, die Antwort wird ähnlich und höchstwahrscheinlich angemessen sein", sagte der Vizechef des Außenausschusses des russischen Oberhauses, Wladimir Dschabarow, am Montag in Moskau. Russland müsse auch entsprechend viele Diplomaten ausweisen, sagte er der Agentur Interfax zufolge.

+++ 15.52 Uhr: Rubel nach Diplomaten-Ausweisungen unter Druck +++

Der Rubel ist nach der Ausweisung von russischen Diplomaten aus rund 20 Staaten unter Druck geraten. Der Eurokurs stieg daraufhin bis auf 71,05 Rubel, nachdem er zuvor bei 70,70 Rubel notiert hatte. Auch der US-Dollar legte zu. Der russische Aktienmarkt gab etwas nach.

+++ 15.30 Uhr: Polizei befreit acht Flüchtlinge aus litauischem Lkw +++

Nach Klopfgeräuschen hat die Polizei acht Flüchtlinge aus einem Lastwagen aus Litauen auf einem Rastplatz an der Autobahn A1 befreit. Nach Angaben der Polizei in Unna musste keiner der Aufgegriffenen, darunter auch Kinder, ärztlich versorgt werden. Noch sei offen, aus welchem Land die Flüchtlinge kommen, sagte eine Polizeisprecherin. Fahrer und Flüchtlinge würden vernommen, hieß es weiter. 2015 waren 71 Flüchtlinge in einem Kühllastwagen erstickt. Schlepper hatten die Gruppe von Ungarn aus nach Österreich gefahren.

+++ 15.26 Uhr: Frankreich und Polen weisen je vier russische Diplomaten aus +++

Frankreich und Polen haben ebenfalls mitgeteilt, vier russische Diplomaten auszuweisen, um den Druck auf Russland, an der Aufklärung des Giftanschlags auf den ehemaligen russischen Doppelagenten Sergej Skripal und seiner Tochter im britischen Salisbury mitzuwirken. Nach Angaben von EU-Ratspräsident Donald Tusk schicken unter anderem Italien, Tschechien,  die Niederlande und Dänemark ebenfalls Diplomaten nach Moskau zurück. 

+++ 15.22 Uhr: Maas: Russland zeigt keine Bereitschaft, Fall Skripal aufzuklären +++

Außenminister Maas: "Wir haben die Entscheidung zur Ausweisung der russischen Diplomaten nicht leichtfertig getroffen." Aber Fakten und Indizien im Fall Skripal wiesen nach Russland. Die russische Regierung habe bisher keine der offenen Fragen beantwortet und keine Bereitschaft gezeigt, eine konstruktive Rolle bei der Aufklärung des Anschlags spielen zu wollen. "Wir senden damit auch ein Signal der Solidarität mit Großbritannien. Russland bleibt aufgefordert, endlich seiner Verantwortung gerecht zu werden, eine konstruktive Rolle einzunehmen und seiner Aufklärungspflicht nachzukommen."

+++ 15.21 Uhr: Insgesamt 14 EU-Staaten solidarisieren sich im Fall Skripal mit Großbritannien +++

Wegen des Giftanschlags auf den Ex-Doppelagenten Sergej Skripal in Großbritannien weisen insgesamt 14 EU-Staaten russische Diplomaten aus. Das teilte EU-Ratspräsident Donald Tusk in der bulgarischen Schwarzmeerstadt Warna mit.

+++ 15.13 Uhr: Russische Diplomaten müssen Land innerhalb von sieben Tagen verlassen +++

Die vier russischen Diplomaten, die als Reaktion auf den Giftanschlag auf den Ex-Doppelagenten Sergej Skripal in Großbritannien ausgewiesen wurden, müssen Deutschland innerhalb von sieben Tagen verlassen. Diese Aufforderung sei der russischen Botschaft übermittelt worden, teilte das Auswärtige Amt mit. Zugleich wurde betont, die Bundesregierung bleibe weiterhin zum Dialog mit Russland bereit.

+++ 15.04 Uhr: Auch USA weisen russische Agenten wegen Giftanschlag von Salisbury aus +++

Die USA weisen wegen eines Russland zugeschriebenen Giftangriffs auf einen ehemaligen Doppelagenten in Großbritannien ebenfalls 60 russische Geheimdienstmitarbeiter aus. Außerdem werde das russische Konsulat in Seattle geschlossen, gab das Weiße Haus in Washington bekannt. Die US-Regierung verkündete den Schritt praktisch zeitgleich mit der Ausweisung von vier russischen Diplomaten aus Deutschland. 

+++ 15.04 Uhr: Außenminister Maas bestätigt Ausweisung russischer Diplomaten +++

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) hat die Ausweisung von vier russischen Diplomaten betätigt. Nach dem Giftanschlag auf den früheren russischen Doppelagenten Sergej Skripal in Großbritannien trage Russland noch immer nicht zur Aufklärung bei, schrieb Maas am Montag zur Begründung im Kurzbotschaftendienst Twitter. "Wir senden damit auch ein Zeichen der Solidarität mit Großbritannien." 

+++ 14.45 Uhr: Giftanschlag in Salisburg - Deutschland weist russische Diplomaten aus +++

Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" und der Deutschen Presse-Agentur weist Deutschland vier russische Diplomaten als Reaktion auf den Giftanschlag gegen den früheren russischen Doppelagenten Sergej Skripal im britischen Salisbury aus. Wie es heißt, soll es sich um vier Bedienstete im "nachrichtlichen Hintergrund" handeln. Zuvor hatte bereits die "Bild"-Zeitung über entsprechende Planungen berichtet und sich dabei auf einen nicht näher bezeichneten deutschen Regierungsvertreter bezogen. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatten angekündigt, weitere Schritte als Reaktion auf den Anschlag miteinander abzustimmen. "Wir wollen uns koordinieren in unseren Reaktionen", hatte Merkel am Freitag nach dem EU-Gipfel in Brüssel gesagt. Der tschechische Premierminister Andrej Babis erwog am Rande des Gipfels bereits die Ausweisung russischer Diplomaten. "Das Land, das die EU verlassen will, missbraucht den Faktor der Solidarität", schrieb die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, auf Facebook. London zwinge die verbleibenden EU-Staaten dazu, mit Sanktionen die Zusammenarbeit mit Russland zu erschweren.

+++ 13.57 Uhr: Glühend heiße Mountainbike-Bremsscheibe löst Waldbrand aus +++

Die überhitzte Bremsscheibe eines Fahrrads soll einen Waldbrand in Österreich ausgelöst haben. Auf einer inoffiziellen Abfahrtsstrecke hatte ein Schweizer am Sonntag sein Rad in eine Wiese gelegt. "Dort dürfte sich einer der staubtrockenen Grasbüschel entzündet haben", sagte ein Sprecher der Polizei Vorarlberg. Trotz der Löschversuche des Bikers und seiner zwei Begleiter breitete sich das Feuer in der Gemeinde Nüziders in dem schwer zugänglichen Gelände schnell aus. Mit zwei Hubschraubern konnten die Flammen unter Kontrolle gebracht werden, trotzdem waren noch bis zum frühen Abend 146 Einsatzkräfte mit Nachlösch- und Kontrollarbeiten beschäftigt.

+++ 13.44 Uhr: Erdogan will weiter volle EU-Mitgliedschaft für Türkei +++

Vor seiner Abreise zu einem Gipfel mit der EU-Führung im bulgarischen Warna hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan betont, dass die Türkei weiter die Vollmitgliedschaft in der Europäischen Union anstrebe. "Der Beitritt zur EU bleibt unser strategisches Ziel", sagte Erdogan in Istanbul. Er werde "gewissen Kreisen nicht erlauben, die Türkei daran zu hindern, der EU als respektiertes, gleichberechtigtes und volles Mitglied beizutreten". Er hoffe, dass der Gipfel "positive Entwicklungen" in den Beziehungen erlauben werde.

Erdogan trifft am Abend in Warna mit EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker und Ratspräsident Donald Tusk zu einem Arbeitsessen zusammen. Angesichts der Vielzahl an Streitpunkten zwischen den Partnern wird mit schwierigen Gesprächen gerechnet.

+++ 13.19 Uhr: Messerangriff in Bochum: Opfer war Mitschüler von Verdächtigem +++

Nach der Messerattacke auf einen 15 Jahre alten Jugendlichen in Bochum ermitteln die Behörden weiter die Hintergründe. Der mutmaßliche 16-jährige Täter und sein Opfer seien Schüler derselben Bochumer Gesamtschule gewesen, sagte ein Staatsanwalt auf Anfrage.

Die beiden Teenager waren am Freitag in einer Gruppe von 20 bis 25 Jugendlichen in einem Park aneinandergeraten. Worum es bei dem Streit ging, ist den Behörden zufolge noch immer unklar. Die Auseinandersetzung eskalierte zu einer Massenschlägerei, in deren Verlauf der 16-Jährige plötzlich ein Messer gezückt und den 15-Jährigen niedergestochen haben soll. Der Verdächtige ist seit dem Wochenende in Haft. Der Syrer kam laut Polizeimitteilung in eine Jugendstrafanstalt.

+++ 12.52 Uhr: Entscheidung über Auslieferung von Puigdemont wird wohl dauern +++

Über eine Auslieferung des ehemaligen katalanischen Regionalpräsidenten Carles Puigdemont wird wohl nicht mehr diese Woche entschieden. Dies sei eher unwahrscheinlich, sagte eine Sprecherin der Generalstaatsanwaltschaft in Schleswig auch mit Blick auf die Osterfeiertage. Es gibt eine Frist von 60 Tagen, die ein Festgenommener bei einer Auslieferungsfrage in Haft bleiben darf. Dies sei aber eine Sollfrist, sagte die Sprecherin. Es gebe viele Auslieferungsverfahren, die länger dauerten. In diesem Fall wird aber bisher nicht damit gerechnet, dass die Frist ausgeschöpft wird.

Puigdemont war am Sonntag auf der Rückreise von Finnland nach Belgien auf einer Autobahnraststätte an der A7 in Schleswig-Holstein gestoppt und festgenommen worden. Anschließend wurde der 55-Jährige in die Justizvollzugsanstalt Neumünster gebracht. Grundlage ist ein europäischer Haftbefehl. In Spanien wird ihm unter anderem Rebellion vorgeworfen.


+++ 12.36 Uhr: Maas erklärt Holocaust-Überlebenden seine Auschwitz-Äußerung +++

Außenminister Heiko Maas hat am zweiten Tag seines Israel-Besuchs in Jerusalem rund 30 Holocaust-Überlebende getroffen. Dabei erklärte der SPD-Politiker auch den viel beachteten Satz aus seiner Antrittsrede, dass er wegen Auschwitz in die Politik gegangen sei: Weil er in der Schule keine Antworten auf seine Fragen zum Holocaust bekommen habe, habe er angefangen, sich mit seiner eigenen Familiengeschichte zu befassen. "Ich habe nach einem Widerstandskämpfer in meiner Familie gesucht, aber ich habe keinen gefunden. Es waren alles nur Mitläufer", sagte er. "Ab da habe ich angefangen, mir Gedanken darüber zu machen, was ich selber tun kann und welchen Beitrag ich selber heute liefern kann, dass es so etwas nie wieder gibt."

Maas traf die Überlebenden in einem Zentrum der Organisation Amcha, die 20.000 Holocaust-Überlebenden und Nachfahren in Israel psychologische Unterstützung bietet. Am Nachmittag trifft er den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu und Palästinenserpräsident Mahmud Abbas.

+++ 12.35 Uhr: Mutter von getötetem französischen Polizisten ruft zu Toleranz auf +++

Die Mutter des als Held gefeierten französischen Polizisten Arnaud Beltrame hat nach dem Mord an ihrem Sohn zu Toleranz aufgerufen. "Arnaud hätte nicht gewollt, dass wir aufgeben", sagte Nicolle Beltrame dem Rundfunksender RTL. "Ich bin hier, um ihn zu ehren (...), damit diese Tat irgendeinen Sinn hat, damit wir ein bisschen menschlicher, ein bisschen toleranter sind." Gegenüber dem Attentäter Radouane Lakdim empfinde sie keinen Hass, sagte sie. "Ich empfinde Gleichgültigkeit und die allergrößte Form der Verachtung." Nicolle Beltrame empfahl, nicht über den Attentäter zu sprechen und auch keine Fotos von ihm zu zeigen. "Wir sollten die Fotos von Helden zeigen, nicht von Killern und Monstern."

Ihr Sohn hatte sich bei dem Anschlag am Freitag in Südfrankreich gegen eine weibliche Geisel austauschen lassen und war dann von Lakdim wie drei weitere Menschen zuvor getötet worden.

+++ 12.34 Uhr: Lebenserwartung in Deutschland steigt weiter an +++

Die Lebenserwartung in Deutschland ist erneut leicht angestiegen. Ein neugeborener Junge kann im Schnitt 78 Jahre und vier Monate alt werden. Mädchen können mit einem Alter von 83 Jahren und zwei Monaten rechnen, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Damit hat sich die Lebenserwartung für beide Geschlechter um jeweils zwei Monate erhöht. Die Zahlen beziehen sich auf die sogenannten Sterbetafeln für die Jahre 2014 bis 2016 - im Vergleich zu den Daten für 2013 bis 2015. Dabei werden auch allgemeine Daten zur Bevölkerung mit einbezogen. Wer in Deutschland als Mann die Schwelle von 65 Jahren erreicht hat, kann statistisch gesehen dann noch weitere 17 Jahre und zehn Monate leben. Für 65-jährige Frauen ergeben sich statistisch 21 weitere Lebensjahre. Damit hat der sogenannte Wert der "ferneren Lebenserwartung" bei Männern um zwei Monate und bei Frauen um einen Monat zugenommen. 

+++ 12.14 Uhr: Moderne Sklaverei in Großbritannien auf Höchststand +++

Mehr als 5000 potenzielle Opfer von moderner Sklaverei und Menschenhandel - und damit mehr als je zuvor - sind den britischen Behörden im vergangenen Jahr gemeldet worden. Erstmals stellten britische Staatsangehörige dabei den höchsten Anteil, gefolgt von Albanern und Vietnamesen, teilte die Ermittlungsbehörde NCA (National Crime Agency) in London mit. Häufig wurden die Opfer demnach zu Zwangsarbeit genötigt oder sexuell ausgebeutet. Besonders auffällig ist in den Statistiken der Anstieg bei Kindern: Sie werden laut NCA oft als Drogenkuriere eingesetzt und bringen Kokain und Heroin in ländliche Gebiete und an die Küsten. Dabei würden sie mit Geld angelockt, aber dann schnell mit Gewalt genötigt, so die NCA. 

+++ 12.07 Uhr: Deutsche Regierung stellt sich im Fall Puigdemont hinter Spanien +++

Die Bundesregierung stellt sich im Fall des in Deutschland festgenommenen Ex-Regionalpräsidenten von Katalonien, Carles Puigdemont, hinter das Vorgehen der spanischen Regierung. "Spanien ist ein demokratischer Rechtsstaat", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin. Es sei die Überzeugung der Bundesregierung, dass der Katalonien-Konflikt innerhalb der spanischen Rechts- und Verfassungsordnung gelöst werden müsse. "Und aus diesem Grund haben wir in den vergangenen Monaten die klare Haltung der spanischen Regierung zur Gewährleistung dieser Rechts- und Verfassungsordnung auch unterstützt", fügte Seibert hinzu. Die Bundesregierung sehe die Beziehungen zu Spanien nach der Festnahme von Puigdemont nicht als belastet an.

Kim Dotcom erhält von der neuseeländischen Regierung 53.000 Euro Schadenersatz

Kim Schmitz alias Kim Dotcom: Neuseelands Regierung muss dem umstrittenen Internet-Unternehmer 53.000 Euro Schadenersatz wegen Datenschutzverstößen zahlen.

DPA


+++ 11.21 Uhr: Verstoß gegen Datenschutz - Neuseeland muss 53.000 Euro an Kim Dotcom zahlen +++

Wegen Verstößen gegen das Datenschutzgesetz muss Neuseelands Regierung dem umstrittenen deutschen Internetunternehmer Kim Dotcom umgerechnet knapp 53.000 Euro zahlen. Dies hat das Menschenrechtsgericht des Landes entschieden. Der als Kim Schmitz in Kiel geborene Dotcom hatte 2015 von allen 28 neuseeländischen Ministern sämtliche privaten Informationen angefordert, die sie über ihn haben. Der von den Behörden eingeschaltete Generalstaatsanwalt lehnte den Antrag mit der Begründung ab, er sei "schikanös". Nun stellte das Gericht fest, dass die Regierung mit der Ablehnung des Ersuchens gegen das Datenschutzgesetz verstoßen habe und umgerechnet knapp 53.000 Euro Schadenersatz zahlen müsse. Zudem wurden die Regierung und die Ministerien angewiesen, alle relevanten Dokumente zur Verfügung zu stellen. Dotcom feierte seinen Sieg auf Twitter: "Nach Jahren der Beharrlichkeit ist die Zeit gekommen, wir haben gewonnen." In einem weiteren Tweet behauptete der 44-Jährige zudem, auch die Möglichkeit, dass er an die USA ausgeliefert werde, sei mit der Entscheidung des Menschenrechtsgerichts nun "vorbei". Die US-Ankläger werfen dem Gründer der Internet-Tauschplattform Megaupload und seinen Mitarbeitern Copyright-Betrug im großen Stil vor. Eine Entscheidung steht noch aus. 

+++ 11.18 Uhr: Nach Brandkatastrophe in Sibirien mehr als 60 Todesopfer geborgen +++

Nach einem Brand in einem Einkaufszentrum der sibirischen Stadt Kemerowo haben Rettungskräfte inzwischen über 60 Tote geborgen. Der Leiter des Zivilschutzes, Wladimir Putschkow, bestätigte laut Agentur Tass 64 Opfer, nach mindestens sechs Menschen werde zudem noch gesucht. Unter den Toten sollen viele Kinder sein. Das Feuer war am frühen Sonntagabend im vierten Stock des Shopping-Centers in der Nähe eines Kinosaals ausgebrochen. Es erfasste eine Fläche von rund 1600 Quadratmetern. Das Gebäude ist den Behörden zufolge einsturzgefährdet. Die Brandursache ist nach wie vor unklar.

+++ 10.53 Uhr: Anwalt rechnet mit U-Haft für Puigdemont +++

Der in Deutschland festgenommene ehemalige katalanische Regionalpräsident Carles Puigdemont könnte nach Ansicht seines Anwaltes möglicherweise erst einmal in Untersuchungshaft bleiben. "Wir ziehen alle Möglichkeiten in Betracht, wir können nichts ausschließen", sagte Jaume Alonso-Cuevillas laut der spanischen Nachrichtenagentur Europa Press dem TV-Sender TV3. Er erwäge derzeit kein Asylgesuch für den 55-Jährigen, betonte Alonso-Cuevillas. Doch werde man mit Puigdemonts deutschen Anwälten "alles" prüfen. Puigdemont war am Sonntag auf der Rückreise von Finnland nach Belgien auf einer Autobahnraststätte an der A7 bei Schleswig gestoppt und festgenommen worden. Grundlage war ein europäischer Haftbefehl.

+++ 10.53 Uhr: Hamburgs Justizsenator: Facebook bald kein Mittel der politischen Kommunikation mehr +++

Hamburgs grüner Justizsenator Till Steffen will sein Facebook-Profil löschen. Hintergrund ist die Debatte um die unerlaubte Nutzung der Informationen von Millionen Facebook-Nutzern durch die Datenanalyse-Firma Cambridge Analytica. "Ich kann Facebook nicht mehr das nötige Mindestmaß an Vertrauen entgegenbringen", teilte Steffen auf Facebook mit. Zudem kritisierte er einen zunehmenden "Echokammer-Effekt" des Netzwerks. Zunehmend würden nur Inhalte gezeigt, deren Anbieter man zuvor selbst mit "gefällt mir" markiert habe. Somit sei das Netzwerk weit von einer öffentlichen politischen Debatte entfernt. "Ich persönlich glaube, dass Facebook als Mittel der politischen Kommunikation bald überholt sein wird", schrieb Steffen.

+++ 9.55 Uhr: Präsidentenwahl in Ägypten hat begonnen +++

Die Präsidentenwahl in Ägypten hat begonnen: Etwa 60 Millionen Ägypter sind bis Mittwoch zur Wahl eines neuen Staatschefs aufgerufen. Die annähernd 14.000 Wahllokale im bevölkerungsreichsten Land der arabischen Welt seien geöffnet, berichtete das Staatsfernsehen. Es gelten erhöhte Sicherheitsvorkehrungen. Zur Wahl stehen der autoritäre und von der mächtigen Armee unterstützte Amtsinhaber Abdel Fattah al-Sisi sowie der Politiker Mussa Mustafa. Er gilt als Alibi-Kandidat, damit der Präsident nicht alleine antreten muss. Es wird mit einem sehr deutlichen Sieg für Al-Sisi gerechnet.

+++ 9.45 Uhr: Polizeigewerkschaft wundert sich über Nicht-Festnahme von Puigdemont in Dänemark +++

Der Bundesvorsitzende der Bundespolizeigewerkschaft (DPolG), Ernst Walter, hat sich verwundert darüber gezeigt, dass Kataloniens Ex-Regionalpräsident Carles Puigdemont nicht schon in Dänemark festgenommen wurde. Die dänische Polizei hätte im europäischen Verbund eigentlich genauso arbeiten müssen wie die deutsche, sagte Walter dem Radiosender Bayern 2.

+++ 9.15 Uhr: Langjähriger KfW-Chef Ulrich Schröder ist tot +++

Der langjährige Chef der staatlichen Förderbank KfW, Ulrich Schröder, ist tot. Schröder starb am Sonntag im Alter von 66 Jahren. Ein Sprecher der KfW bestätigte einen entsprechenden Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Schröder hatte im Dezember 2015 eine Krebserkrankung öffentlich gemacht, arbeitete während seiner Behandlung aber zunächst weiter. Ende vergangenen Jahres trat er aus gesundheitlichen Gründen zurück. Schröder hatte die Führung des Instituts, das dem Bund und den Ländern gehört, im September 2008 mitten in der Finanzkrise übernommen. Schröder hinterlässt seine Frau und drei Kinder.

+++ 8.52 Uhr: Französischer Linkspolitiker nach Tweet über getöteten Polizisten in Gewahrsam +++

Ein linksgerichteter französischer Politiker ist wegen eines provokanten Tweets zum Tod eines in Frankreich als Helden gefeierten Polizisten festgenommen worden. Stéphane Poussier, erfolgloser Kandidat der Linkspartei La France Insoumise (LFI, Das unbeugsame Frankreich) bei der Parlamentswahl 2016, wurde am Sonntag in Dives-sur-Mer in der Normandie in Gewahrsam genommen, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. Er hatte im Kurzbotschaftendienst Twitter geschrieben: "Immer wenn ein Polizist erschossen wird (...) denke ich an meinen Freund Rémi Fraisse." Der junge Umweltaktivist war 2014 bei Protesten gegen ein Staudammprojekt im Süden Frankreichs von einer Tränengasgranate der Polizei getötet worden. Poussier fügte hinzu, diesmal sei es ein Polizeioberst gewesen. "Großartig!" Und zusätzlich bedeute das: "Ein Wähler für (Präsident Emmanuel) Macron weniger."

+++ 8.21 Uhr: Israels Armee feuert nach Beschuss auf Hamas-Stellungen +++

Nach Beschuss aus dem Gazastreifen hat ein israelischer Panzer auf zwei Beobachtungsposten der radikal-islamischen Hamas gefeuert. Aufgrund des Beschusses habe sich das Raketenabwehrsystem Iron Dome (Eisenkuppel) aktiviert, teilte die Armee mit. Der Vorfall werde untersucht. Die Armee halte allein die Hamas für jeden Terror aus dem Gazastreifen verantwortlich. Bereits am Samstagabend hatte die israelische Armee ein Militärgelände der Hamas angegriffen. Damit reagiert die Luftwaffe nach Armeeangaben auf die Beschädigung eines Sicherheitszauns entlang der Grenze sowie einen versuchten Brandanschlag auf ein Fahrzeug am Vortag.

+++ 7.44 Uhr: Niedergestochene Frau schwebt weiterhin in Lebensgefahr +++

Der Zustand einer jungen Frau, die am Sonntagabend in Burgwedel bei Hannover auf offener Straße niedergestochen worden war, ist weiterhin kritisch. Sie schwebe noch in Lebensgefahr, erklärte ein Polizeisprecher. Die 24-Jährige und ihr Begleiter waren am Samstag in einem Supermarkt der niedersächsischen Stadt zunächst mit zwei 13- und 14-jährigen Jugendlichen aneinander geraten. Auf dem Heimweg trafen sie erneut zusammen - zu den beiden Jungen war nach Polizeiangaben inzwischen ein 17-Jähriger gestoßen. Demnach kam es dann nochmals zu einem Streit, bei dem der 17-Jährige die Frau niedergestochen haben soll. Die Angreifer konnten zunächst flüchten, wurden aber kurze Zeit später gefasst. Alle drei sind nach Polizeiangaben syrische Flüchtlinge.

+++ 7.07 Uhr: Mit 2,2 Promille und Handy am Steuer - das ging schief +++

Stark betrunken und noch dazu am Steuer mit dem Handy beschäftigt - so hat eine 49-jährige Autofahrerin in Bayern einen Unfall gebaut. Dabei hatte die Frau Glück im Unglück und blieb unverletzt. Sie fuhr ihren Wagen auf einer Bundesstraße bei Kulmbach in Franken auf gerader Strecke erst gegen die Leitplanke und schleuderte dann auf die Gegenfahrbahn und wieder zurück, wie die Polizei berichtete. Polizisten erklärte sie nach dem Totalschaden ihres Autos, dass sie durch ihr Handy abgelenkt gewesen sei. Die Beamten bemerkten Alkoholgeruch - und stellten einen Wert von 2,2 Promille fest.

+++ 7 Uhr: 49 Delfine verenden in Argentinien +++

An einem Strand in der Nähe der argentinischen Stadt Puerto Madryn sind 49 verendet. Insgesamt waren Medienberichten zufolge 61 Tiere gestrandet, örtliche Wildhüter konnten am Sonntag (Ortszeit) aber zwölf Delfine wieder ins Meer zurückbringen. Die Ursache für das Verhalten der Delfine sei unklar, zitierte die Agentur Télam einen Experten. Es sei möglich, dass die Tiere desorientiert gewesen seien oder auf der Flucht vor Killerwalen. Puerto Madryn in der Provinz Chubut liegt etwa 1200 Kilometer südlich der Hauptstadt Buenos Aires. Es handelte sich um den ersten solchen Vorfall in der Region, sagte ein Mitarbeiter der Wissenschaftsbehörde Conicet der Zeitung "La Nación".

+++ 6.30 Uhr: Abschiebungen scheitern oft an fehlenden Reisedokumenten +++

Immer mehr abgelehnte Asylbewerber und Migranten ohne Aufenthaltsrecht können von den deutschen Behörden nicht in ihre Heimat abgeschoben werden, weil ihnen die notwendigen Reisedokumente fehlen. Das berichten die Zeitungen der Funke-Mediengruppe unter Berufung auf einen internen Lagebericht des Bundesinnenministeriums. Demnach wurden Ende 2017 insgesamt knapp 65.000 Menschen in geduldet, weil keine Reisedokumente oder Passersatzpapiere aus dem Herkunftsland vorlagen.

+++ 6.24 Uhr: Zahl der Toten bei Einkaufszentrum-Brand in Sibirien steigt auf 48 +++

Die Zahl der Toten bei dem Brand in einem sibirischen Einkaufszentrum ist auf 48 gestiegen. Dies teilte das Ministerium für Katastrophenschutz mit, wie die Nachrichtenagentur Tass am Montagmorgen meldete. Unter den Toten sollen auch eine Reihe von Kindern sein. Mehr als 40 Menschen wurden verletzt. Insgesamt wurden laut Ministerium 64 Menschen vermisst gemeldet, darunter seien auch die noch nicht identifizierten Toten. Das Feuer war am Sonntagabend im vierten Stock des Einkaufszentrums in der Stadt Kemerowo ausgebrochen.

Der Bundesrechnungshof wirft der Arbeitsagentur Verschwendung von Millionen von Euro vor

Der Bundesrechnungshof wirft der Arbeitsagentur Verschwendung von Millionen von Euro vor

DPA


+++ 6 Uhr: Millionenverschwendung bei Bildungskursen für Arbeitslose +++

Der Bundesrechnungshof hat den Arbeitsagenturen einem Medienbericht zufolge Geldverschwendung bei Maßnahmen für die Qualifizierung von Arbeitslosen vorgeworfen. Hochgerechnet auf alle dürfte ein jährlicher Schaden von rund 190 Millionen Euro entstehen, wie der "Tagesspiegel" unter Berufung auf eine Mitteilung der Rechnungsprüfer an das Bundesministerium für Arbeit und Soziales berichtet. Hintergrund sei, dass Jobcenter Kurse bei privaten Bildungsträgern organisieren und bezahlen, in denen in der Regel Langzeitarbeitslose für den Arbeitsmarkt qualifiziert werden sollen. Nach einer stichprobenartigen Untersuchung der Vergabe und des Einkaufs von 617 Plätzen in 35 Kursen seien die Prüfer zu dem Schluss gekommen, dass Jobcenter "planlos" Kurse verteilten. "Durch ihr nicht zielgerichtetes Vorgehen und die mangelnde Rücksichtnahme auf die Belange der Leistungsberechtigten haben die Jobcenter in einem erheblichen Teil der geprüften Fälle deren unverzügliche Eingliederung nicht gefördert, sondern sogar gefährdet", zitiert der "Tagesspiegel" aus dem Bericht.

+++ 5 Uhr: Spahn signalisiert Kompromissbereitschaft bei Werbeverbot für Abtreibung +++

Im Streit über eine Aufhebung des Werbeverbots bei Abtreibungen hat Gesundheitsminister (CDU) Gesprächsbereitschaft erkennen lassen. Der Konflikt über Abtreibungen sei vor mehr als 25 Jahren in einem Kompromiss gelöst worden, zu dem auch das Werbeverbot in Paragraf 219a gehört. "Zu diesem Kompromiss als Ganzes stehen wir, da gibt es keinen Änderungsbedarf", sagte Spahn der "Süddeutschen Zeitung". "Aber falls es ein berechtigtes, bisher noch nicht abgedecktes Bedürfnis nach objektiven Informationen geben sollte für Frauen, die sich in einer schwierigen persönlichen Lage befinden, werden wir gemeinsam nach Lösungen suchen." Darüber wolle er auch mit Ärzten und Beratungsstellen sprechen.

+++ 3.35 Uhr: Zusammenstöße bei Proteste gegen Puigdemont Festnahme in Deutschland +++

Tausende Menschen haben am Sonntag in Barcelona und anderen Orten Kataloniens gegen die ihres Ex-Regionalpräsidenten Carles Puigdemont in Deutschland protestiert, dabei kam es immer wieder zu Zusammenstößen mit der Polizei. Insgesamt 87 Menschen wurden verletzt, darunter 79 in Barcelona. Der im belgischen Exil lebende Puigdemont ist wegen seiner Rolle bei den Abspaltungsversuchen Kataloniens in Spanien "der Rebellion" angeklagt, ihm drohen bis zu 30 Jahre Haft. Am Sonntag wurde er aufgrund eines Europäischen Haftbefehls bei der Einreise aus Dänemark in Schleswig-Holstein festgenommen. Am Montag soll er einem Amtsrichter vorgeführt werden, wo zunächst aber nur seine Identität geprüft wird. Über das weitere Vorgehen entscheidet dann das Oberlandesgericht sowie die Generalstaatsanwaltschaft.


+++ 3.03 Uhr: Saudi-Arabien fängt sieben Raketen aus dem Jemen ab - ein Toter +++

Schiitische Huthi-Rebellen aus dem Jemen haben saudiarabischen Behördenangaben zufolge sieben Raketen auf die Hauptstadt Riad und andere Städte des Landes abgefeuert. Alle Raketen wurden demnach abgefangen, doch schlugen herabfallende Trümmer in Riad in ein Wohnhaus ein und töteten einen Ägypter. Zwei weitere Menschen wurden verletzt. Am Montag ist der dritte Jahrestag der von Riad angeführten Militärkoalition gegen die Huthi-Rebellen im Jemen. Die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition kämpft seit März 2015 im Jemen gegen die Huthi-Rebellen. Die neuerlichen Angriffe könnten zu einer weiteren Verschärfung der Militärintervention unter Riads Kommando führen. Mit einer Massenkundgebung in Sanaa wollen die schiitischen Huthis am Montag an den Kriegsbeginn vor drei Jahren erinnern.


+++ 2.20 Uhr: US-Pornodarstellerin wurde nach eigenen Angaben bedroht +++

Die Pornodarstellerin Stormy Daniels ist nach eigenen Angaben unter Androhung von Gewalt zum Schweigen über ihre angebliche Affäre mit US-Präsident Donald Trump gedrängt worden. Als ihre Geschichte im Jahr 2011 erstmals vor der Veröffentlichung stand, sei sie auf einem Parkplatz in Las Vegas von einem Mann bedroht worden, berichtete die 39-Jährige dem Sender CBS. Die Pornodarstellerin hatte nach eigenen Angaben im Jahr 2006 am Rande eines Golfturniers in Lake Tahoe eine sexuelle Beziehung mit Trump - dieser war da bereits mit der heutigen First Lady Melania verheiratet. Trumps Anwalt Cohen zahlte der Pornodarstellerin vor der Präsidentschaftswahl 2016 im Zuge einer Schweigevereinbarung 130.000 Dollar. Clifford will nun aus dieser Vereinbarung aussteigen und ist deswegen vor Gericht gezogen.

+++ 00.40 Uhr: Mindestens 37 Tote bei Brand in sibirischem Einkaufszentrum +++

Bei einem Brand in einem Einkaufszentrum der westsibirischen Stadt Kemerowo sind mindestens 37 Menschen ums Leben gekommen, Dutzende weitere wurden am Sonntagabend offenbar noch vermisst. Ersten Ermittlungen zufolge brach das Feuer um 13 Uhr MESZ in einem Kinosaal in der obersten Etage aus und erfasste mehr als tausend Quadratmeter des dreistöckigen Komplexes. Unter den Opfern sollen auch Kinder sein. Wieviele Menschen sich in dem Einkaufszentrum aufhielten, war zunächst unklar. Laut den Rettungsdiensten wurden 120 Menschen in Sicherheit gebracht. Das russische Ermittlungskomitee ging Berichten über mindestens 35 Vermissten nach. Unklar war zunächst, was das Feuer auslöste. Die Behörden leiteten Ermittlungen wegen "Verletzung der Sicherheitsbestimmungen" ein.

feh/dho / DPA / AFP