VG-Wort Pixel

News von heute Raser nach Tod eines Jugendlichen wegen Mordes verurteilt

Unfallwagen und Polizeifahrzeug auf der Fürstenrieder Straße in München
Mit seinem BMW raste der Mann in München einen Jugendlichen tot
© Sven Hoppe / DPA
Die News von heute im stern-Ticker.

Inhaltsverzeichnis

Die Nachrichten zur Coronavirus-Pandemie lesen Sie hier.

Die News von heute im stern-Ticker: 

21.03 Uhr: Israel:Netanjahus Likud bei Wahl wohl stärkste Kraft

Die rechtskonservative Likud-Partei des Regierungschefs Benjamin Netanjahu ist bei Israels vierter Parlamentswahl binnen zwei Jahren laut Prognosen stärkste Kraft geworden. Die Likud-Partei kam demnach auf 31 Mandate, etwas weniger als bei der Wahl vor einem Jahr. Auf Platz zwei kam die Zukunftspartei des Oppositionsführers Jair Lapid.

20.34 Uhr: US-Häftling greift Gefängnismitarbeiter an – zwei Tote

Zwei Mitarbeiter in einem Gefängnis im US-Bundesstaat Iowa sind von einem Häftling attackiert worden und an ihren Verletzungen gestorben. Der Insasse sei am Dienstagmorgen (Ortszeit) auf der Krankenstation der Haftanstalt in der Stadt Anamosa auf mehrere Bedienstete und andere Häftlinge losgegangen, erklärte die Strafvollzugsbehörde in Iowa. Eine Krankenschwester und ein Justizvollzugsbeamter seien ums Leben gekommen. Der Vorfall werde untersucht, erklärte die Behörde. Nähere Informationen zu dem Angreifer gab es zunächst nicht.

18.54 Uhr: Israelische Armee: Beschuss aus Gazastreifen auf Israel am Wahlabend

Aus dem Gazastreifen ist nach Angaben der Armee am Tag der Parlamentswahl eine Rakete auf Israel abgefeuert worden. Nach ersten Angaben des Militärs gab es keine Opfer oder Sachschäden. Alarm sei lediglich in unbewohntem Gelände ausgelöst worden.

Medienberichten zufolge ging das Geschoss in der Region um Beerscheva nieder. In der Stadt habe sich zu der Zeit Ministerpräsident Benjamin Netanjahu aufgehalten. Aus dem Gazastreifen bekannte sich zunächst niemand zu dem Beschuss. In dem Gebiet herrscht die islamistische Hamas. Sie wird von Israel als Terrororganisation eingestuft.

Die Israelis stimmten am Dienstag zum vierten Mal innerhalb von zwei Jahren über die Zusammensetzung des Parlaments in Jerusalem ab. 

18.44 Uhr: Prinz Ernst August in Österreich zu zehn Monaten auf Bewährung verurteilt

Prinz Ernst August von Hannover ist in Österreich zu einer zehnmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt worden. Dem 67-jährigen Ehemann von Prinzessin Caroline von Monaco wurden laut der österreichischen Nachrichtenagentur APA von dem Gericht in Wels aber mehrere Auflagen erteilt. Dem Gericht zufolge hat er im vergangenen Sommer unter Alkohol- und Medikamenteneinfluss einen Polizisten verletzt und mehrere andere Polizisten sowie Angestellte bedroht haben.

Zu den Auflagen gehört laut APA, dass sich der Welfenprinz einen anderen Wohnsitz in Österreich suchen muss, er darf sich gewissen Gebäuden der Cumberland Stiftung auf dem Anwesen Auerbach in Grünau nicht mehr nähern, keinen Kontakt zum Verwalterpaar dieser Gebäude aufnehmen und keinen Alkohol trinken. Zudem müsse er sich einer Psychotherapie unterziehen. Der 67-Jährige hatte sich am Dienstag vor Gericht für unschuldig erklärt. Ihm hatte eine mehrjährige Haftstrafe gedroht.

Der für seine Ausraster berüchtigte Urenkel des letzten deutschen Kaisers Wilhelm II. war im September in seinem Jagdhaus in Grünau im oberösterreichischen Almtal festgenommen worden. Damals hieß es, er habe Angestellte bedroht und mit einem Verkehrsschild ein Fenster eingeschlagen. In dem Prozess ging es aber auch um zwei Vorfälle im Juli.

18.01 Uhr: Prozess um George Floyds Tod: Auswahl der Geschworenen abgeschlossen 

Im Prozess um die Tötung des Afroamerikaners George Floyd im US-Bundesstaat Minnesota ist die Auswahl der Geschworenen abgeschlossen worden. Verteidiger, Staatsanwälte und das Gericht in Minneapolis hatten bis Dienstag zweieinhalb Wochen lang dutzende Kandidaten befragt, um 15 möglichst faire und unvoreingenommene Jury-Mitglieder zu finden. Die Geschworenen werden ab Montag im Hauptverfahren über Schuld und Unschuld des weißen Ex-Polizisten Derek Chauvin befinden. Ihm wird unter anderem Mord zweiten Grades vorgeworfen, worauf bis zu 40 Jahre Haft stehen.

Der 46-jährige Floyd war am 25. Mai 2020 in Minneapolis bei einer brutalen Festnahme ums Leben gekommen. Videos haben unter anderem dokumentiert, wie Polizeibeamte Floyd zu Boden drückten. Chauvin presste dabei sein Knie gut acht Minuten lang in Floyds Hals, während dieser flehte, ihn atmen zu lassen. Floyd verlor der Autopsie zufolge das Bewusstsein und starb. Chauvin hat auf nicht schuldig plädiert.

16.47 Uhr: Weltweiter Musik-Streamingmarkt 2020 gewachsen Umsatz mit CDs geht weiter zurück

Der weltweite Markt für gestreamte Musik ist im Corona-Jahr 2020 gewachsen: Wie der internationale Musikindustrie-Verband IFPI mitteilte, beliefen sich die Einnahmen im vergangenen Jahr auf 21,6 Milliarden Dollar (18,2 Milliarden Euro), das war ein Plus von 7,4 Prozent. Plattformen wie Spotify, Apple Music und Deezer machen demnach mittlerweile gut 62 Prozent des globalen Musikmarktes aus und haben rund 443 Millionen zahlende Nutzer.

Der Streaming-Markt wuchs nach Angaben des Verbands das sechste Jahr in Folge. Auch für den Vinyl-Sektor war 2020 ein erfolgreiches Jahr: der Umsatz in diesem Bereich wuchs um 23,5 Prozent - die Einnahmen durch CDs schrumpften hingegen erneut, diesmal um 11,9 Prozent.

16.02 Uhr: Chinas Botschafter wegen Sanktionen zu Gespräch ins Auswärtige Amt geladen

Wegen der Verhängung chinesischer Sanktionen gegen Europäer ist der chinesische Botschafter in Berlin zu einem "dringenden Gespräch" ins Auswärtige Amt geladen worden. Staatssekretär Miguel Berger habe Botschafter Wu Ken die Auffassung der Bundesregierung verdeutlicht, dass die chinesischen Sanktionen "eine unangemessene Eskalation darstellen, die die Beziehungen zwischen der EU und China unnötig belasten", hieß es aus dem Auswärtigen Amt. "Daher sollte dieser inhaltlich nicht nachvollziehbare Schritt umgehend rückgängig gemacht werden."

Peking hatte mit den Strafmaßnahmen auf EU-Sanktionen reagiert, die wegen der Unterdrückung der muslimischen Minderheit der Uiguren gegen China verhängt worden waren. 

15.31 Uhr: Banksy-Gemälde für die "Helden" der Pandemie für 19,45 Millionen Euro versteigert

Ein Banksy-Gemälde zu Ehren der Mitarbeiter des britischen Gesundheitsdienstes (NHS) ist in London für einen Rekordpreis versteigert worden. Bei der Auktion bei Christie's wechselte das Schwarz-Weiß-Bild mit dem Titel "Game Changer" nach heftigem Bieterstreit für 16,75 Millionen Pfund (19,45 Millionen Euro) den Besitzer. Der Schätzwert hatte bei 2,5 bis 3,5 Millionen Pfund gelegen. Der Erlös soll dem NHS zugute kommen.

Das einen Quadratmeter große Bild hing seit vergangenem Mai in einem Krankenhaus im südenglischen Southampton. Es zeigt einen Jungen, der eine kleine Krankenschwester-Puppe mit Maske und Superhelden-Cape durch die Luft schweben lässt - während Puppen von Superman und Batman in einem Papierkorb gelandet sind.

In einer Notiz an die Krankenhaus-Mitarbeiter schrieb der britische Streetart-Künstler damals: "Danke für all das, was ihr tut".

Leicht gebeugt betrachtet eine junge Frau in senfgelbem Wollpulli eine am Boden liegende, geknickte rote Telefonzelle von Banksy

15.22 Uhr: Rund 60 Vermisste nach Schiffsunglück von Flüchtlingsboot vor Libyens Küste

Bei einem Schiffsunglück vor der Küste Libyens sind einer Hilfsorganisation zufolge möglicherweise rund 60 Menschen ums Leben gekommen. Nach Angaben der Organisation Alarm Phone, die Anrufe von Flüchtlingen in Seenot entgegennimmt, werden rund 60 Menschen vermisst. Der Motor ihres Bootes habe in der Nacht zum vergangenen Donnerstag Feuer gefangen. 

Nach Angaben von Alarm Phone handelte es sich um ein Holzboot mit über hundert Menschen an Bord. Die Organisation habe die zuständigen Behörden sowie die Besatzung des Rettungsschiffs "Ocean Viking" über den Notruf informiert. Das Rettungsschiff habe daraufhin eine Suchaktion gestartet, das in Seenot geratene Boot jedoch nicht finden können.

14.21 Uhr: Nach Tod eines 14-Jährigen: Raser wegen Mordes verurteilt

Im Prozess um einen tödlichen Raserunfall in München ist der Angeklagte wegen Mordes und vierfachen Mordversuchs zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das entschied das Landgericht München I.

Der Deutsche aus dem Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen war am 15. November 2019 kurz vor Mitternacht auf der Flucht vor einer Polizeikontrolle auf der Gegenfahrbahn durch die Stadt gerast. Er soll geflohen sein, weil er unter Drogeneinfluss stand, damit gegen Bewährungsauflagen verstieß und Angst hatte, ins Gefängnis zu kommen.

Nach Angaben der Ermittler ignorierte er mehrere rote Ampeln und erfasste – nach Angaben der Staatsanwaltschaft mit mehr als 120 Kilometern in der Stunde – zwei 14 und 16 Jahre alte Jugendliche, die gerade die Straße überquerten. Der 14-Jährige starb, die 16-Jährige wurde schwer verletzt.

14.06 Uhr: UN-Bericht: Akuter Hunger wächst in mehr als 20 Ländern Rom

Die Vereinten Nationen warnen vor dem Anstieg des akuten Hungers in mehr als 20 Ländern weltweit. Extreme Wetterlagen, Heuschreckenplagen, politische Konflikte und die Corona-Pandemie könnten die Ernährungssituation von vielen Millionen Menschen in den kommenden Monaten drastisch verschlechtern, wie die UN-Landwirtschaftsorganisation FAO und das Welternährungsprogramm WFP in Rom in einem Bericht feststellten. "Wir sehen, wie sich eine Katastrophe vor unseren Augen entwickelt", erläuterte der WFP-Direktor David Beasley aus den USA. Besonders kritisch sei die Lage der notleidenden Menschen in dem Bürgerkriegsland Jemen, im Süd-Sudan und im Norden Nigerias, hieß es.

Obwohl der Großteil der betroffenen Krisenländer in Afrika liegt, dürfte der akute Hunger nach der UN-Prognose auch in vielen anderen Regionen der Welt stark wachsen. Genannt werden etwa Afghanistan, Syrien, Libanon sowie der Karibikstaat Haiti. Über 34 Millionen Menschen haben nach UN-Angaben schon jetzt mit so starker Unterernährung zu kämpfen, dass der Hungertod nicht mehr weit ist.

13.15 Uhr: Niedrigere Beteiligung bei Parlamentswahl in Israel

Nach einem starken Start hat sich bei Israels Parlamentswahl am Mittag eine niedrigere Wahlbeteiligung abgezeichnet. Um 11 Uhr (MEZ), fünf Stunden nach Öffnung der Wahllokale, lag sie bei 25,4 Prozent, wie das Zentrale Wahlkomitee mitteilte. 1.669.085 Menschen hätten bereits ihre Stimme abgegeben. Dies ist weniger als bei der Wahl vor einem Jahr, als die Beteiligung zu dem Zeitpunkt bei 27,6 Prozent gelegen hatte. Insgesamt hatte sie im März 2020 71,5 Prozent betragen, höher als bei zwei Wahlen im Vorjahr.

12.56 Uhr: Grimme-Nominierung zu Dokumentarfilm "Lovemobil" zurückgezogen

Als Reaktion auf bekanntgewordene Unstimmigkeiten bei dem Dokumentarfilm "Lovemobil" ist dessen Nominierung für den Grimme-Preis zurückgezogen worden. Grimme-Direktorin Frauke Gerlach teilte der Deutschen Presse-Agentur mit: "Nach Kenntnisnahme der massiven Vorwürfe rund um den Film "Lovemobil" hat die Nominierungskommission entschieden, der Produktion auf Grund schwerwiegender Verstöße die Nominierung zu entziehen." Man unterstütze diese Entscheidung der Kommission nachdrücklich.

Am Montag hatte der Norddeutsche Rundfunk (NDR) den Fall bekanntgemacht. Der öffentlich-rechtliche Sender hatte den Film mitproduziert und sich nun wegen Unstimmigkeiten distanziert. Vorerst wurde er aus der ARD Mediathek genommen und für Wiederholungen gesperrt. Teile des Films sollen nach NDR-Angaben frei inszeniert worden sein. 

12.44 Uhr: 16 Tonnen Pillen: Rekord-Drogenfund in Malaysias größtem Hafen

Rekord-Drogenfund in Malaysia: In Port Klang, dem größten Seehafen des Landes, entdeckten die Behörden fast 95 Millionen Captagon-Tabletten mit einem Gewicht von 16 Tonnen. Die Pillen hätten einen Wert von etwa 5,2 Milliarden Malaysischen Ringgit (rund eine Milliarde Euro), teilte die örtliche Zollbehörde mit. Damit handele es sich um die größte je in dem Land beschlagnahmte Menge Drogen. Die Pillen wurden in Schiffscontainern entdeckt und seien aus dem Nahen Osten geliefert worden, sagte der Chef der Zollbehörde, Abdul Latif Abdul Kadir. Bislang sei niemand in Zusammenhang mit der Konfiszierung festgenommen worden. Drogenhändler riskieren in Malaysia die Todesstrafe.

12.17 Uhr: Offenbar wieder Tote im ostukrainischen Konfliktgebiet 

Trotz geltender Waffenruhe sind im Konfliktgebiet in der Ostukraine offenbar wieder mehrere Menschen getötet worden. Beim ehemaligen Donezker Flughafen seien zwei Kämpfer der von Russland unterstützten Separatisten durch Mörserbeschuss ums Leben gekommen, meldeten örtliche Medien. Zuvor sei ein 71-jähriger Zivilist bei der Siedlung Olexandriwka südwestlich der Separatistenhochburg Donezk von einem Scharfschützen erschossen worden. Unabhängige Bestätigungen lagen zunächst nicht vor.

Die Regierungsseite verzeichnete nach eigenen Angaben keine Todesfälle. Dennoch seien Armeeeinheiten unter Beschuss geraten und hätten das Feuer erwidert, hieß es. Seit Jahresbeginn sind mindestens 17 Soldaten getötet und über 40 verletzt worden. Die Separatisten sprachen von mindestens 17 getöteten Kämpfern.

12.04 Uhr: 84-Jähriger kommt nach mehr als 58 Jahren Haft frei

Nach mehr als 58 Jahren Haft kommt ein 84 Jahre alter verurteilter Doppelmörder frei. Das Oberlandesgericht Karlsruhe ordnete die Entlassung des Mannes aus der Strafhaft an. Der Mann war am 30. Mai 1963 vom Landgericht Berlin wegen zweifachen Mordes verurteilt worden. Er hatte in Berlin ein Paar in einem Auto überfallen und erschossen.

Bisher hatten zuständige Gerichte seine Anträge auf Aussetzung des Restes der lebenslangen Freiheitsstrafe zur Bewährung stets abgelehnt. Zuletzt wies das Landgericht Karlsruhe sein Ansinnen ab. Dagegen hatte die Anwältin des Mannes Beschwerde eingelegt - mit Erfolg.

11.37 Uhr: Australier retten sich mit Jetskis und Schlauchbooten aus Überschwemmungsgebieten

Mit Militärhubschraubern, Jetskis und Schlauchbooten sind hunderte Menschen aus den Überschwemmungsgebieten im Südosten Australiens gerettet worden. Inzwischen wurden 850 Menschen in Sicherheit gebracht, wie die Behörden mitteilten. Einige Gebiete im Bundesstaat New South Wales waren nur noch aus der Luft oder per Boot zu erreichen. In Windsor nordwestlich von Sydney verließen die Menschen mit Jetskis, Surfbrettern und Paddelbooten ihre überfluteten Häuser.

In New South Wales, dem bevölkerungsreichsten Bundesstaat Australiens, hat es tagelang sintflutartig geregnet. In einigen Küstenorten fiel in einer Woche ein Meter Regen -  das sind zwei Drittel der Niederschlagsmenge eines ganzen Jahres. Die Premierministerin von New South Wales, Gladys Berejiklian, sprach von einer Katastrophe, wie sie nur "einmal in hundert Jahren" eintrete.

11.23 Uhr: Tod von Strenz: Staatsanwaltschaft rechnet "in Wochen" mit Ergebnis

Nach dem Tod der mecklenburgischen CDU-Bundestagsabgeordneten Karin Strenz hat die Schweriner Staatsanwaltschaft ein Rechtshilfeersuchen an Irland auf den Weg gebracht. "Wir müssen aber den formellen Weg einhalten", sagte ein Sprecher der Behörde. Dieser laufe über das Schweriner Justizministerium und das Bundesamt für Justiz in Berlin zum irischen Justizministerium. Deshalb sei mit einem Ergebnis erst in einigen Wochen zu rechnen. Ein Problem dabei sei, dass Irland nicht allen europäischen Vereinbarungen beigetreten sei. Somit könne man nicht – wie in vielen anderen EU-Ländern – eine europäische Ermittlungsanordnung stellen, die unverzüglich ausgeführt werden würde.

11.08 Uhr: Explosion in schwedischer Kleinstadt

Bei einer kräftigen Explosion in einem Mehrfamilienhaus in Südschweden sind Dutzende Wohnungen beschädigt worden. Wie die zuständige Polizei mitteilte, entstanden durch die Detonation in der Nacht schwere Schäden am Eingangsbereich des Gebäudes, schätzungsweise 60 Fensterscheiben von rund 40 Wohnungen gingen zu Bruch. Der Großteil des Gebäudes in der Kleinstadt Höganäs musste demnach evakuiert werden. Berichte über Verletzte gab es bislang nicht.

Was die Explosion auslöste, blieb zunächst unklar. Die Polizei stufte den Vorfall aber als gemeingefährliche Zerstörung und somit als eine vorsätzliche Tat ein. Neben Kriminaltechnikern wurde auch das nationale Bombeneinsatzkommando eingeschaltet. Viele solcher Explosionen hatten in den vergangenen beiden Jahren in Schweden mit Rivalitäten im Banden-Milieu zu tun. Höganäs liegt rund 70 Kilometer nördlich von Malmö. 

11.06 Uhr: Antisemitische Straftaten in Brandenburg nehmen seit 2017 kontinuierlich zu

Die Anzahl antisemitisch motivierter Straftaten hat sich in Brandenburg seit dem Jahr 2017 mehr als verdoppelt. Im Jahr 2020 registrierte das Brandenburger Innenministerium 147 antisemitische Straftaten, sagte der Brandenburger Innenminister Michael Stübgen (CDU) bei der Vorstellung der Statistik zur politisch motivierten Kriminalität in Brandenburg im vergangenen Jahr. 97 Prozent der antisemitischen Straftaten waren demnach dem rechten Spektrum zuzuordnen. Insgesamt nahm die Anzahl politisch motivierter Straftaten im Jahr 2020 in Brandenburg ab.

10.57 Uhr: EuGH-Urteil stärkt Fluggastrechte im Streikfall

Wenn ein Flug wegen eines angekündigten Streiks der Airline-Mitarbeiter gestrichen wird oder deutlich verspätet ist, kann der Kunde ein Recht auf Entschädigung haben. Die Fluggesellschaft könne nicht argumentieren, dass ein solcher Streik ein "außergewöhnlicher Umstand" sei, insbesondere wenn dieser sich an geltendes Recht halte, teilte der Europäische Gerichtshof (EuGH) nach einem Urteil mit. Wenn sich der Arbeitskampf darauf beschränke, etwa Gehaltserhöhungen oder bessere Arbeitszeiten durchzusetzen, sei dieser "Teil der normalen Ausübung der Tätigkeit dieses Unternehmens".

10.52 Uhr: 2,9 Millionen Dollar für digitale Kopie von erstem Tweet

Eine digitale Kopie des allerersten Tweets ist für gut 2,9 Millionen Dollar versteigert worden. Dabei erwarb der Höchstbietende, ein Software-Unternehmer aus Malaysia, lediglich eine Art elektronisches Echtheitszertifikat. Der Twitter-Mitgründer und heutige Firmenchef Jack Dorsey, der die Tweet-Kopie versteigerte, spendete die exakt 2.915.835,47 Dollar (rund 2,45 Millionen Euro) am Montag an eine Organisation, die arme Menschen in Afrika unterstützt.

Dorsey schrieb am 21. März 2006 "just setting up my twttr" (etwa: "ich richte gerade mein twttr ein", wie die Plattform ursprünglich heißen sollte). Es ist die älteste Nachricht, die auf Twitter verfügbar ist.

10.43 Uhr: Woelki: "Systembedingte Vertuschung" im Erzbistum Köln

Kardinal Rainer Maria Woelki hat "systembedingte Vertuschung" im Erzbistum Köln eingeräumt. Das in der vergangenen Woche veröffentlichte Gutachten zum Umgang mit Missbrauchsvorwürfen gegen Priester habe dies nachgewiesen, sagte Woelki. "Das hätte so nie passieren dürfen", sagte der Chef des größten deutschen Bistums. Deshalb müsse nun "rigoros gehandelt" werden, um dies für die Zukunft zu verhindern.

Woelki räumte "Chaos in der Verwaltung" sowie ein "System aus Schweigen, Geheimhaltung und mangelnder Kontrolle" ein. "Generell fehlte es an Mitgefühl, generell fehlte es an Empathie", konstatierte der Erzbischof.

9.47 Uhr: Ausschuss belastet Schottlands Regierungschefin

Ein Ausschuss des schottischen Parlaments hat Regierungschefin Nicola Sturgeon schwere Vorwürfe gemacht. Die Befürworterin einer Unabhängigkeit vom Vereinigten Königreich habe die Abgeordneten in die Irre geführt, stellte ein heute veröffentlichter Bericht fest. Die 50-Jährige weist die Vorwürfe, die bereits seit Tagen an die Presse durchgestochen wurden, als parteipolitisch motiviert zurück. Noch im Laufe des Tages soll das Parlament in Edinburgh über einen Misstrauensantrag gegen sie abstimmen. Erwartet wird aber, dass Sturgeon keine Gefahr droht, auch weil ein unabhängiges Rechtsgutachten sie entlastet hat.

9.30 Uhr: Prozess gegen Ernst August von Hannover gestartet

In Österreich hat der Prozess gegen Welfenprinz Ernst August von Hannover begonnen. Der 67-Jährige muss sich vor dem Landgericht Wels verantworten. Er soll sich im vergangenen Sommer in seinem Jagdhaus mit Alkohol und Medikamenten in den Zustand der Unzurechnungsfähigkeit versetzt und in dieser Verfassung unter anderem einen Polizisten verletzt und eine andere Beamtin sowie Angestellte bedroht haben. Vorgeworfen werden ihm Widerstand gegen die Staatsgewalt, schwere Körperverletzung, gefährliche Drohung und Nötigung. Der Strafrahmen beträgt dem Gericht zufolge bis zu drei Jahren Haft. Es gilt bis zum Urteil die Unschuldsvermutung.

9.05 Uhr: Razzien gegen Soldaten – Türkei nimmt mutmaßliche Gülen-Anhänger fest

Türkische Sicherheitskräfte haben im Zusammenhang mit dem Putschversuch vor mehr als vier Jahren mindestens 150 Menschen festgenommen. Die meisten seien aktive Soldaten, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu. Ihnen würden Verbindungen zur Organisation des im US-Exil lebenden islamischen Predigers Fethullah Gülen vorgeworfen, den die türkische Führung für den Putschversuch von 2016 verantwortlich macht.

Die Gülen-Bewegung gilt in der Türkei als Terrororganisation. Insgesamt wurde Anadolu zufolge die Festnahme von 184 Verdächtigen in 53 Provinzen angeordnet worden. Seit dem Putschversuch wurden in der Türkei Zehntausende Menschen verhaftet und mehr als 100.000 Staatsbedienstete entlassen. Allein 20.500 Mitarbeiter der türkischen Streitkräften wurden nach offiziellen Angaben vom Dienst enthoben.

8.20 Uhr: Keine Entwarnung nach katastrophalen Überschwemmungen in Australien

Meteorologen haben trotz einer leichten Verbesserung des Wetters in Teilen des australischen Bundesstaates New South Wales vor weiteren Überflutungen in der Region gewarnt. Seit dem Wochenende wurden vor allem nördlich von Sydney 18.000 Menschen in Sicherheit gebracht. Heute könnte es eine Evakuierungsorder für weitere Gebiete geben, in denen 15.000 Menschen leben, wie die Premierministerin von New South Wales, Gladys Berejiklian, ankündigte.

Tagelanger Starkregen hatte zuvor zu einem katastrophalen Hochwasser und der Evakuierung ganzer Ortschaften geführt. Häuser, Straßen und Felder versanken in den Fluten, viele Australier haben alles verloren. Berejiklian sprach von einem"Wetterereignis, das alles übersteigt, das wir uns hätten vorstellen können". Es ist das schlimmste Hochwasser in New South Wales seit Jahrzehnten. Erst im vergangenen Jahr hatten in der Region verheerende Brände gewütet.

7.02 Uhr: Amnesty – syrische Gefangene im Libanon gefoltert

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat Foltervorwürfe gegen die libanesischen Behörden erhoben. Mehr als 20 Syrer, die zwischen 2014 und 2021 im Libanon wegen Terrorvorwürfen inhaftiert wurden, seien einer "grausamen" Behandlung ausgesetzt gewesen, teilte die NGO mit. Amnesty dokumentierte die Fälle von 25 Syrern, die angaben, bei Befragungen oder während ihrer Haftzeit gefoltert worden zu sein. Sie seien mit Metallstäben, Elektrokabeln oder Plastikrohren geschlagen worden. "Gefangene beschrieben auch, wie sie kopfüber hängend oder in Stresspositionen ausharren mussten", hieß es in dem Amnesty-Bericht. Unter den Betroffenen waren demnach auch zwei Frauen und vier Minderjährige.  

6.55 Uhr: Nach Sanktionen gegen China: EU-Delegationschef einbestellt

Nach EU-Sanktionen gegen chinesische Verantwortliche für die Unterdrückung der muslimischen Minderheit der Uiguren hat das Außenministerium in Peking den EU-Delegationschef einbestellt. Wie das Ministerium mitteilte, sei Nicolas Chapuis schon am Vortag der chinesische Protest übermittelt worden. Vizeaußenminister Qin Gang habe bei dem Gespräch darauf verwiesen, dass sich die Strafmaßnahmen auf "Lügen und Falschinformationen stützen". Die EU hatte gestern zum ersten Mal seit mehr als drei Jahrzehnten wieder Sanktionen gegen China wegen Verletzungen der Menschenrechte verhängt. 

6.55 Uhr: Nach Raubüberfall auf Geldtransporter – Festnahme in Berlin

Nach dem spektakulären Überfall auf einen Geldtransporter auf dem Berliner Kurfürstendamm vor gut vier Wochen hat die Polizei einen Tatverdächtigen festnehmen können. Der 30 Jahre alte Mann wurde von einem Spezialeinsatzkommando der Polizei im Auftrag der Staatsanwaltschaft Berlin gestern Abend verhaftet. Das teilte die Staatsanwaltschaft via Twitter mit. Demnach konnte der Mann aufgrund eines Haftbefehls wegen schweren Raubes und gefährlicher Körperverletzung festgesetzt werden, hieß es weiter. Am 19. Februar hatten mindestens vier Täter, die in ihrem leuchtend orangefarbenen Outfit ähnlich wie Müllmänner gekleidet waren, einen Geldtransporter vor einer Bankfiliale am Ku'damm überfallen. 

6.21 Uhr: Parlamentswahl in Israel hat begonnen

In Israel hat die Parlamentswahl begonnen. Die Wahllokale öffneten um 7 Uhr (Ortszeit). Israels Bürger sind zum vierten Mal innerhalb von zwei Jahren aufgerufen, ein neues Parlament zu wählen. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu strebt nach zwölf Jahren an der Macht ein weiteres Mandat an. Der 71-Jährige hofft aufgrund der erfolgreichen Corona-Impfkampagne sowie der vor Kurzem erfolgten Normalisierung der Beziehungen Israels zu vier arabischen Staaten auf das Wohlwollen der Wähler. Der Regierungschef, der sich wegen Korruption in mehreren Fällen vor Gericht verantworten muss, steht bei vielen Bürgern aber auch in der Kritik. 

6.05 Uhr: Bericht – Nebentätigkeiten und Geschäftskontakte von KSK-Soldaten werfen Fragen auf

Das Verteidigungsministerium hat einem Bericht zufolge bei internen Ermittlungen fragwürdige Geschäftskontakte sowie eine überraschend hohe Anzahl von Nebentätigkeiten unter Soldaten der Bundeswehr-Elitetruppe KSK festgestellt. Bereits im vergangenen Herbst seien deswegen bei der Bundeswehr Verwaltungsermittlungen eingeleitet worden, berichtete das Nachrichtenportal "The Pioneer". Konkret gehe es unter anderem um mögliche Verflechtungen von privaten Interessen und dienstlichen Entscheidungen. Ob es dabei zu größeren Interessenkonflikten oder unerlaubten Weitergaben von Dienstgeheimnissen kam, werde derzeit geprüft. 

6 Uhr: "Furchtlose Genauigkeit" – van Beuningen erhält Übersetzer-Preis

Die deutsche Literaturübersetzerin Helga van Beuningen erhält in diesem Jahr den renommierten Straelener Übersetzerpreis der Kunststiftung NRW. Das teilte die Stiftung in Düsseldorf mit. Die 75-Jährige übersetzt seit vielen Jahren Autoren aus dem Niederländischen. Den mit 25.000 Euro dotierten Preis bekommt sie für die Übersetzung von Marieke Lucas Rijnevelds Romas "Was man sät". Zugleich werde das Lebenswerk der Übersetzerin gewürdigt. 

4.30 Uhr: Özdemir fordert von "Autogipfel" klare Ansage für E-Mobilität

Der Grünen-Politiker Cem Özdemir hat vom "Autogipfel" eine klare Ansage für die Elektromobilität gefordert. Der Vorsitzende des Verkehrsausschusses im Bundestag sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Wir Grünen wollen ab 2030 nur noch emissionsfreie Autos neu zulassen, damit alle Beteiligten endlich Planungssicherheit haben." Es müsse nun darum gehen, die Elektromobilität zum Erfolg zu machen für die Wirtschaft, die Beschäftigten und das Klima. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) berät an diesem Dienstagabend mit Vertretern der Branche sowie von "Autoländern" über den Strukturwandel in der Autoindustrie.

3.48 Uhr: Zehn Tote durch Schüsse bei Supermarkt in Colorado

Ein Schütze hat im US-Bundesstaat Colorado zehn Menschen getötet. Das gab die Chefin der Polizei in Boulder, Maris Herold, unweit des Tatorts bekannt. Die Polizei war gestern Nachmittag zu einem Supermarkt gerufen worden – gemeldet worden seien Schüsse in der Gegend und eine Person mit einem Patrouillengewehr, erklärte die Polizeichefin. Unter den Toten ist auch ein Polizist. Ein Verdächtiger ist in Gewahrsam.

1.47 Uhr: Biden plant offenbar Investitionsprogramm im Umfang von drei Billionen Dollar

US-Präsident Joe Biden plant nach dem billionenschweren Corona-Hilfspaket laut Medienberichten ein großangelegtes Investitionsprogramm. Vorgesehen seien Ausgaben in Höhe von insgesamt drei Billionen Dollar, meldeten US-Medien. Diese sollen demnach in zwei verschiedene Maßnahmenpakete aufgeteilt werden. Eines zielt den Berichten zufolge auf den Ausbau der Infrastruktur ab und umfasst auch Investitionen in den Klimaschutz, während das Geld aus dem zweiten Programm unter anderem zum Ausbau der Kinderbetreuung genutzt werden soll sowie für eine kostenlose Ausbildung an den Community Colleges, die eine Art Zwischenstufe zwischen Schule und Universität darstellen. 

0.49 Uhr: Auswahl der Geschworenen in Prozess um Tod von George Floyd fast abgeschlossen

Die Auswahl der Geschworenen im Prozess gegen einen weißen Ex-Polizisten wegen des gewaltsamen Todes des Afroamerikaners George Floyd steht kurz vor dem Abschluss. Am Montag wurde ein 14. Mitglied der Jury bestimmt. Zwölf Geschworene werden in dem Verfahren in Minneapolis im US-Bundesstaat Minnesota über die Schuld oder Unschuld des Angeklagten Derek Chauvin entscheiden. Richter Peter Cahill fordert außerdem die Ernennung von drei Ersatzkandidaten. 

0.26 Uhr: Kurti als neuer Regierungschef des Kosovo bestätigt

Fünf Wochen nach der Parlamentswahl im Kosovo hat der neue Regierungschef Albin Kurti sein Amt angetreten. 67 der 120 Abgeordneten im Parlament in Pristina stimmten für Kurti und sein Kabinett unter Führung seiner links-nationalistischen Partei Vetevendosje ("Selbstbestimmung"). Die bisherige Oppositionspartei hatte bei der Wahl Mitte Februar einen Erdrutschsieg gefeiert und die absolute Mehrheit nur knapp verfehlt.  

0.14 Uhr: Auswärtiges Amt ruft China zu Rücknahme von Sanktionen gegen EU-Abgeordnete auf

Das Auswärtige Amt hat China zur Rücknahme der Sanktionen gegen EU-Parlamentarier und Wissenschaftler aus Deutschland aufgerufen. "Die chinesische Führung sollte ihre Entscheidung, Abgeordnete wie Reinhard Bütikofer, aber auch Wissenschaftler zu sanktionieren, umgehend zurücknehmen", sagte der Staatsminister im Auswärtigen Amt, Niels Annen (SPD), den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland. China hatte als Reaktion auf EU-Sanktionen am Montag Strafmaßnahmen gegen zehn Politiker und Wissenschaftler sowie vier Organisationen aus der EU würden verhängt. 

fs / wue DPA AFP

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker