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News des Tages: Zahl der übers Mittelmeer Geflüchteten mehr als halbiert

Zwölf Jahre Haft für Bottroper Apotheker wegen gepanschter Krebsmedikamente +++ US-Strafzölle gegen China in Kraft getreten +++ Japan richtet sieben Anhänger von Aum-Sekte wegen Anschlags in Tokio hin +++ Die Nachrichten des Tages im Ticker.

Flüchtlinge in einem Schlauchboot auf dem Mittelmeer

Flüchtlinge in einem Schlauchboot auf dem Mittelmeer

AFP

Die wichtigsten Meldungen im Überblick:

  • Zahl der übers Mittelmeer Geflüchteten mehr als halbiert (19.05 Uhr)
  • Nantes: Polizist gesteht, nicht aus Notwehr geschossen zu haben (16.00 Uhr)
  • Jugendliche Berliner greifen Schüler aus Bayern an (12.17 Uhr)
  • Gepanschte Krebsmedikamente - zwölf Jahre Haft für Bottroper Apotheker (11.31 Uhr)
  • China wirft den USA vor, den "größten Handelskrieg" der Geschichte eröffnet zu haben ( 6.41 Uhr)
  • Japan richtet Chef und sechs Anhänger von Aum-Sekte wegen Anschlags in Tokio hin (6 Uhr)

Die Nachrichten des Tages: 

+++ 19.18 Uhr: Palästinenser bei Zusammenstößen an der Gaza-Grenze getötet +++

Ein Palästinenser ist bei gewaltsamen Auseinandersetzungen mit der israelischen Armee an der Gaza-Grenze getötet worden. Ein Soldat habe dem 22-Jährigen in die Brust geschossen, teilte das palästinensische Gesundheitsministerium in Gaza mit. Weitere 396 Menschen seien verletzt worden, davon 119 schwer. Mehrere Palästinenser hätten versucht, sich im nördlichen Gazastreifen dem Grenzzaun zu nähern, um einen Sprengsatz auf israelische Soldaten zu werfen, teilte indes die Armee mit. Der Sprengsatz sei allerdings noch im Gazastreifen explodiert und habe mehrere Palästinenser verletzt. Soldaten seien nicht verletzt worden.

+++ 19.10 Uhr: Bahrain lässt führenden Kleriker trotz Hausarrest ausreisen +++

Das arabische Königreich Bahrain hat dem gesundheitlich angeschlagenen höchsten schiitischen Geistlichen die Ausreise erlaubt. Scheich Issa Kassim dürfe das Land zur medizinischen Behandlung verlassen, teilte Bahrains Außenminister Khalid bin Ahmed al Khalifa mit. Dem Schiiten und geistigem Führer der größten Oppositionsgruppe in dem Inselstaat war vor zwei Jahren die Staatsbürgerschaft entzogen worden. Er stand seit mehr als einem Jahr unter Hausarrest. Bahrain wird von einem sunnitischen Herrscherhaus regiert, die Staatsbürger sind jedoch mehrheitlich Schiiten.

+++ 19.05 Uhr: Zahl der übers Mittelmeer Geflüchteten mehr als halbiert +++

Die Zahl der über das Mittelmeer nach Europa geflüchteten Menschen ist im ersten Halbjahr 2018 deutlich gesunken. Die Internationale Organisation für Migration (IOM) berichtete, von Januar bis Anfang Juli seien 46.449 Migranten gezählt worden. 2017 seien es zu diesem Zeitpunkt etwas mehr als 101.200 gewesen, 2016 rund 231.000. Gefährlich bleibe diese Route weiter: 2018 seien schon 1412 Menschen bei dem Versuch, Europa auf diesem Weg zu erreichen, ums Leben gekommen. 2017 waren es bis Juli 2340. IOM-Sprecher Flavio Di Giacomo sagte, die Zahl der in Italien gelandeten Migranten betrage nur noch knapp ein Fünftel (19 Prozent) im Vergleich zu der von 2017. Der Trend rückgängiger Zahlen scheine sich zu beschleunigen. So habe die Zahl monatlicher Ankünfte in Italien in diesem Jahr erst einmal die Marke von 4000 überschritten - im Januar. In den vergangenen zwei Jahren habe diese Zahl regelmäßig 10 000 überschritten, in den Sommermonaten sogar 20.000.

+++ 18.58 Uhr: Zwölf Tote bei Busunfall in Ägypten +++

Beim Zusammenstoß eines Busses mit einem Lastwagen in Ägypten sind zwölf Menschen getötet worden. Sieben weitere seien bei dem Unfall in der Provinz Minja, rund 240 Kilometer südlich von Kairo, verletzt worden, berichtete die staatliche Zeitung Al Ahram. Es wird vermutet, dass überhöhte Geschwindigkeit der Grund für den Unfall gewesen sei. In Ägypten kommt es immer wieder zu schweren Verkehrsunfällen. Allein im vergangenen Jahr starben rund 3750 Menschen bei mehr als 11.000 Unfällen. Der Grund sind häufig überhöhte Geschwindigkeit, Rücksichtslosigkeit oder schlechte Straßenverhältnisse. Die ägyptische Regierung arbeitet nach eigenen Angaben an einem neuen Verkehrsgesetz mit höheren Strafen und will die Qualität der Straßen im Land verbessern.

+++ 17.58 Uhr: Niederlande weisen Mitarbeiter der iranischen Botschaft aus +++

Die Niederlande haben zwei Mitarbeiter der iranischen Botschaft in Den Haag ausgewiesen. Das berichtete die niederländische Nachrichtenagentur ANP unter Berufung auf den Geheimdienst. Die beiden Mitarbeiter seien bereits am 7. Juni aus dem Lande verwiesen worden, bestätigte der Geheimdienst demnach. Der Grund für die Ausweisung wurde nicht genannt. Auch das Außenministerium äußerte sich nicht dazu.

+++ 17.29 Uhr: Syrien nimmt Grenzübergang zu Jordanien unter Kontrolle +++

Knapp drei Wochen nach Beginn ihrer Offensive im Süden Syriens haben Regierungstruppen einen wichtigen Grenzübergang nach Jordanien unter ihre Kontrolle gebracht. Mitarbeiter der syrischen Grenzverwaltung hätten begleitet von russischer Militärpolizei am Grenzübergang Nassib Posten bezogen, teilte die oppositionsnahe Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Die Rebellen hätten den vor drei Jahren eroberten Grenzübergang ohne Kampf aufgegeben.

Die amtliche syrische Nachrichtenagentur Sana berichtete, dass an dem Grenzübergang wieder die syrische Flagge gehisst worden sei. Ein Sprecher der Rebellen bestätigte die Angaben: Der Grenzposten komme unter Kontrolle der syrischen Zivilverwaltung, die dabei vom Verbündeten Russland unterstützt werde.

+++ 17.10 Uhr: Erster Hurrikan der Saison: "Beryl" zieht auf Antillen zu +++

Im Atlantik hat sich mit Hurrikan "Beryl" der erste Wirbelsturm der Saison formiert. Das nationale Hurrikan-Zentrum der USA teilte am Freitag in Miami mit, der Wirbelsturm in der östlichen Karibik mit Windstärken von bis zu 120 Stundenkilometern bewege sich auf die Kleinen Antillen zu.

"Beryl" werde sich auf seinem Weg nach Westen aber vermutlich bis Montag abschwächen oder auflösen, bevor der Sturm auf die Inselkette treffe. Die Bewohner dort müssten mit starkem Wind und Regen rechnen.

+++ 17.04 Uhr: Bericht: Standorte für erste zwölf Ankerzentren stehen fest +++

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) treibt laut einem Medienbericht die Planungen für zwölf Pilot-Ankerzentren in fünf Bundesländern voran. In einem im Intranet der Behörde veröffentlichten Dokument würden als Standorte Gießen (Hessen), Heidelberg (Baden-Württemberg), Manching, Bamberg, Augsburg, Donauwörth, Zirndorf, Regensburg, Deggendorf, Schweinfurt (alle Bayern), Dresden (Sachsen) und Lebach (Saarland) genannt, berichtete das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

In der Mitteilung, die sich an Beamte und Angestellte des Bundesamtes richte, suche das Bamf für die Dauer von drei bis sechs Monaten Mitarbeiter, "die in den oben genannten Ankerzentren Asylsuchende und Antragstellende beraten". Dienstantritt sei "voraussichtlich 01.08.2018 bzw. zum nächstmöglichen Zeitpunkt".

+++ 16.49 Uhr: Sieben Tote bei Gefechten an Grenze zwischen Kongo und Uganda +++

Bei Zusammenstößen zwischen kongolesischen und ugandischen Streitkräften auf einem See an der Grenze beider Länder sind mindestens sieben Menschen getötet worden. Bei den Opfern handele es sich um vier ugandische Soldaten und drei ugandische Zivilisten, sagte der Leiter der Verwaltung der Region Beni im Osten des Kongos, Donat Kibwana. Zwei kongolesische Soldaten und ein kongolesischer Zivilist seien schwer verletzt worden. 

+++ 16.05 Uhr: Kambodscha: 33 schwangere Leihmütter angeklagt +++

33 schwangere Leihmütter sind in Kambodscha wegen Menschenhandels angeklagt worden. Das teilte ein Gerichtssprecher in der Hauptstadt Phnom Penh mit. Leihmutterschaft ist in dem südostasiatischen Land seit 2016 verboten. Die Frauen waren nach einer Razzia in einer illegalen Baby-Vermittlungsagentur im Juni
festgenommen worden. Ihnen droht im Falle einer Verurteilung eine Gefängnisstrafe von 15 bis 20 Jahren.

Bei der Razzia in zwei Häusern von Phnom Penh nahm die Polizei im Juni einen Chinesen als mutmaßlichen Kopf der illegal betriebenen Leihmutter-Agentur sowie vier Kambodschaner fest. Ihnen wird ebenfalls Menschenhandel angelastet. Armen Landbewohnerinnen sollen dabei je 10.000 Dollar (etwa 8560 Euro) für das Austragen von Babys angeboten worden sein, die dann an Kunden der Agentur in China vermittelt werden sollten. 

+++ 16.00 Uhr: Nantes: Polizist hat nicht aus Notwehr geschossen +++

Nach dem tödlichen Schuss auf einen 22-Jährigen in Nantes hat der verantwortliche Polizist Falschangaben eingeräumt. Sein Anwalt sagte der Nachrichtenagentur AFP, der Beamte habe anders als bisher dargestellt nicht in Notwehr gehandelt. Nach dem Tod des jungen Mannes kam es in der westfranzösischen Stadt die dritte Nacht in Folge zu Krawallen.

Der Anwalt des Polizisten sagte: "Er hat zugegeben, Angaben gemacht zu haben, die nicht der Wahrheit entsprechen." Gegenüber Generalinspekteuren der nationalen Polizei habe er nun angeführt, bei dem Schuss habe es sich um einen "Unfall" gehandelt. Bisher hieß es, er habe in Notwehr auf den jungen Mann geschossen, nachdem dieser mit seinem Auto einen Kollegen bei einer Verkehrskontrolle angefahren habe. Wegen Zweifeln an der Darstellung des Schützen ist dieser bereits seit Donnerstag in Polizeigewahrsam, die Ermittler werfen ihm "mutwillige Gewalt" mit Todesfolge vor. Er sollte seinem Anwalt zufolge noch am Freitag einem Untersuchungsrichter vorgeführt werden, der über die Eröffnung eines Ermittlungsverfahrens entscheidet.

+++ 15.57 Uhr: Friedensaktivist Ludwig Baumann ist tot +++

Der Friedensaktivist und Wehrmachtsdeserteur Ludwig Baumann ist im Alter von 97 Jahren in Bremen gestorben. Das teilte die Bremer Senatskanzlei mit. Der Träger des Aachener Friedenspreises 1995 und ehemalige Vorsitzende der Bundesvereinigung der Opfer der NS-Militärjustiz war seit den 1980er Jahren in der Friedensbewegung aktiv. "Eines seiner dringlichsten Anliegen war die Rehabilitierung der Wehrmachtsdeserteure, deren Verurteilungen durch die NS-Diktatur erst im Laufe der 2000er Jahre von der Bundesregierung aufgearbeitet wurden", hieß es. Über den Tod am Donnerstag hatte zuvor unter anderem "Spiegel Online" berichtet.

+++ 15.43 Uhr: Trotz US-Drohungen: Restliche Staaten unterstützen Irans Recht aus Öl-Exporte +++

Die verbliebenen Unterzeichnerstaaten des Atomabkommens mit dem Iran unterstützen trotz drohender US-Sanktionen das Recht Teherans zum Export von Öl und Gas. Beim Außenministertreffen in Wien erklärten die fünf Staaten am Freitag, sie blieben ihren wirtschaftlichen Beziehungen zum Iran verpflichtet. Dies schließe die "Fortsetzung von Irans Öl- und Gasexport" ein.

+++ 15.07 Uhr: Thailand: Tschechien schickt Feuerwehrleute zur Höhlenrettung +++

Tschechien hat Hilfe bei der Rettung der in einer Höhle in Thailand eingeschlossenen Jugendlichen angeboten. Die Regierung habe zwei Feuerwehrleute an den Unglücksort entsandt, um die Möglichkeiten auszuloten, teilte eine Sprecherin des Außenministeriums in Prag mit. Sie sollten noch im Laufe des Tages abfliegen. Tschechien kann demnach leistungsfähige Pumpen, die bei Hochwasser zum Einsatz kommen, und erfahrene Tauchspezialisten anbieten. "Unsere Pumpen sind die besten der Welt", schrieb Ministerpräsident Andrej Babis bei Twitter nach einem Gespräch mit einem Hersteller. Seit knapp zwei Wochen sitzen zwölf Jugendliche und ihr Fußball-Trainer in einer Höhle in Thailand fest.

+++ 15.05 Uhr: England: Wegen toter Babys verdächtige Krankenschwester wieder frei +++

Drei Tage nach ihrer Festnahme wegen des Mordes an mindestens acht Babys ist eine britische Krankenschwester vorerst wieder auf freiem Fuß. Die 28-Jährige sei angesichts der noch laufenden Ermittlungen vorläufig freigelassen worden, teilte die Polizei am Freitag mit. Sie war am Dienstag im Zusammenhang mit dem Tod von insgesamt 17 Neugeborenen im Countess of Chester Hospital im Nordwesten Englands sowie gesundheitlichen Beschwerden von 14 weiteren Babys festgenommen worden.

Die Fälle hatten sich zwischen März 2015 und Juli 2016 auf der Neugeborenen-Station der Klinik ereignet. Die Ermittler durchsuchten die Wohnung der Krankenschwester und die ihrer Eltern.

+++ 14.55 Uhr: Laster mit Bauarbeitern stürzt Abgrund hinab - 19 Tote in Nepal +++

Bei einem Unfall mit einem Lastwagen sind in Nepal mindestens 19 Menschen ums Leben gekommen. Der Lkw kam im Norden des Himalaya-Staates von der Straße ab und stürzte rund 50 Meter tief einen Abgrund hinab, wie die Polizei mitteilte. Der Fahrer hatte demnach aus zunächst unbekannten Gründen die Kontrolle über den Wagen verloren. Darin waren 32 Arbeiter zum Bau einer Straße nahe der chinesischen Grenze unterwegs gewesen. Zur Bergung der Verletzten war ein Hubschrauber im Einsatz. Der schlechte Zustand vieler Straßen und leichtsinnige Fahrweise tragen jedes Jahr zu zahlreichen Unfällen in Nepal bei.

+++ 14.44 Uhr: Städtetag: Alle Karstadt- und Kaufhof-Filialen  müssen bleiben +++

Der Deutsche Städtetag dringt darauf, dass bei  einer Fusion von Karstadt und Kaufhof alle Standorte bestehen  bleiben. "Die Städte haben ein hohes Interesse daran, attraktive  Innenstädte und Stadtteilzentren für ihre Bewohner zu erhalten und  möglichst viele Arbeitsplätze zu sichern", sagte der  Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages, Helmut Dedy, dem

Tagesspiegel. Der Städtetag blicke daher "nicht ohne Sorge" auf die geplante  Fusion, sagte Dedy. Sollten nicht alle Häuser weitergeführt werden können, möchten die Städte eingebunden  werden. Bei der Planung der frei werdenden Flächen müssten zusammen  mit den Städten standortspezifische Strategien entwickelt werden, so Dedy.

+++ 14.00 Uhr: Vermisste Spanierin bei Sekte in Peru entdeckt +++

Nach über einem Jahr hat die Polizei eine vermisste Spanierin bei einer Weltuntergangssekte in Peru gefunden. Die 19-Jährige sei mit ihrem wenige Monate alten Baby in dem Dorf San Martín de Pangoa im Zentrum des südamerikanischen Landes entdeckt worden, teilte die Generalstaatsanwaltschaft mit. Der mutmaßliche Vater des Kindes und Sektenführer wurde wegen Menschenhandels festgenommen. Der 35-Jährige nannte sich "Prinz Gurdjeff" und hatte die Spanierin nach ersten Ermittlungsergebnissen kurz nach deren 18. Geburtstag via Facebook davon überzeugt, zu ihm nach Peru zu kommen. Sie lebte dort mit dem Mann, zwei weiteren Frauen und deren Kindern zusammen. Ob die junge Frau gegen ihren Willen festgehalten wurde, war zunächst unklar.

+++ 13.52 Uhr: Frankreich: Verfassungsgericht stärkt Migrantenhelfer +++

Das französische Verfassungsgericht hat die Rechte von Menschen gestärkt, die sich uneigennützig für Migranten ohne Aufenthaltserlaubnis engagieren. Es erklärte einen Teil eines Gesetzes gegen Hilfe für illegal eingereiste Ausländer für verfassungswidrig. Der Entscheidung zufolge darf es nicht geahndet werden, Migranten innerhalb Frankreichs aus humanitären Gründen zu unterstützen. Bedingung dabei ist, dass die Helfer keine Gegenleistung bekommen, damit sind Schleuser ausgeschlossen. Der Verfassungsrat, der oberste Hüter der französischen Verfassung, begründete dies mit dem Prinzip der Brüderlichkeit, das Teil der Staatsdevise "Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit" ist.  

+++ 13.37 Uhr: Pakistan: Zehn Jahre Haft für Ex-Premier Sharif +++

Ein pakistanisches Gericht hat Ex-Premier Nawaz Sharif wegen Korruption zu zehn Jahren Haft verurteilt. Sharifs Tochter Maryam bekam eine Haftstrafe von sieben Jahren, wie eine Quelle am Gericht bestätigte. Nawaz Sharif, der dreimal Ministerpräsident war und noch immer als einer der mächtigsten Politiker des Landes gilt, war im vergangenen Jahr vom Obersten Gerichtshof wegen Korruptionsvorwürfen des Amtes enthoben worden. Im April 2018 verbannte das Gericht Sharif dann auf Lebenszeit auch aus dem Parlament.

Die Entscheidung vom Freitag traf ein sogenanntes Rechenschaftsgericht, das den Korruptionsvorwürfen näher nachgehen sollte, in Abwesenheit des Beschuldigten. Sharif ist in London, wo seine schwer kranke Frau behandelt wird.

+++ 13.15 Uhr: Türkei: Razzien zur Festnahme von vermeintlichen Gülen-Anhängern +++

Die türkische Polizei hat landesweite Razzien zur Festnahme von fast 350 Gesuchten unternommen, denen Verbindungen zur verbotenen Gülen-Bewegung zur Last gelegt werden. 271 Haftbefehle gelten Soldaten, von denen sich 122 im aktiven Dienst befinden, wie die amtliche Nachrichtenagentur Anadolu meldete. Staatschef Recep Tayyip Erdogan beschuldigt die Bewegung des islamischen Predigers Fethullah Gülen, hinter dem gescheiterten Militärputsches vom Juli 2016 zu stecken.

Die Razzien fanden laut Anadolu in 47 Provinzen statt. Allein in der westlichen Provinz Izmir stellten Staatsanwälte im Zusammenhang mit Ermittlungen zu einer "Zelle in den Streitkräften" 75 Haftbefehle aus.

+++ 13.09 Uhr: SPD stellt Seehofer als Innenminister infrage +++

Nach der Einigung der großen Koalition in der Asylpolitik stellt die SPD Horst Seehofer (CSU) als Bundesinnenminister infrage. "Das Theater, das Seehofer und Söder in den vergangenen Wochen aufgeführt haben, ist unwürdig für Deutschland", erklärte SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil. "Seehofer muss sich die Frage gefallen lassen, ob er noch die Kraft und Autorität hat, um jetzt erfolgreich internationale Abkommen zu verhandeln."

Andere SPD-Politiker machten Druck auf den Innenminister, die nun getroffenen Vereinbarungen umzusetzen. Seehofer war im Streit um die Asylpolitik und Zurückweisungen an der Grenze auf Konfrontationskurs zu Kanzlerin Angela Merkel (CDU) gegangen. Im Zuge der Auseiandersetzung bot er der CSU seinen Rücktritt als Parteichef sowie als Bundesinnenminister an. Davon nahm Seehofer nach einer Verständigung mit Merkel jedoch wieder Abstand.

+++ 12.57 Uhr: Frankfurt: Zoll entdeckt Droge MDMA in Karaokemaschine +++

Bei der Kontrolle eines Pakets hat der Zoll am Flughafen in Frankfurt am Main in einer Karaokemaschine erhebliche Mengen der Partydroge MDMA entdeckt. Nach Angaben einer Sprecherin wurden Ende Mai insgesamt 2756 Gramm der Droge beschlagnahmt, als die Sendung routinegemäß einer Röntgenkontrolle unterzogen wurde. Beim Öffnen des bluetouthfähigen Geräts kamen vier Tüten mit der kristallinen Substanz zum Vorschein.

"In diesem Jahr ist dies schon der zweite Fall, in dem eine Karaokemaschine als Schmuggelversteck genutzt wurde", erklärte die Behördensprecherin. Im ersten Fall war eine große Menge Bargeld in einem solchen Gerät versteckt worden.

+++ 12.49 Uhr: Österreich: Kanzler kurz pocht auf Seehofer-Zusage +++

Nach dem Asylkompromiss in Berlin pocht Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) darauf, dass Deutschland nur Flüchtlinge an der Grenze zurückweist, für die Wien auch zuständig ist. Diese Zusage von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) bei seinem Besuch am Donnerstag sei "sehr eindeutig" gewesen, sagte Kurz in Wien. "Es werden keine Flüchtlinge von Deutschland nach Österreich zurückgestellt, für die Österreich nicht zuständig ist."

Er vertraue darauf, dass die Zusage auch nach der Einigung der großen Koalition in Berlin im deutschen Asylstreit vom Donnerstagabend weiter gelte, sagte Kurz bei einer Pressekonferenz zum Beginn der österreichischen EU-Ratspräsidentschaft. Der Kompromiss zeige, dass sich Deutschland in der Flüchtlingsfrage entschlossen habe, "nationale Maßnahmen zu setzen" und dies jetzt auch "zur Regierungslinie geworden ist". 

+++ 12.17 Uhr: Berlin: Gruppe greift Schüler aus Bayern an +++

Eine Schülergruppe aus Bayern ist in Berlin von anderen Jugendlichen beleidigt und angegriffen worden. Mehrere Schüler wurden dabei am Donnerstagabend verletzt, wie die Polizei mitteilte. Die 8 Schüler im Alter zwischen 15 und 17 Jahren waren gegen 22.00 Uhr im Kreuzberger Partykiez unterwegs, als eine größere Gruppe junger Leute unterschiedlicher Nationalitäten sie belästigte. "Unvermittelt hat man sie beschimpft, beleidigt, warf Flaschen und andere Gegenstände und griff dann an", sagte ein Polizeisprecher.

Die jugendlichen Täter im Alter zwischen 15 und 19 Jahren sollen auf die bayerischen Schüler eingeschlagen und eingetreten haben. Einer der Angreifer soll ein Messer gezogen haben. Die Schüler flüchteten. Alarmierte Polizisten nahmen zehn Verdächtige vorübergehend fest. Sechs Schüler wurden leicht verletzt. Ein 17-Jähriger wurde wegen Kopf und Rumpfverletzungen im Krankenhaus behandelt.

+++ 12.14 Uhr: Thailand: Leichen von 18 Touristen geborgen +++

Rettungsteams haben nach zwei Bootsunglücken vor der Küste Thailands die Leichen von 18 chinesischen Touristen geborgen. Ein Toter sei am Donnerstag gefunden worden, die übrigen am Freitag, sagte Prapan Chantaseng, Chef des örtlichen Katastrophenschutzes, der Deutschen Presse-Agentur. 38 Menschen wurden demnach noch vermisst. Die Suche nach den verunglückten Touristen war erst kurz zuvor ausgeweitet worden.

Bei starkem Wind und hohen Wellen waren gestern vor der Küste der thailändischen Ferieninsel Phuket zwei Boote mit insgesamt 146 Menschen an Bord gesunken, davon 132 Touristen aus China. Zuvor hatten die Behörden lediglich von 129 Menschen an Bord berichtet.

+++ 12.07 Uhr: NSU-Prozess: ARD berichtet über Urteilsverkündung gegen Beate Zschäpe +++

Das Erste berichtet über die Urteilsverkündung im NSU-Prozess. Am Mittwoch, 11. Juli, will das Oberlandesgericht München das Urteil gegen die mutmaßliche Rechtsterroristin Beate Zschäpe und vier Mitangeklagte sprechen. Informationen zur Entscheidung der Richter gibt es live ab 9.55 Uhr, wie das Erste mitteilte. Nach mehr als fünf Jahren geht damit einer der aufwendigsten Prozesse der deutschen Rechtsgeschichte zu Ende.

+++ 11.56 Uhr: Mecklenburg-Vorpommern: Ballonfahrer entdeckt Hanfplantage +++

Die Polizei hat auf einem Naturgelände in Rostock eine Hanfplantage entdeckt. Der anonyme Hinweisgeber will die rund 120 eingetopften Cannabispflanzen am Donnerstag von einem Heißluftballon aus entdeckt haben, wie das Polizeipräsidium Rostock mitteilte.

Die Überprüfung in dem unwegsamen Gelände in der Nähe des Warnowufers vor Ort ergab, dass sich die Pflanzen in unterschiedlichen Wachstumsphasen befanden und die Plantage augenscheinlich seit längerem betrieben wurde.Nach den Besitzern der Pflanzen wird nun gesucht.

+++ 11.32 Uhr: Pilotengewerkschaft warnt vor Hackerangriffen auf Flugzeuge +++

Die Pilotenvereinigung Cockpit (VC) warnt vor der Gefahr von Hackerattacken auf Flugzeuge. VC-Präsident Martin Locher sagte dem Nachrichtenmagazin "Focus", es gebe Sicherheitslücken in den Flugzeugen, die es Hackern ermöglichen, auf die Flugsysteme einzuwirken. "Möglicherweise reicht dazu schon eine geringe technische Ausstattung." Flugzeughersteller und Zulieferer der Flugtechnik hätten noch nicht ausreichend reagiert. "Das muss sich unbedingt schnell ändern", forderte Locher.

+++ 11.31 Uhr: Gepanschte Krebsmedikamente: Zwölf Jahre Haft für Bottroper Apotheker +++

Im Medizinskandal um massenhaft gepanschte Krebsmedikamente hat das Landgericht Essen einen Apotheker zu zwölf Jahren Haft verurteilt. Die Richter stellten in ihrem Urteil fest, dass in der Apotheke des 48-Jährigen aus Bottrop Infusionslösungen getreckt, bei den Krankenkassen aber voll abgerechnet wurden. Im Urteil ist von mehr als 14.000 Medikamenten die Rede, die in ihrer Qualität "nicht unerheblich" gemindert waren. Die Richter verhängten außerdem ein lebenslanges Berufsverbot. Der Angeklagte selbst hatte sich im Prozess nicht zu den Vorwürfen geäußert. Seine Verteidiger hatten einen Freispruch beantragt.

+++ 10.33 Uhr: Kleinkind stürzt in Solingen aus Fenster im vierten Stock +++

Ein anderthalb Jahre alter Junge ist in Solingen aus einem Fenster im vierten Stock gestürzt und schwer verletzt worden. Die Mutter war zuvor mit ihrem Kind auf dem Sofa eingeschlafen, wie die Polizei in Wuppertal mitteilte. Der Kleine sei dann aufgewacht, habe offenbar unbemerkt ein angelehntes Fenster geöffnet und sei hinausgefallen.

Eine Nachbarin des Mehrfamilienhauses bemerkte am Donnerstag das Unglück, fand das schwer verletzte Kind und alarmierte den Rettungsdienst. Der Junge wurde ins Krankenhaus gebracht. Die Mutter erlitt einen Schock und kam ebenfalls in eine Klinik.

+++ 10.25 Uhr: China führt sofort Strafzölle auf Importe aus den USA ein +++

Als Reaktion auf die amerikanischen Strafzölle auf chinesische Importe hat China seinerseits Sonderabgaben auf Einfuhren aus den USA verhängt. Nach den Zollerhöhungen der USA seien die chinesischen Strafzölle "sofort in Kraft getreten", sagte der Sprecher des Außenministeriums vor der Presse.

+++ 10.16 Uhr: Ehefrau attackiert und getötet - Sechseinhalb Jahre Haft +++

Mit einem Stövchen geschlagen, mit einem Schal gewürgt und einem Messer zugestochen: Im Fall der Tötung einer jungen Mutter hat das Landgericht Hamburg den Ehemann zu sechseinhalb Jahren Haft verurteilt. "Am 14. Dezember 2017, einen Tag vor dem ersten Geburtstag seiner kleinen Tochter, tötete der Angeklagte seine Ehefrau", stellte der Vorsitzende der Strafkammer fest. Der 43-Jährige habe gewusst was er tat, aber im Affekt gehandelt. 

Der aus dem Iran stammende Flüchtlingshelfer und christliche Prediger habe der 32-jährigen Iranerin ein Stövchen auf den Kopf geschlagen, ihr mit einem Küchenmesser 25 Stich- und Schnittwunden zugefügt und sie schließlich mit einem Schal gewürgt. Nach der Tat habe er die kleine Tochter zu einer Nachbarin gebracht und dann versucht, sich das Leben zu nehmen.

+++ 8.47 Uhr: Zahl rechtsextremer Gewalttaten deutlich zurückgegangen +++

Die Zahl rechtsextremer Gewalttaten ist einem Medienbericht zufolge im vergangenen Jahr deutlich gesunken. Die registrierten Delikte zu Körperverletzungen seien im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 30 Prozent zurückgegangen, die Zahl der mutmaßlich von Rechtsextremisten begangenen Brandstiftungen um mehr als 60 Prozent, berichteten die Zeitungen der "Funke Mediengruppe" unter Berufung auf das Bundesamt für Verfassungsschutz. Die Gewalttaten gegen Flüchtlingsunterkünfte sanken demnach um mehr als 70 Prozent. Als einen möglichen Grund für den Rückgang der Gewalttaten durch die rechtsextremistische Szene sieht der Verfassungsschutz dem Bericht zufolge "auch die konsequente Verurteilungspraxis vieler Gerichte bei entsprechenden Gewalttaten mit teils hohen Haftstrafen für die Täter". 

+++ 7.50 Uhr: Sauerstoff soll in thailändische Höhle geleitet werden +++ 

Retter in Thailand wollen Sauerstoff in die Höhle leiten, in der die Jugendfußballer und ihr Trainer eingeschlossen sind. "Unsere Hauptaufgabe heute ist es, ein Rohr in die Kammer zu legen, damit die Gruppe mehr Luft zum Atmen bekommt", sagte ein an der Rettungsaktion mitwirkender Armeegeneral Chalongchai Chaiyakam. Der Sauerstoffgehalt in der Kammer liege aktuell bei rund 15 Prozent. Normalerweise beträgt der Sauerstoffgehalt in der Luft rund 20 Prozent. 

Wie lange die Eingeschlossenen noch ohne zusätzlichen Sauerstoff in der Höhle ausharren können, ließ der Armeegeneral offen. Auch sagte er nicht, wie lange die Einrichtung der Leitung dauern soll. Die Sauerstoffleitung müsse 4,7 Kilometer lang sein, um vom Höhleneingang bis zur Kammer zu reichen. 

+++ 7.15 Uhr: Deutsche Reedereien sollen Russland-Sanktionen unterlaufen haben +++

Zwei deutsche Reedereien stehen einem Medienbericht zufolge unter dem Verdacht, die EU-Sanktionen gegen Russland und die annektierte Krim unterlaufen zu haben. Wie der Deutschlandfunk unter Berufung auf eigene Recherchen meldete, brachten Schiffe der Hansa Heavy Lift aus Hamburg und der Heinz Corleis KG aus Stade insgesamt 35.000 Tonnen Titanerz aus Norwegen in den südrussischen Hafen Kavkaz.

Offiziell seien die Ladungen als für Russland bestimmt deklariert gewesen. Tatsächlich seien sie aber auf die völkerrechtlich zur Ukraine gehörende Halbinsel Krim gebracht worden, wo sich ein Titanwerk befindet. Titanerz steht an zweiter Stelle der verbotenen Produkte für die Krim. Das Mineral wird für Farbanstriche in der Rüstungsindustrie verwendet.

+++ 6.41 Uhr: Nach Strafzöllen der USA: China startet "notwendigen Gegenangriff"

Nach Inkrafttreten der neuen US-Strafzölle auf chinesische Importe hat Chinas Regierung "den notwendigen Gegenangriff" verkündet. Die USA hätten "den größten Handelskrieg in der Wirtschaftsgeschichte" eingeleitet, sagte der Sprecher des Handelsministeriums in Peking.

+++ 6.15 Uhr: US-Strafzölle gegen China in Kraft getreten +++

Die US-Strafzölle gegen China sind am Freitag in Kraft getreten. Die US-Strafzölle von 25 Prozent auf chinesische Produkte im Wert von 34 Milliarden Dollar (29 Milliarden Euro) gelten seit Mitternacht (Ortszeit in den USA). China hatte bereits angekündigt, darauf mit Gegenzöllen in gleicher Höhe reagieren zu wollen.

+++ 6 Uhr: Japan richtet Chef und sechs Anhänger von Aum-Sekte wegen Anschlags in Tokio hin +++

Mehr als zwei Jahrzehnte nach dem tödlichen Giftgasanschlag auf die U-Bahn in Tokio sind der Chef und sechs weitere Mitglieder der Aum-Sekte hingerichtet worden. "Sieben Aum-Mitglieder wurden hingerichtet, darunter Shoko Asahara", sagte ein Vertreter des japanischen Justizministeriuns mit Blick auf den Sektenanführer. Es sind die ersten Hinrichtungen im Zusammenhang mit der Nervengasattacke, die die Welt schockiert hatte.

Alle sieben Verurteilten wurden gehängt. Es waren die größten zeitgleich stattfindenden Hinrichtungen in Japan seit mehr als hundert Jahren: 1911 waren elf Menschen wegen eines geplanten Attentats auf den Kaiser gehängt worden.

Weitere sechs Sektenmitglieder sitzen wegen des Giftgasanschlags noch im Todestrakt. Insgesamt war mehr als 190 Aum-Mitgliedern der Prozess gemacht worden. 

Bei dem Anschlag am 20. März 1995 hatten die Attentäter der Aum-Sekte mitten im Berufsverkehr das Nervengas Sarin in der Tokioter U-Bahn freigesetzt. 13 Menschen wurden getötet und mehr als 6000 weitere verletzt.

+++ 3.49 Uhr: 24 Tote bei Explosionen in Feuerwerksfabrik in Mexiko +++

Mindestens 24 Menschen sind bei einer Reihe von Explosionen in einer Feuerwerksfabrik in Mexiko ums Leben gekommen. Weitere 49 wurden bei dem Unglück in der Gemeinde Tultepec verletzt, wie die Regierung des Bundesstaats México mitteilte. Bei den insgesamt vier Explosionen seien ein Kind, zwei Polizisten, vier Feuerwehrleute und ein Mitarbeiter des Zivilschutzes ums Leben gekommen. 17 Menschen starben noch vor Ort, sieben weitere nach medizinischer Behandlung. Laut Angaben der Einsatzkräfte ereignete sich die erste Explosion am Morgen. Als die Helfer am Unglücksort im Stadtteil La Saucera eintrafen, kam es zu drei weiteren Detonationen. Im Fernsehen war zu sehen, wie eine hohe Rauchsäule aufstieg. Das Gebiet um den Unglücksort glich einem Schlachtfeld, Schutt und Trümmerteile waren auf Bildern zu sehen. Zur Unfallursache machten die Behörden zunächst keine Angaben. Das Militär sperrte das Gebiet.

ivi / AFP / DPA