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News des Tages: Macron sagt Merkel Unterstützung im Asylstreit zu

Frankreich will Deutschland bei europäischer Lösung der Flüchtlingspolitik unterstützen +++ Getötete 16-Jährige in Barsinghausen: Verdächtiger war wohl Zufallsbekanntschaft +++ Beckers Diplomatenpass offenbar eine Fälschung +++ Die News des Tages im stern-Ticker.

Emmanuel Macron Meseberg

Emmanuel Macron und Angela Merkel stehen der Presse in Meseberg Rede und Antwort

DPA

Die wichtigsten Nachrichten im -Ticker:

  • Macron sagt Merkel Unterstützung im Asylstreit zu (17.45 Uhr)
  • Getötete 16-Jährige in Barsinghausen: Verdächtiger war wohl Zufallsbekanntschaft (15.32 Uhr)
  • Beckers Diplomatenpass ist laut Regierungsangaben eine Fälschung (13.22 Uhr)
  • Rekordzahl von Flüchtlingen im Jahr 2017 (7.36 Uhr)
  • China wirft USA Erpressung vor (4.50 Uhr)
  • Ein Toter und vier Verletzte durch Schüsse in Malmö (0.30 Uhr)

+++ 19.45 Uhr: "Herr Präsident der Republik oder Monsieur": Macron rügt Jugendlichen +++

Der französische Präsident Emmanuel Macron, 40, hat einen Jugendlichen zurechtgewiesen, der ihn bei einer Gedenkfeier mit der Frage "Wie gehts, Manu?" ansprach. Manu ist im Französischen eine familiäre Kurzform für Emmanuel. 

"Du nennst mich Herr Präsident der Republik oder Monsieur", entgegnete der Staatschef. Ein am Montag aufgenommenes Video der Begegnung löste in Frankreich Debatten aus. In sozialen Netzwerken wurde unter anderem kritisiert, Macron habe den Schüler bloßgestellt. Trotz eines schnell eingeschobenen "Ja, Monsieur (Herr)", fuhr Macron fort: "Bevor du eine Revolution beginnst, musst du dein Diplom machen und lernen, dich selbst zu ernähren. Erst dann wirst du anderen Lektionen geben." Die Szene spielte sich in der Nähe von Paris bei einer Feier zur Erinnerung an Charles de Gaulles Aufruf zum Widerstand gegen die Nazis vom 18. Juni 1940 ab.

+++ 19.13 Uhr: USA bekräftigen Festhalten an Dialog mit China +++

Die US-Regierung hat China versichert, im Handelsstreit weiterhin für einen Dialog offen zu sein. "Unsere Telefonleitungen sind offen. Sie waren immer offen", sagte Peter Navarro, Wirtschaftsberater von US-Präsident Donald Trump, in einer Telefonkonferenz. Zugleich verteidigte er die von der Regierung im Handelsstreit ergriffenen Maßnahmen. Die am Freitag angekündigten Strafzölle auf chinesische Importe seien die Folge der ergebnislosen Verhandlungen zwischen beiden Ländern. China habe in dem Handelskonflikt "viel mehr zu verlieren", sagte Navarro weiter und spielte auf den enormen Handelsüberschuss Chinas im Vergleich zu den USA an. Die Folgen der Strafzölle für US-Konsumenten seien begrenzt.

+++ 19.00 Uhr: Messerattacke auf Flüchtlinge vor Kirche - Anklage wegen Mordversuchs +++

Knapp vier Monate nach der Messerattacke auf Flüchtlinge vor einer Kirche in Heilbronn ist Anklage gegen einen 70-Jährigen erhoben worden. Der mutmaßliche Täter hat laut Staatsanwaltschaft am 17. Februar betrunken auf junge Flüchtlinge eingestochen und drei von ihnen verletzt. Dem Deutsch-Russen werden versuchter Mord und gefährliche Körperverletzung aus fremdenfeindlicher Gesinnung vorgeworfen, wie die Justizbehörde in Heilbronn mitteilte. 

Wie die Polizei seinerzeit mitgeteilt hatte, zog der 70-Jährige im Bereich der Kilianskirche ohne Vorwarnung ein Messer aus der Tasche und stach auf die Männer ein, die vor der Kirche standen. Ein 17 Jahre alter Afghane wurde schwer verletzt. Einen 25-jährigen Iraker und einen 19-jährigen Syrer verletzte der Angreifer leicht. Der Tatverdächtige war festgenommen worden, aber dann wieder auf freien Fuß gekommen.

+++ 18.22 Uhr: Vatikan: Junge Schwule wollen mehr Aufmerksamkeit von der Kirche +++

Junge Homosexuelle, Bisexuelle und Transgender fordern von der katholischen Kirche laut einem internen Papier des Vatikans mehr Aufmerksamkeit für ihre Bedürfnisse. Zugleich fragten sich einige nationale Kirchen, was sie den Menschen anbieten könnten, die statt heterosexueller Partnerschaften homosexuelle eingehen und der Kirche nahe sein wollen, heißt es in einem bekannt gewordenen Dokument. Darin fasst der Vatikan Rückmeldungen junger Katholiken sowie nationaler Kirchen für Diskussionen auf der im Herbst anstehenden Bischofssynode zusammen.

Während der Synode vom 3. bis 28. Oktober will der Vatikan auch Anliegen der Jugend und Fragen zum katholischen Glauben ansprechen. Weitere Themen, die wichtig für junge Katholiken seien, umfassten etwa die Missbrauchsskandale innerhalb der katholischen Kirche, die Jugendarbeitslosigkeit und die Abhängigkeit von sozialen Medien, schreibt der Vatikan in dem Vorbereitungsdokument.

"Viele junge Katholiken folgen nicht der Linie der Kirche in Fragen der sexuellen Moral", heißt es weiter. "Keine nationale Kirche bietet Antworten oder Lösungen, aber viele sind der Meinung, dass das Thema der Sexualität offener und ohne Vorurteile diskutiert werden müsste."

+++ 18.11 Uhr: Italiens Innenminister sorgt mit Äußerungen über Roma für Kritik +++

Italiens Innenminister Matteo Salvini hat mit Äußerungen über die Minderheit der Roma Kritik ausgelöst. Der Chef der fremdenfeindlichen Lega und Vize-Regierungschef hatte angekündigt, in Italien lebende Roma zählen lassen und Straffällige abschieben zu wollen - etwa nach Rumänien. Ein Sprecher der EU-Kommission stellte am Dienstag klar, dass eine Ausweisung von EU-Bürgern anderer Staaten auf Grundlage ihrer ethnischen Zugehörigkeit nach EU-Recht illegal wäre. 

+++ 17.45 Uhr: Macron sagt Merkel Unterstützung im Asylstreit zu +++

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat Kanzlerin Angela Merkel angesichts des Asylstreits mit der CSU Unterstützung für eine europäische Lösung zugesagt. Deutschland und Frankreich versicherten sich gegenseitig, dass bereits in der EU registrierte Flüchtlinge so schnell wie möglich in das Land zurückgeschickt werden können, in dem sie erstmals erfasst worden seien, sagte Macron nach einem Treffen mit Merkel in Meseberg bei Berlin. Macron sagte, Deutschland und Frankreich arbeiteten gemeinsam an einer Lösung mit verschiedenen Staaten, die betroffen seien, wie etwa Italien, Griechenland und Spanien. "Wir werden mit allen unseren Partnern weiter an diesen Themen arbeiten."

+++ 16.54 Uhr: Turkmenistan geht schärfer gegen Männer mit mehreren Ehefrauen vor +++  

Mehrere Ehefrauen zu haben, soll in der muslimisch geprägten Ex-Sowjetrepublik Turkmenistan künftig nicht mehr geduldet werden. Der autoritäre Präsident Gurbanguly Berdymuchammedow unterzeichnete eine Änderung des Familienrechts. "In Turkmenistan ist Polygamie nicht erlaubt", heißt es darin. Der neue Gesetzestext wurde am Dienstag im Regierungsblatt "Nejtralny Turkmenistan" abgedruckt.

Vielehe stand zwar bereits unter Strafe: Verstöße wurden mit bis zu zwei Jahren Sozialarbeit oder einer Geldstrafe belegt. Allerdings wurde Polygamie gerade in traditionellen Gegenden geduldet. Das klassische islamische Recht erlaubt Männern bis zu vier Ehefrauen gleichzeitig.

+++ 16.33 Uhr: Ungarn plant Strafsteuer für Flüchtlingshelfer +++

Ungarns rechtskonservative Regierung plant nun doch, Zivilorganisationen (NGOs), die Flüchtlingen helfen, mit einer neuen Strafsteuer zu belegen. Die "Einwanderungssondersteuer" in Höhe von 25 Prozent der aus dem Ausland erhaltenen Hilfen werde im Rahmen einer Steuergesetzesnovelle eingeführt, teilte das ungarische Finanzministerium mit.

+++ 16.27 Uhr: Kritik von Berliner Terror-Opfern an Renten +++

Eineinhalb Jahre nach dem Terroranschlag auf dem Berliner Weihnachtsmarkt haben sich Angehörige von Opfern über zu niedrige Entschädigungs-Renten beschwert. Astrid Passin, die im Namen mancher Opfer spricht, sagte dem Sender RBB: "Viele empfinden das, was die Bundesregierung uns nun anbietet, als lächerlich und peinlich." Passin, die seit dem Tod ihres Vaters bei dem Anschlag an einer "psychoreaktiven Störung" leide, wurde demnach eine monatliche Rente von 140 Euro bewilligt.

Die Höhe der monatlichen Grundrenten für Opfer von Gewalttaten richtet sich nach dem Ausmaß der Schädigung und ist gesetzlich festgelegt: die Spanne reicht von 141 bis 736 Euro. Hinterbliebene Lebenspartner können 443 Euro pro Monat erhalten. Bei dem Anschlag am 19. Dezember 2016 hatte der Terrorist Anis Amri 12 Menschen getötet und mehr als 70 verletzt. Weitere Menschen wurden traumatisiert.

+++ 16.13 Uhr: Seehofer ordnet Zurückweisung von Menschen mit Einreisesperre an +++

Das Bundesinnenministerium hat dem Bundespolizeipräsidium per Erlass mitgeteilt, künftig Menschen an der Grenze zurückzuweisen, gegen die ein Einreise- oder Aufenthaltsverbot besteht. Das sagte eine Sprecherin des Innenministeriums der "Welt". Bislang werden Menschen auch bei Vorliegen eines Einreiseverbots nicht an der Grenze abgewiesen, wenn sie einen Asylantrag stellen.

+++ 15.59 Uhr: Reformationstag in Niedersachsen ab sofort gesetzlicher Feiertag +++

Nach Hamburg und Schleswig-Holstein hat nun auch Niedersachsen den Reformationstag zum gesetzlichen Feiertag erklärt. Im niedersächsischen Landtag in Hannover stimmten 100 von 137 Abgeordneten für den Gesetzentwurf der Landesregierung aus SPD und CDU. 20 Abgeordnete stimmten dagegen, 17 enthielten sich. Damit ist der Reformationstag bereits in diesem Jahr für die Niedersachsen frei.

+++ 15.32 Uhr: Getötete 16-Jährige in Barsinghausen: Verdächtiger war wohl Zufallsbekanntschaft +++

Der Verdächtige im Fall der getöteten 16-Jährigen aus Barsinghausen soll die Jugendliche erst in der Tatnacht kennengelernt haben. "Nach derzeitigem Ermittlungsstand war es eine Zufallsbekanntschaft", sagte eine Polizeisprecherin. Am Sonntag hatten Spaziergänger die tote Jugendliche an einer Grundschule entdeckt. Nach dem Ergebnis der Obduktion starb sie durch schwere Schläge gegen den Kopf, Hinweise auf ein Sexualdelikt gab es nicht. Die 16-Jährige wohnte in der Nähe der Schule und war zuletzt in der Nacht zum Sonntag gegen ein Uhr am Bahnhof der Kleinstadt in der Region Hannover gesehen worden.

Am Montagmittag fassten die Ermittler den 24 Jahre alten Verdächtigen, der ebenfalls in Barsinghausen wohnt. Er wurde seitdem mehrfach vernommen. Die Entscheidung darüber, ob ein Haftbefehl beantragt wird, sollte nach Auskunft der Polizeisprecherin am Nachmittag fallen.

+++ 14.16 Uhr: Schüsse auf Imbiss von Bushidos Geschäftspartner +++

Die Berliner Polizei ermittelt nach nächtlichen Schüssen auf einen Imbiss im Stadtteil Treptow, wie ein Sprecher dem stern mitteilte.

Laut Bericht der "Bild"-Zeitung handelt es sich bei dem Besitzer der Gaststätte um Arafat Abou-Chaker, den ehemaligen Geschäftspartner des Rappers Bushido.

Demzufolge wurde auf die Gaststätte im Stadtteil Treptow nachts mehrfach von einem oder mehreren Unbekannten auf das Gebäude geschossen, unter anderem wurden Fensterscheiben des Geschäfts zerstört. Ein Zeuge habe am Morgen die Polizei informiert. Arafat Abou-Chaker postete bei Instagram ein Video, das die Einschusslöcher zeigt.

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Verletzt wurde bei dem Vorfall niemand. Die Behörden ermitteln wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz und Sachbeschädigung. Ob möglicherweise ein Streit im Rappermilieu hinter den Schüssen steckt, ist noch unklar.

+++ 13.44 Uhr: Missbrauchsprozess Freiburg: Mutter äußert sich nicht-öffentlich +++

Nach dem Geständnis ihres Lebensgefährten im Freiburger Prozess um den jahrelangen Missbrauch eines Kindes hat sich erstmals die Mutter des Jungen geäußert. Für die Aussage der 48-Jährigen wurde vor dem Landgericht Freiburg die Öffentlichkeit ausgeschlossen, wie das Gericht bestätigte.

Der Frau und ihrem Lebensgefährten (39) wird vorgeworfen, den in Staufen bei Freiburg lebenden, heute neunjährige Jungen mehr als zwei Jahre lang im Internet angeboten und Männern gegen Geld für Vergewaltigungen überlassen zu haben. Der 39-Jährige hat die Taten eingeräumt und sich als "Haupttäter" bezeichnet.

Die Frau hatte bislang geschwiegen, den Ausschluss der Öffentlichkeit beantragt und den Schutz ihrer Persönlichkeitsrechte geltend gemacht. Sie und ihr Lebensgefährte, beide Deutsche, gelten als Hauptbeschuldigte in dem Fall mit insgesamt acht Tatverdächtigen. Nächste Woche sollen laut Gericht die ersten Zeugen gehört werden. Ein Urteil wird es frühestens Mitte Juli geben.

+++ 13.22 Uhr: Zentralafrikanische Regierung: Boris Beckers Diplomatenpass eine Fälschung +++

Boris Beckers Diplomatenpass der Zentralafrikanischen Republik ist nach Angaben der Regierung des Landes eine Fälschung. Das Dokument sei gefälscht, sagte der Büroleiter von Außenminister Charles Armel Doubane, Chérubin Moroubama, am Dienstag in Bangui. Der Ex-Tennisstar hatte zuletzt versucht, in seinem laufenden Insolvenzverfahren diplomatische Immunität als Sonderattaché für Sport und kulturelle Angelegenheiten der Zentralafrikanischen Republik in der Europäischen Union geltend zu machen

+++ 12.42 Uhr: Mit Tempo 200 durch Autobahnbaustelle +++

Mit Tempo 200 ist ein Porschefahrer in Dortmund durch eine Baustelle auf der A40 gerast - erlaubt sind an der Stelle nur 80 Stundenkilometer. Eine Zivilstreife mit Mess- und Videotechnik an Bord erwischte den 54-Jährigen und hielt ihn noch auf der Autobahn an, wie die Polizei mitteilte. Nach Abzug der Toleranz schlage eine Geschwindigkeitsüberschreitung von 110 Stundenkilometern zu Buche. Dem Mülheimer drohten nach der Raserei vom Montag ein Bußgeld von 1260 Euro und zwei Punkte in Flensburg - und den Porsche müsse er wohl drei Monate in der Garage stehen lassen.

+++ 12.17 Uhr: Polizei vernimmt Verdächtigen nach Tod von 16-Jähriger in Barsinghausen +++

Im Fall der getöteten 16-Jährigen aus Barsinghausen bei Hannover hat die Polizei einen 24 Jahre alten Verdächtigen mehrfach vernommen. "Derzeit prüfen wir noch, ob und inwieweit sich ein Tatverdacht erhärtet", sagte eine Polizeisprecherin. Die Staatsanwaltschaft wollte vom Verlauf der Befragungen abhängig machen, ob ein Haftbefehl beantragt wird. Eine Entscheidung darüber war bis zum Mittag noch nicht gefallen.

Der 24-Jährige mit deutscher und dominikanischer Staatsangehörigkeit war am Montagmittag festgenommen worden. Zeugenhinweise und weitergehende Ermittlungen führten die Polizei zu dem Mann.

Die tote Jugendliche aus Barsinghausen war am Sonntag in der Nähe einer Grundschule entdeckt worden. Nur einige Hundert Meter weiter hatte bereits im April eine Frau beim Spaziergang mit ihrem Hund eine Tote in einem Entwässerungsgraben gefunden. Die Polizei prüft, ob es einen Zusammenhang zwischen den beiden Taten gibt.

+++ 12.03 Uhr: Libysche Küstenwache rettet 191 Flüchtlinge im Mittelmeer aus Seenot+++

Die libysche Küstenwache hat nach eigenen Angaben 191 Flüchtlinge im Mittelmeer aus Seenot gerettet. Bei einem Zwischenfall westlich der Hauptstadt Tripolis seien 115 Menschen gerettet worden, fünf Migranten hätten nur noch tot geborgen werden können, sagte der Sprecher der libyschen Küstenwache, Ajub Kasim. Das Flüchtlingsboot sei durch hohe Wellen beschädigt worden. Bei einem weiteren Zwischenfall seien 76 Menschen in der Nähe der Stadt Sawia aufgegriffen worden. Die Stadt rund 45 Kilometer westlich von Tripolis ist eines der Zentren der Menschenschmuggler in Libyen.

+++ 12.01 Uhr: Umfrage: CSU käme bundesweit auf 18 Prozent +++

Der Asylstreit schwächt einer aktuellen Umfrage zufolge die Union. Im INSA-Meinungstrend für die "Bild"-Zeitung büßen CDU und CSU zwei Prozentpunkte ein und kommen nur noch auf 29 Prozent. Sollte aber die CSU bundesweit antreten und die CDU auch in Bayern, kämen beide Unionsparteien zusammen auf 40 Prozent der Stimmen: die CDU auf 22 Prozent, die CSU auf 18. Die AfD, die in der normalen Sonntagsfrage bei 16 Prozent liegt, würde in diesem Szenario hingegen auf 11 Prozent abrutschen.

+++ 11.30 Uhr: Zschäpe-Verteidigerin bezweifelt These vom NSU-Trio +++

Rechtsanwältin Anja Sturm hat in ihrem Plädoyer im NSU-Prozess bezweifelt, dass die Hauptangeklagte Beate Zschäpe bei der Gründung des "Nationalsozialistischen Untergrund" (NSU) eine eigenständige Rolle spielte. Die Anwältin stellte auch in Abrede, dass es das NSU-Trio mit Zschäpe und ihren beiden Freunden Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt im Sinne der Anklage tatsächlich gab. Die Trio-These sei von Ermittlern und Vertretern der Bundesanwaltschaft in mehrere Zeugen "hineingefragt" worden, sagte Sturm.

Mehrere Zeugen hätten etwas ganz anderes ausgesagt, argumentierte Sturm. Sie hätten sich keineswegs daran erinnert, dass Zschäpe sich politisch äußerte, für einen bewaffneten Kampf eintrat oder eine Führungsrolle in ihrer Jugendclique in Jena einnahm. Die Zeugen hätten sie eher als Freundin zunächst von Mundlos, später von Böhnhardt wahrgenommen.

Die Bundesanwaltschaft sieht Zschäpe dagegen als gleichrangiges Mitglied des NSU und damit als Mitglied einer terroristischen Vereinigung im rechtlichen Sinne.

+++ 11.11 Uhr: Prozess: Angeklagter gesteht Schläge mit Gürtel auf jungen Israeli +++

Ein 19-jähriger Syrer hat gestanden, vor gut zwei Monaten einen Kippa tragenden Israeli in Berlin mit seinem Gürtel geschlagen zu haben. Bei dem Prozess im Amtsgericht Berlin-Tiergarten fügte der Angeklagte hinzu, er habe den Mann aber nur einige Male getroffen. Zuvor sei er allerdings von dem Israeli oder dessen Begleiter beleidigt und beschimpft worden. Er habe gesagt: "Warum beschimpfst Du mich, ich habe Dir nichts getan."

Bei seiner Aussage sprach der Angeklagte anfangs deutsch und sagte: "Es tut mir sehr leid, es war ein Fehler von mir." Er fügte hinzu: "Ich wollte ihn nicht schlagen, ich wollte ihm nur Angst machen." Er habe zuvor Drogen genommen. "Ich habe was gekifft, mein Kopf war müde." Weil die Aussage schwer zu verstehen und zum Teil widersprüchlich war, ließ das Gericht den Mann später auf arabisch aussagen und seine Worte übersetzen.

+++ 11.11 Uhr: Früheres Heimkind muss nicht für Mutter zahlen +++

Ein ehemaliges Heimkind muss für seine pflegebedürftige Mutter keinen Unterhalt zahlen. Eine entsprechende Entscheidung lag beim Familiengericht im baden-württembergischen Offenburg vor. Das sagte der Anwalt der 55 Jahre alten Klägerin, Michael Klatt. Die Frau aus dem hessischen Rodgau wehrte sich vor Gericht dagegen, die Pflegekosten für ihre Mutter zu übernehmen. Das Landratsamt im baden-württembergischen Ortenaukreis hatte entsprechende Ansprüche erhoben.

Die Tochter argumentierte hingegen, ihre Mutter habe sie nach der Geburt weggegeben, sie sei im Kinderheim aufgewachsen und habe so gut wie keinen Kontakt zu ihr gehabt. Aus Sicht des Anwalts hat die mittlerweile pflegebedürftige Mutter ihre Tochter dadurch vernachlässigt. Im Mai hatte das Gericht vorgeschlagen, dass die Klägerin künftig 30 Prozent des errechneten Unterhalts - er beträgt etwa 760 Euro - monatlich zahlt. Das hatte die Klägerin abgelehnt. Zur jetzigen Entscheidung des Gerichts liegt nach Angaben des Rechtsanwalts noch keine Begründung vor. Das Landratsamt werde das Urteil des Familiengerichts akzeptieren, hieß es im Mai.

+++ 9.02 Uhr: Ältester Orang-Utan der Welt stirbt mit 62 Jahren +++

Im stolzen Alter von 62 Jahren ist der älteste Orang-Utan der Welt gestorben. Die Affendame Puan - indonesisch für Dame - starb am Montag im Zoo der australischen Stadt Perth, wie die Zooverwaltung am Dienstag mitteilte. Puan hatte elf Kinder und 54 Nachkommen in zweiter oder dritter Generation. Die Affendame hinterlasse "ein unglaubliches Erbe", sagte die Chefin der Primatenabteilung im Zoo Perth, Holly Thompson. Dank eines Zuchtprogramms seien Puans Gene in knapp zehn Prozent der weltweiten Zoo-Orang-Utanpopulation vertreten. Ihre Nachkommen leben in Tierparks in Europa, den USA, Asien sowie in freier Wildbahn auf Sumatra. Ihr Ur-Urenkel Nyaru wurde kürzlich ausgewildert.

+++ 8.38 Uhr: Mann verletzt Siebenjährige in Berlin mit Druckluftpistole +++

Mit einer Druckluftpistole hat ein 34 Jahre alter Mann in Berlin-Friedrichshain eine Siebenjährige leicht verletzt. Der Mann schoss am Montagabend von einem Balkon in die darunterliegende Straße, wie eine Polizeisprecherin sagte. Das Kind zog sich bei dem Vorfall ein Hämatom am Arm zu. Der Schütze wurde festgenommen und in eine psychiatrische Klinik eingewiesen. Weitere Angaben lagen zunächst nicht vor.

+++ 7.36 Uhr: UNO: Rekordzahl von 68,5 Millionen Flüchtlingen 2017 +++

Weltweit sind nach UN-Angaben 68,5 Millionen Menschen im Jahr 2017 auf der Flucht gewesen - damit erreichte die Zahl zum fünften Mal in Folge ein trauriges Rekordniveau. Rund die Hälfte der waren Kinder; wie das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR mitteilte. Insgesamt stieg die Zahl der Vertriebenen 2017 um 3,1 Millionen. Am höchsten war Ende 2017 die Zahl der Binnenvertriebenen: Die Zahl der Menschen, die innerhalb ihres Heimatlandes auf der Flucht waren, lag den Angaben zufolge bei 40 Millionen, etwas weniger als im Jahr zuvor.

Besonders Menschen aus Syrien, Afghanistan, dem Südsudan, Myanmar und Somalia sind demzufolge auf der Flucht. 85 Prozent aller Flüchtlinge lebten in Ländern mit niedrigen oder mittlerem Pro-Kopf-Einkommen wie dem Libanon, Pakistan oder Uganda, betonte das .

+++ 7.01 Uhr: Zwei Tote und vier Verletzte nach Schüssen in Malmö +++

Zwei Menschen sind mit Schüssen im südschwedischen Malmö am Montagabend getötet worden. Ein 18-Jähriger und ein 29-Jähriger starben kurz nachdem sie in ein Krankenhaus gebracht worden waren an ihren schweren Verletzungen, wie örtliche Medien berichteten. Vier weitere Menschen wurden bei dem Zwischenfall verletzt, berichtigte die Polizei ursprüngliche Opferzahlen. Die Untersuchungen am Tatort dauerten an, hieß es unter anderem bei "Aftonbladet".

Über den Verletzungsgrad der Überlebenden gab es keine Angaben. Ein Polizeisprecher sagte der Zeitung "Svenska Dagbladet", jemand habe - möglicherweise aus einem Auto - auf Leute geschossen, die vor einem Internetcafé standen. Als Tatwaffe wurde eine Schrotflinte eingesetzt, hieß es bei "Aftonbladet". Verdächtige gab es zunächst nicht.

+++ 5.53 Uhr: Erste Hinrichtung in Thailand seit neun Jahren +++

In ist zum ersten Mal seit knapp neun Jahren die Todesstrafe vollstreckt worden. Der 26-jährige Theerasak Longji sei per Giftspritze hingerichtet worden, teilte die thailändische Strafvollzugsbehörde mit. Der Mann war wegen Mordes an einem 17-jährigen Jungen im Jahr 2002 zum Tode verurteilt worden. Zuletzt waren im August 2009 zwei Männer hingerichtet worden. Amnesty International protestierte gegen die Vollstreckung. 

+++ 5.45 Uhr: "Black Panther" räumt bei MTV-Awards ab +++

Der Superhelden-Hit "Black Panther" hat den Hauptpreis bei den MTV Movie & TV Awards gewonnen und drei weitere Auszeichnungen abgeräumt. Schauspieler Chadwick Boseman, der in dem Film die Rolle des gleichnamigen Superhelden spielt, gewann die Trophäen als bester Held sowie für die beste schauspielerische Leistung in einem Film. Sein Kollege Michael B. Jorden, der in "Black Panther" die Figur Killmonger spielt, gewann den Preis als bester Bösewicht. Der Marvel-Hit war mit sieben Nominierungen als Favorit ins Rennen gegangen.

Die Serie "Stranger Things" war mit vier Preisen - darunter als beste Serie und für die beste schauspielerische Leistung in einer Serie von Hauptdarstellerin Millie Bobby Brown - ebenfalls stark vertreten.

+++ 5.15 Uhr: FDP verlangt Regierungserklärung Merkels nach EU-Gipfel +++

Die FDP hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit Blick auf den Asylstreit in der Union aufgefordert, nach dem EU-Gipfeltreffen Ende Juni in einer Regierungserklärung die Ergebnisse zu erläutern.  Der Deutschen Presse-Agentur sagte der Erste Parlamentarische Geschäftsführer der FDP-Bundestagsfraktion, Marco Buschmann: "CDU und CSU haben mit ihrem Verhalten dem EU-Gipfel am 28. und 29. Juni 2018 das Siegel eines Schicksalstages auf die Stirn gebrannt. Die deutsche Öffentlichkeit hat ein Recht darauf, schnell und umfassend über die Ergebnisse aufgeklärt zu werden. Wir verlangen daher direkt im Anschluss eine Regierungserklärung dazu im Deutschen Bundestag."

+++ 4.50 Uhr: China wirft den USA bei Zöllen "Erpressung" vor und droht mit Gegenmaßnahmen +++

hat die jüngsten von US-Präsident Donald Trump angedrohten Strafzölle auf chinesische Waren als "Erpressung" bezeichnet. Das US-Vorgehen von "extremem Druck und Erpressung" weiche von dem Konsens ab, den beide Seiten in mehreren Verhandlungsrunden erzielt hätten, hieß es in einer Erklärung auf der Internetseite des chinesischen Handelsministeriums. Das Vorgehen habe überdies die internationale Gemeinschaft "tief enttäuscht". Sollten die USA die Pläne umsetzen, bleibe China keine Wahl, als entsprechende Gegenmaßnahmen zu ergreifen.

Trump hatte kurz zuvor angekündigt, er plane weitere Strafzölle in Höhe von zehn Prozent auf chinesische Waren im Wert von 200 Milliarden Dollar (172 Milliarden Euro). Dies sei "nötig, um China dazu zu ermutigen, seine unfairen Praktiken zu ändern, seinen Markt für US-Güter zu öffnen und eine ausgeglichenere Handelsbeziehung mit den USA zu akzeptieren", begründete Trump den Schritt.

+++ 3.48 Uhr: Südkorea und USA sagen für August geplante gemeinsame Militärübung ab +++

Südkorea und die USA haben eine für August geplante gemeinsame Militärübung abgesagt. Wie das Verteidigungsministerium in Seoul mitteilte, handelt es sich um die großangelegte Ulchi-Freedom-Guardian-Übung, an der auch rund 17.500 US-Soldaten teilnehmen sollten. Für weitere Übungen sei noch keine Entscheidung getroffen worden.

Ähnlich äußerte sich Pentagon-Sprecherin Dana White. Sie bestätigte, dass die für August geplante Übung ausgesetzt worden sei, über weitere Militärübungen werde noch beraten. Übungen im Pazifik außerhalb der koreanischen Halbinsel seien von der Entscheidung überdies nicht betroffen.

+++ 3.00 Uhr: US-Senat will Verkauf von F35-Kampfjets an die Türkei blockieren +++

Der US-Senat hat einen Gesetzentwurf verabschiedet, mit dem der Verkauf von rund 100 Kampfflugzeugen vom Typ F-35 an den Nato-Partner Türkei blockiert werden könnte. Grund dafür sind die zuletzt angespannten Beziehungen Washingtons zur Türkei, unter anderem wegen der Festnahme von US-Bürgern. Republikanische wie auch demokratische Senatoren haben sich zudem besorgt über die türkischen Pläne zum Kauf russischer Waffensysteme geäußert.

+++ 2.10 Uhr: Bericht: Tesla-Chef Musk kämpft mit Sabotage durch Mitarbeiter +++

Neben dem holprigen Produktionsstart des Hoffnungsträgers Model 3 macht dem Elektroautobauer Tesla laut Firmenchef Elon Musk nun auch noch ein Feind im eigenen Hause zu schaffen. Ein Mitarbeiter habe "umfassende und schädliche Sabotage" begangen, schrieb Musk den Tesla-Angestellten in einer E-Mail, die der US-Sender CNBC veröffentlichte. Das volle Ausmaß sei noch nicht klar, doch was der Mitarbeiter bislang zugegeben habe, sei schon "ziemlich schlecht". Ein offizielles Statement des Unternehmens gab es zunächst nicht.

Der Angestellte hat laut Musk unter falschen Nutzernamen direkte Änderungen an Teslas Produktionssystem vorgenommen und große Mengen hochsensibler Daten an Dritte herausgegeben. Sein Motiv sei eine gewünschte Beförderung gewesen, die ihm versagt wurde. Es könnte aber noch weit mehr dahinter stecken, deshalb werde die Untersuchung diese Woche in aller Tiefe fortgeführt. "Wie Ihr wisst, gibt es eine lange Liste von Organisationen, die wollen, dass Tesla stirbt", warnte Musk die Mitarbeiter mit Verweis auf die Öl- und Gasindustrie sowie auf Wall-Street-Spekulanten, die gegen die Aktie der Firma wetten.

+++ 0.45 Uhr: Niederlage im Oberhaus: May steht neue Brexit-Machtprobe bevor +++

Die britische Premierministerin Theresa May wird sich einer erneuten Brexit-Machtprobe im Parlament stellen müssen. Das Oberhaus stimmte am Montagabend mit großer Mehrheit für einen Zusatz zum EU-Austrittsgesetz, der dem Parlament die Kontrolle über den Brexit-Prozess gibt, falls ein Abkommen mit Brüssel nicht mehr rechtzeitig zustande kommen oder vom Parlament abgelehnt werden sollte.

Wenn der Gesetzentwurf am Mittwoch ins Unterhaus zurückkehrt, dürfte es zum Showdown mit den EU-freundlichen Rebellen in Mays Konservativer Partei kommen. Dort verfügt May seit der vorgezogenen Parlamentswahl im vergangenen Jahr nur über eine hauchdünne Mehrheit.

+++ 0.10 Uhr: Kanadisches Abgeordnetenhaus verabschiedet Gesetz zur Legalisierung von Cannabis +++

Das kanadische Abgeordnetenhaus hat ein Gesetz zur Legalisierung des Cannabis-Konsums verabschiedet. Das Gesetz passierte die Kongresskammer mit 205 Ja-Stimmen. Es gab 82 Gegenstimmen. Das Gesetz geht nun erneut in den Senat, der es aber nicht mehr blockieren, sondern nur noch verzögern kann. Vermutlich im September wird Kanada dann das erste westliche Industrieland, in dem der Konsum von Haschisch vollständig legal ist.

Die Legalisierung des Cannabis-Konsums war ein Wahlkampfversprechen des liberalen Premierministers Justin Trudeau. 2013 hatte er zugegeben, in seinem Leben fünf bis sechs Mal Haschisch geraucht zu haben - darunter bei einem Abendessen mit Freunden nach seiner Wahl ins Parlament. Trudeau ist seit dem Jahr 2015 Regierungschef. 

Rettung
vit/fs / DPA / AFP