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+++ News des Tages +++: Russland und USA geben sich jeweils Schuld an gescheiterten Syrien-Verhandlungen

+++ USA und Russland machen sich gegenseitig für Verhandlungsscheitern verantwortlich  +++ EU plant, bis zu 80.000 Afghanen abzuschieben +++ Tödliche Messerattacke unter Flüchtlingen+++ Die News des Tages im stern-Ticker.

Syrien Verhandlungen Flüchtlingslager

Zerstörtes Flüchtlingslager in der Provinz von Aleppo

Die News des Tages im Überblick:

+++ 21.09 Uhr: Russland gibt USA Schuld an Scheitern der Syrien-Verhandlungen - und umgekehrt +++

Russland macht die USA für das Scheitern der Verhandlungen über eine Waffenruhe in Syrien verantwortlich. Washington habe das Abkommen vom September nicht erfüllt, sagte die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa im Staatsfernsehen. Nun versuchten die USA, Russland die Verantwortung zuzuschieben. "Washingtons Tatenlosigkeit hat dazu geführt, dass sich die Kämpfer neu formieren konnten, Waffen erhalten haben und ihre Ressourcen mobilisiert haben", so Sacharowa. Zuvor hatte das US-Außenministerium mitgeteilt, den Dialog mit Russland über eine Feuerpause in Syrien abzubrechen. Russland sei seinen Verpflichtungen nicht nachgekommen, sagte ein Sprecher des Weißen Hauses und: "Die Geduld aller mit Russland ist am Ende." Ursprünglich hatten sie sich im September auf eine Waffenruhe geeinigt, die aber nicht hielt. 

+++ 18.47 Uhr: EU plant, bis zu 80.000 Afghanen abzuschieben +++

Die Europäische Union bereitet die mögliche Abschiebung Zehntausender Afghanen vor. In einer kurz vor einer internationalen Geberkonferenz in Brüssel unterzeichneter Vereinbarung sagt die afghanische Regierung den EU-Staaten zu, Afghanen unkompliziert zurückzunehmen, die wegen eines abgelehnten Asylantrags ausgewiesen werden. Nach Informationen der Nachrichtenagentur DPA geht es im Detail unter anderem um die schnelle Ausstellung von Reisedokumenten und die Nutzung afghanischer Flughäfen. Die EU verpflichtet sich im Gegenzug, sämtliche Reisekosten zu tragen und Re-Integrationsprogramme zu finanzieren. Nach einem als vertraulich eingestuften EU-Dokument aus dem Monat März hielten sich zuletzt rund 80.000 Afghanen in der Europäischen Union auf, die in naher Zukunft in ihr Heimatland zurückgeschickt werden könnten.

+++ 16.19 Uhr: Berlusconi mit Herzproblemen im Krankenhaus +++

Italiens früherer Ministerpräsident Silvio Berlusconi ist nach italienischen Medienberichten zur Herzbehandlung in ein Krankenhaus in New York gebracht worden. Er verpasste deshalb einen Gerichtstermin in Mailand, wo er als Zeuge in der Ruby-Affäre aussagen sollte, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtet. Seine Anhörung sei auf den 15. Dezember verschoben worden. Er liege schon seit Freitag im Krankenhaus. Berlusconi, der am vergangenen Donnerstag 80 Jahre wurde, war im Juni in Mailand am Herzen operiert worden. Ihm wurde eine neue Herzklappe eingesetzt. Im "Ruby"-Prozess um Sexpartys mit minderjährigen Prostituierten war Berlusconi 2015 vom Vorwurf der Förderung der Prostitution Minderjähriger freigesprochen worden. Jetzt muss ein Richter entscheiden, ob gegen ihn und 23 weitere Beschuldigte ein Prozess wegen des Vorwurfs der Zeugenbestechung eröffnet wird.

+++ 14.37 Uhr: Russland stoppt Vernichtung von waffenfähigem Plutonium +++

Wegen zunehmender Spannungen mit den USA setzt Russland die vereinbarte Vernichtung von atomwaffenfähigem Plutonium aus. In einem entsprechenden Erlass schrieb Kremlchef Wladimir Putin am Montag als Begründung von "unfreundlichen Handlungen der USA" gegen Russland und einer Bedrohung der strategischen Stabilität.

Moskau und Washington hatten 2000 ein Abkommen unterzeichnet, das beide Seiten verpflichtet, jeweils 34 Tonnen hochradioaktives Plutonium zu entsorgen oder zu entschärfen. Konkret wirft Russland den USA vor, sich nicht an die Abmachung zu halten.

"Russland ist es nicht mehr möglich, dieses Abkommen alleine umzusetzen", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow Agenturen zufolge. Moskau habe Anlagen eingerichtet, in denen das Plutonium etwa zu Brennstoff für zivile Atomkraftwerke umgewandelt werden könne. Doch die USA hätten diesen Schritt nicht gemacht, sagte Peskow.

+++ 13 Uhr: Junger Flüchtling soll einen anderen getötet haben - Motiv unklar +++

Ein 18 Jahre alter afghanischer Flüchtling ist in der Nacht zu Montag in Brandenburg auf offener Straße erstochen worden. Als mutmaßlicher Täter wurde bereits ein 17-jähriger Flüchtling aus Gambia festgenommen. Die Polizei ermittelt gegen ihn wegen Verdachts eines Tötungsdeliktes. Täter und Opfer kannten sich, das Motiv für die Tat ist bislang unklar.

Opfer und Täter lebten beide in einer Einrichtung für minderjährige unbegleitete Flüchtlinge in Ludwigsfelde. Nach ersten Erkenntnissen war der Bluttat ein Streit zwischen den beiden Jugendlichen vorausgegangen, sagte der Sprecher der Polizeidirektion West, Axel Schugardt, auf Anfrage. 

+++ 12.20 Uhr: Zwei junge Männer beim Graffiti-Sprayen von S-Bahn überfahren +++

In Berlin sind zwei mutmaßliche Graffiti-Sprayer von einer S-Bahn erfasst und getötet worden. Die jungen Männer im Alter von 18 und 19 Jahren verunglückten in der Nacht zu Montag offenbar, während sie ein Graffiti an ein Brückengebäude nahe dem S-Bahnhof Wilhelmsruh im Bezirk Pankow sprayen wollten. Sie waren sofort tot. Die Polizei ermittelt derzeit den genauen Hergang.

Der Unfall ereignete sich kurz nach Mitternacht. Der Zugfahrer, der die Bahn der Linie S1 steuerte, bemerkte nach Angaben der Polizei ein Rumpeln, der Zug wurde daraufhin langsamer. Personen auf den Gleisen hatte der Mann nach eigenen Aussagen nicht gesehen. Der Fahrer hielt den Wagen an und setzte einen Notruf ab. Die Polizei entdeckte dann die beiden Opfer unter dem Waggon. 


+++ 10.40 Uhr: Offizielle Feiern zum Tag der Einheit mit Gottesdienst begonnen +++

Mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Dresdner Frauenkirche haben am Montag die offiziellen Feierlichkeiten zum Tag der deutschen Einheit begonnen. An dem Gottesdienst nahmen neben Bundespräsident Joachim Gauck, Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundestagspräsident Norbert Lammert (beide CDU) unter anderem Mitglieder des Bundeskabinetts sowie Ministerpräsidenten der Länder teil. Im Anschluss gibt es den offiziellen Festakt in der Semperoper. 

+++ 10.05 Uhr: Auto prallt gegen Baum - Drei junge Menschen tot +++

Drei junge Menschen sind am frühen Montagmorgen bei einem schweren Autounfall in Velen im Münsterland ums Leben gekommen. Die 20 Jahre alte Fahrerin überlebte als Einzige in dem mit vier Personen besetzten Fahrzeug - sie erlitt schwere Verletzungen, wie die Polizei mitteilte. Nach Angaben eines Sprechers war die Frau auf der feuchten Straße wahrscheinlich mit nicht angepasster Geschwindigkeit unterwegs. In einer Kurve kam der Kleinwagen von der Fahrbahn ab und prallte gegen einen Baum. Zwei Männer im Alter von 22 und 23 Jahren sowie eine 20-Jährige starben noch an der Unfallstelle.

Ein Rettungswagen brachte die Fahrerin ins Krankenhaus. Sie sei nicht lebensgefährlich verletzt und auch ansprechbar gewesen, sagte der Polizeisprecher. Alkohol habe die Frau nach ersten Erkenntnissen nicht getrunken.

ivi / DPA / AFP