VG-Wort Pixel

News von heute Rapper Bushido verteidigt im Zeugenstand seine Frau gegen angeklagten Arafat A.-Ch.

Rapper Bushido sagt vor Gericht gegen Clan-Chef Arafat aus.
Rapper Bushido sagt vor Gericht gegen Clan-Chef Arafat aus.
© Paul Zinken / DPA
Waffen für Taiwan: China kündigt Sanktionen gegen US-Firmen an +++ CDU-Parteitag wird wohl verschoben +++ Chilenen stimmen in historischem Referendum für Verfassungsreform +++ Die News von heute im stern-Ticker.

Aktuelle Top-Meldung:

Rapper Bushido verteidigt im Zeugenstand seine Frau gegen angeklagten Arafat A.-Ch.

Nach mehrwöchiger Unterbrechung ist der Rapper Bushido im Prozess gegen einen Berliner Clanchef wieder in den Zeugenstand gerufen worden. Der Musiker sagte vor dem Landgericht, er habe sich bereits längere Zeit vor der Beendigung ihrer Geschäftsbeziehung persönlich von Arafat A.-Ch. abgewandt. Ausschlaggebend seien Vorgänge um seine Ehefrau gewesen. Nachdem er nicht zu ihr gehalten hatte, als sie von Arafat A.-Ch. beschimpft worden sei, habe sie sich für einige Monate von ihm getrennt. "Danach habe ich mich klar für die Familie entschieden", so der 42-Jährige, der mit bürgerlichem Namen Anis Ferchichi heißt.

Der Musiker hatte in seiner im August begonnenen Zeugenaussage vor Gericht die Beziehungen zu Arafat A.-Ch. mit einer "Zwangsheirat" verglichen. Der Clanchef habe an ihm viel verdient und ihn "wie sein Eigentum behandelt". Bushido erklärte nun weiter, ab 2014 sei bei Arafat A.-Ch. die "religiöse Komponente" stärker geworden. "Meiner Frau warf er vor, sie respektiere den Glauben nicht." Dass er sich um eine zweite Chance bei ihr bemühte, habe dem Clanchef missfallen. "Er sagte, sollte ich mich mit ihr wieder vertragen, wäre ich ein Hund." Der Prozess wird am 28. Oktober fortgesetzt.

+++ Alle Nachrichten zur Coronavirus-Pandemie lesen Sie hier +++

Die Nachrichten von heute im stern-Ticker:   

+++ 19.27 Uhr: Feuer in Südkalifornien treibt Zehntausende aus ihren Häusern +++

Ein schnell um sich greifendes Feuer hat Menschen im US-Staat Kalifornien etwa 70 Kilometer südöstlich von Los Angeles aufgeschreckt. Das sogenannte Silverado-Feuer nahe Irvine im Bezirk Orange County breitete sich wegen heftiger Winde aus. Etwa 60.000 Menschen hätten vorsichtshalber ihre Häuser verlassen, teilte die Feuerwehr mit. 500 Feuerwehrleute seien in dieser Gefahrenzone im Einsatz. Sie würden die Flammen aus der Luft und mit Löschteams am Boden bekämpfen. Die Ursache für den Brand war zunächst unbekannt. Bereits seit Mitte August toben in dem Westküstenstaat heftige Feuer, mehr als 16.000 Quadratkilometer Wald und Nutzland sind schon abgebrannt, eine Fläche mehr als viermal so groß wie Mallorca. 

+++ 19.20 Uhr: US-Regierung verhängt neue Sanktionen gegen iranischen Ölsektor +++

Die USA verhängen neue Sanktionen gegen den iranischen Ölsektor. Das US-Finanzministerium teilte mit, das iranische Ölministerium, das Nationale Ölunternehmen NIOC, das Nationale Tankerunternehmen NITC und mehrere Menschen mit Verbindungen zu diesen Institutionen würden auf die Sanktionsliste gesetzt. Grund sei deren Unterstützung für die iranischen Revolutionsgarden, die die USA als Terrororganisation eingestuft haben. Das Ministerium teilte mit, zusätzlich würden vier Personen mit Sanktionen belegt, die am Verkauf von iranischem Öl an die "illegitime" Regierung in Venezuela beteiligt gewesen seien. Etwaiger Besitz der betroffenen Institutionen und Personen in den USA wird eingefroren. US-Bürgern sind Geschäfte mit ihnen untersagt.

+++ 17.43 Uhr: Erneut Proteste gegen Entscheidung zum Abtreibungsgesetz in Polen +++

In mehreren polnischen Städten haben am Abend erneut Tausende gegen die Verschärfung des Abtreibungsverbots demonstriert. Es war bereits der fünfte Protesttag nach der Entscheidung des polnischen Verfassungsgerichts, dass auch Schwangerschaftsabbrüche aufgrund schwerer Fehlbildungen des ungeborenen Kindes verfassungswidrig seien. In der Hauptstadt Warschau blockierten Demonstranten zur Hauptverkehrszeit mehrere zentrale Verkehrskreisel sowie eine Brücke über die Weichsel. Straßenblockaden gab es auch in Krakau, Posen (Poznan) und Breslau (Wroclaw).

Die umstrittene Entscheidung der Verfassungsrichter bedeutet eine weitere Verschärfung des Abtreibungsrechts, das ohnehin schon zu den strengsten in Europa gehört. Bisher galt eine Ausnahmeregelung vom Abtreibungsverbot für den Fall, dass das ungeborene Kind schwere Fehlbildungen aufwies. Diese Gesetzesregelung verstoße gegen das in der Verfassung garantierte Recht auf Leben, entschied das Gericht nun aufgrund einer von konservativen Parlamentariern eingebrachten Beschwerde.

+++ 16.44 Uhr: Umweltministerium: Atomkraft ohne "nennenswerten" Klimaschutz-Beitrag +++

Das Bundesumweltministerium sieht Atomkraft nicht als wichtigen Baustein beim weltweiten Klimaschutz. "Global gesehen kann die Atomkraft – ungeachtet ihrer vielen Nachteile – mit zwischen vier bis fünf Prozent am weltweiten Energieverbrauch (...) keinen nennenswerten Beitrag zum Klimaschutz leisten", sagte die Parlamentarische Staatssekretärin des Ministeriums, Rita Schwarzelühr-Sutter (SPD), der Deutschen Presse-Agentur. Zuvor hatte der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Rafael Grossi, gesagt, ein Erreichen der globalen Klimaziele sei ohne Atomkraft praktisch ausgeschlossen.

"Was die Rolle der Atomkraft betrifft, entscheidet jedes Land natürlich frei über seinen Energiemix", sagte Schwarzelühr-Sutter. Deutschland sei mit dem Atomausstieg nicht alleine. Für den Klimaschutz braucht es aus Sicht des Umweltministeriums vor allem Strom aus Wind und Sonne. "Und der ist nicht nur nachhaltig und ungefährlich, er lässt sich längst auch viel schneller und kostengünstiger ausbauen als neue Atomkraftwerke." Atomkraft habe "erhebliche Risiken" für Mensch und Umwelt und sei "keine nachhaltige Form der Energieversorgung", unter anderem, weil die Frage nach einem Endlager für Atommüll noch nicht abschließend geklärt sei. 

+++ 16.00 Uhr: Brexit-Umfrage: Deutsch-britische Wirtschaft weniger pessimistisch +++

Zwei Monate vor dem Ende der Brexit-Übergangsphase ist der Pessimismus der deutsch-britischen Unternehmen etwas zurückgegangen. Das ergab eine Umfrage der Deutsch-Britischen Industrie- und Handelskammer in London. Demnach gaben nun etwas mehr als 50 Prozent der befragten Firmen an, schwer oder sehr schwer von der Pandemie betroffen zu sein - im Sommer waren es noch 75 Prozent. 20 Prozent (zuvor 15 Prozent) sahen keine Auswirkungen oder haben sogar eine Zunahme in ihren Aktivitäten verzeichnen können. Trotzdem erwarten die Unternehmen, dass der allgemeine Aufschwung länger dauern wird als ursprünglich gedacht

+++ 15.40 Uhr: Erdogan nennt europäische Politiker "Faschisten" +++

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat europäischen Politikern Islamfeindlichkeit vorgeworfen und sie als Kettenglieder der Nazis" bezeichnet. "Feindlichkeit gegenüber dem Islam und den Muslimen ist in manchen europäischen Ländern zu einer Politik geworden, die auf Ebene der Staatschefs persönlich ermutigt und unterstützt wird", sagte Erdogan am Montag in Ankara. Ihr seid im wahrsten Sinne des Wortes Faschisten", sagte er. "Die Muslime erleben heute eine ähnliche Lynchkampagne, wie sie gegen Juden in Europa zur Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg geführt wurde." Erdogan wirft Europa und insbesondere dem französischen Staatschef Emmanuel Macron seit Tagen Islamophobie vor.

+++ 15.07 Uhr: Afrika laut WMO besonders stark vom Klimawandel bedroht +++

Steigende Temperaturen und extreme Wetterereignisse bedrohen einem UN-Bericht zufolge zunehmend die Gesundheit und Nahrungsmittelsicherheit von Menschen in Afrika. "Der Klimawandel hat wachsende Auswirkungen auf den afrikanischen Kontinent und trifft die Hilfsbedürftigsten am härtesten", warnte der Chef der Weltwetterorganisation (WMO), Petteri Taalas.

Afrika erwärmt sich dem Bericht zufolge schneller als der globale Durchschnitt. Dies hat und wird verheerende Auswirkungen haben: Rund 60 Prozent der Bevölkerung Afrikas sind im Landwirtschaftssektor beschäftigt, der auf dem Kontinent die wichtigste Lebensgrundlage bedeutet, wie Filipe Lúcio, der Leiter des Global Framework for Climate Services bei der WMO, erklärte. Seit 2012 ist die Zahl unterernährter Menschen in den Ländern südlich der Sahara dem Bericht zufolge um knapp 46 Prozent gestiegen. "Die weiter steigenden Temperaturen werden dies verschlimmern", sagte Lúcio.  

+++ 15.00 Uhr: Karikaturenstreit: Pakistan bestellt französischen Botschafter ein +++

Aus Protest gegen Frankreichs Position zu Meinungsfreiheit und Karikaturen des Propheten Mohammed hat Pakistan den französischen Botschafter einbestellt. Die Äußerungen des französischen Präsidenten Emmanuel Macron seien unverantwortlich und würden Feuer ins Öl gießen, teilte der pakistanische Außenminister Shah Mehmood Qureshi mit.

"Niemand hat das Recht, die Gefühle von Millionen von Muslimen unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit zu verletzen." Macron hatte zuvor das Recht auf Veröffentlichung religionskritischer Karikaturen bekräftigt. Frankreich werde nicht "auf Karikaturen und Zeichnungen verzichten, auch wenn andere sich davon zurückziehen", hatte Macron bei einer Gedenkfeier zu Ehren des von einem Islamisten ermordeten Lehrers Samuel Paty am Mittwoch gesagt.

+++ 14.48 Uhr: Verfahren gegen Winterkorn in Stuttgart vorläufig eingestellt +++

Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hat ihr Verfahren gegen den früheren VW- und Porsche-SE-Chef Martin Winterkorn wegen des Verdachts der Marktmanipulation im Zusammenhang mit der Dieselaffäre vorläufig eingestellt. Das sagte eine Sprecherin der Behörde. Hintergrund sind die Verfahren, die gegen Winterkorn in Braunschweig laufen. Laut Strafprozessordnung kann die Staatsanwaltschaft von der Verfolgung einer Tat absehen, wenn die dafür zu erwartende Strafe gegenüber zu erwartenden Strafen in anderen Verfahren nicht besonders ins Gewicht fallen würde - was nach Auffassung der Behörde hier der Fall ist.

+++ 14.19 Uhr: Dänemarks Königin Margrethe geht unter die Podcast-Schaffenden +++

Die dänische Königin Margrethe II. (80) ist für ihre Landsleute erstmals in einem Podcast zu hören. In der dreiteiligen Serie "Dronningen og kunsten" (Die Königin und die Kunst) wird die Monarchin mit drei Kulturschaffenden über ihre Leidenschaft für Kunst und Kultur sprechen, darunter über klassische Musik, das Ballett und ausgewählte Kunstwerke, wie der dänische Podcast-Anbieter Podimo mitteilte. Zu hören ist die erste der drei Folgen ab Dienstag kostenlos auf Podimo.

+++ 13.53 Uhr: Linke trifft Entscheidung über Parteitag am Dienstagabend +++

Die Linke will am Dienstagabend darüber entscheiden, ob ihr am Freitag in Erfurt geplanter Parteitag abgesagt wird oder nicht. Das sagte Parteichef Bernd Riexinger bei einer Pressekonferenz in Berlin. Es deutet sich allerdings mit Blick auf die aktuelle Corona-Entwicklung an, dass das Delegiertentreffen nicht stattfinden wird. Fraktionschef Dietmar Bartsch hatte am Montagmorgen bei RTL/ntv gesagt, er könne sich angesichts der Lage nicht vorstellen, dass der Parteitag normal zusammenkommt. Man müsse nun über andere Möglichkeiten nachdenken. 

Die Linke wollte wie die CDU, die ihren Parteitag inzwischen verschoben hat, eigentlich eine neue Führung wählen. Nach acht Jahren als Parteivorsitzende treten Katja Kipping und Bernd Riexinger nicht mehr an. Die neue Doppelspitze werden aller Voraussicht nach die Linksfraktionschefin im hessischen Landtag, Janine Wissler, und Thüringens Parteichefin Susanne Hennig-Wellsow bilden.

+++ 13.25 Uhr: CDU-Spitze verschiebt Parteitag zur Vorsitzendenwahl ins nächste Jahr +++

Der für Anfang Dezember geplante CDU-Parteitag, auf dem ein neuer Parteivorsitzender gewählt werden sollte, wird wegen der hohen Corona-Infektionszahlen verschoben. Das beschloss der CDU-Vorstand, wie CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak nach Gremiensitzungen mitteilte. Die Parteispitze bevorzugt demnach aber weiterhin einen Präsenzparteitag. Über das weitere Vorgehen soll Mitte Dezember erneut beraten werden. Wenn die Corona-Pandemie einen Präsenzparteitag nicht zulasse, müsse über Alternativen wie einen digitalen Parteitag und eine Briefwahl beraten werden, sagte Ziemiak. Spätestens im Januar soll demnach eine endgültige Entscheidung fallen.    

Vor den Sitzungen der CDU-Spitze war über verschiedene Alternativen zu dem Parteitag am 4. Dezember in Stuttgart spekuliert worden. Im Gespräch waren neben einer Verschiebung auch andere Veranstaltungsorte oder ein dezentraler Parteitag an verschiedenen Orten.     

Die amtierende Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer hatte im Februar ihren Rückzug angekündigt. Die Wahl ihres Nachfolgers war eigentlich für April geplant; wegen der Corona-Pandemie war der Bundesparteitag auf den 4. Dezember verschoben worden. 1001 Delegierte sollten sich zu diesem Termin unter strengen Hygienevorschriften in Stuttgart versammeln. Um Kramp-Karrenbauers Nachfolge bewerben sich der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet, der Außenpolitiker Norbert Röttgen und Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz. 

+++ 13.18 Uhr: Französische Firmen bereiten sich auf Boykott ihrer Waren in arabischen Ländern vor +++

Nach den Äußerungen von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron zum Islam fürchten Unternehmen des Landes den Boykott ihrer Waren in arabischen Ländern. Der Präsident des größten Arbeitgeberverbandes Medef, Geoffroy Roux de Bézieux, rief die Mitglieder aber auf, sich einer solchen "Erpressung" zu widersetzen: "Unsere Werte zählen mehr als unsere Geschäfte", sagte er dem Radiosender RMC. Macron hatte nach der Enthauptung des Lehrers Samuel Paty durch einen mutmaßlich islamistischen Angreifer gesagt, der Islam stecke in einer "Krise". Auch erklärte er, Frankreich werde Karikaturen des Propheten Mohammed "nicht aufgeben". Daraufhin gab es in mehreren muslimischen Ländern Demonstrationen gegen Macron; in einigen Ländern schlossen sich die Demonstranten dem Aufruf ihrer Regierungen zum Boykott französischer Produkte an. Supermärkte in Katar und Kuwait bereiten den Boykott französischer Produkte vor; auch in Jordanien sollen französische Waren verbannt werden. 

Auch der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan zum Boykott französischer Waren aufgerufen. "So wie in Frankreich einige sagen 'kauft keine türkischen Marken', richte ich mich an meine Nation: Achtet nicht auf französisch gekennzeichnete Waren, kauft sie nicht", sagte er in einer im Fernsehen übertragenen Ansprache. 

+++ 12.59 Uhr: Neuer Sturm: Vietnam bringt 1,2 Millionen Menschen in Sicherheit +++

In Vietnam bereiten sich die Behörden darauf vor, 1,2 Millionen Menschen vor einem neuen Tropensturm in Sicherheit zu bringen. Der Sturm Molave, der gerade über dem Südchinesischen Meer an Fahrt gewinnt, könnte Vietnam am Mittwoch erreichen, teilte die Meteorologiebehörde des Landes mit. In dem Land am Mekong wüten seit Wochen verheerende Unwetter von historischen Ausmaßen. Seit Anfang Oktober sind mindestens 130 Menschen bei Überflutungen und Erdrutschen ums Leben gekommen. Für den heranziehenden Sturm erwarten Experten Windgeschwindigkeiten von 135 Stundenkilometern und bis zu zehn Meter hohe Wellen. Schlimm könnte es erneut zentrale Provinzen treffen, die bereits schwer von den vergangenen Unwettern betroffen waren. Insgesamt wurden schon 200.000 Häuser überflutet. Fast 700.000 Rinder und Geflügeltiere starben. 

+++ 12.47 Uhr: Neue Zusammenstöße zwischen Demonstranten und Polizisten in Bagdad +++ 

Im Zentrum der irakischen Hauptstadt Bagdad haben sich jugendliche Demonstranten und Polizisten neue Zusammenstöße geliefert. Bereits am Sonntag gab es Zusammenstöße zwischen den irakischen Sicherheitskräften und Demonstranten. Die regierungsfeindlichen Kundgebungen, an denen sich tausende Iraker beteiligten, erfolgen zum ersten Jahrestag von Massenprotesten, bei denen eine Auswechslung der gesamten politischen Führung des Landes und umfassende Reformen einschließlich einer Überarbeitung des Wahlrechts gefordert worden waren. Die Jugendlichen warfen Steine und setzten Reifen in Brand, die Polizisten feuerten Tränengas und Blendgranaten. An den Portestkundgebungenen, die am Sonntag zum Jahrestag des "Oktoberrevolution" veranstaltet wurden, beteiligten sich landesweit mehrere tausend Iraker. Im Zusammenhang der Proteste vor einem Jahr wurden 600 Menschen getötet und 30.000 verletzt. 

+++ 12 Uhr: Berliner Polizei benennt Extremismusbeauftragte +++

Die Berliner Polizei hat erstmals eine Extremismusbeauftragte benannt. Mit Svea Knöpnadel als neuer zentraler Ansprechpartnerin sollten die Bemühungen gegen Extremismus in den eigenen Reihen besser koordiniert werden, erklärte die Polizei in der Hauptstadt. Die Behörde komme mit diesem Schritt einer zentralen Forderung des kürzlich vom Innensenat vorgestellten Konzepts zur internen Vorbeugung und Bekämpfung extremistischer Tendenzen nach. Neben der Kommunikation mit Beamten und Bürgern besteht die Aufgabe der Extremismusbeauftragten auch in Aus- und Fortbildung sowie in der Sensibilisierung von Polizeibeamten.

+++ 11.48 Uhr: Japans neue Regierung will Treibhausgase bis 2050 auf Null reduzieren +++

Japan will die Treibhausgasemissionen bis 2050 auf Null reduzieren. Das kündigte der neue Regierungschef Yoshihide Suga in seiner ersten Parlamentsrede als Ministerpräsident an. Die Vorgängerregierung hatte als Ziel noch eine Reduzierung der Emissionen um 80 Prozent bis 2050 ausgegeben. Auf die Klimaerwärmung zu reagieren stelle kein Hindernis mehr für das Wirtschaftswachstum dar. "Wir müssen unsere Einstellung ändern", sagte Suga. Proaktive Maßnahmen würden Veränderungen in der Industriestruktur und der Wirtschaft herbeiführen und zu starkem Wirtschaftswachstum führen. Zu diesem Zweck werde Japan versuchen, erneubare Energiequellen so weit wie möglich einzuführen. Zugleich werde Japan seine Atompolitik mit besonderem Fokus auf die Sicherheit vorantreiben, um eine stabile Energieversorgung zu gewährleisten, sagte Suga. 

Umweltschützer hießen Sugas Klimaziele willkommen, andererseits müsse noch schneller gehandelt werden. Es reiche nicht, für das Jahr 2050 Null Emissionen als Ziel auszugeben. Nötig sei, die Treibhausgase bis 2030 zu halbieren, erklärte die Umweltschutzorganisation "Kiko Network" in einer Stellungnahme. 

+++ 11.46 Uhr: Unterstützer der Opposition in Belarus beginnen landesweiten Generalstreik +++

In Belarus hat ein landesweiter Generalstreik begonnen, mit dem die Opposition den Druck auf die Regierung von Präsident Alexander Lukaschenko  erhöhen will. Am Sonntag war eine Frist abgelaufen, die die ehemalige Präsidentschaftskandidatin Swetlana Tichanowskaja dem autoritär regierenden Lukaschenko für dessen Rücktritt gesetzt hatte. Beschäftigte in staatlichen Unternehmen und Fabriken, Mitarbeiter von Verkehrsunternehmen und Bergleute, Lehrer und Studenten nähmen an dem Streik teil, erklärte Tichanowskaja, ohne Angaben zur Zahl der Teilnehmer zu machen. Ein Regierungssprecher teilte indessen mit, dass die Arbeit in den Fabriken normal funktioniere. Seit der von massiven Betrugsvorwürfen überschatteten Präsidentschaftswahl vom 9. August gibt es in Belarus Massenproteste, gegen welche die Behörden gewaltsam vorgehen.

+++ 11.10 Uhr: 500 Meter hohes Korallenriff im Great Barrier Reef entdeckt +++

Meeresforscher haben zum ersten Mal seit 120 Jahren ein riesiges, freistehendes Korallenriff in Australiens weltberühmtem Great Barrier Reef entdeckt. Das Riff sei mehr als 500 Meter hoch, teilte die Stiftung Schmidt Ocean Institute mit. Wissenschaftler auf dem Forschungsschiff "Falkor", das sich auf einer zwölfmonatigen Reise zur Erforschung des Ozeans rund um Australien befinde, hätten das Riff vor einer Woche entdeckt und bei einem live ins Internet übertragenen Tauchgang am Sonntag erkundet, hieß es. Das Korallenriff sei an seiner Basis 1,5 Kilometer breit und liege an seinem obersten Punkt 40 Meter unter der Meeresoberfläche. 

Das Great Barrier Reef ist das größte Riff der Welt und dehnt sich auf einer Fläche von mehr als 344.000 Quadratkilometern aus. Es ist vor allem durch den Klimawandel stark gefährdet: Die Vereinten Nationen haben in der Vergangenheit gewarnt, dass 90 Prozent aller Korallen auf der Welt absterben könnten, wenn die globalen Temperaturen um 1,5 Grad steigen.

+++ 11.01 Uhr: Aktivisten: 56 Todesopfer nach russischen Angriffen in Syrien +++

Nach den russischen Luftangriffen im Nordwesten Syriens ist die Zahl der Todesopfer und Schwerverletzten nach Angaben von Aktivisten weiter gestiegen. Mindestens 56 Menschen seien bei den Angriffen getötet und rund 100 weitere verletzt worden, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Montag mit.

+++ 10.45 Uhr: Türkei geht gegen mutmaßliche IS-Anhänger vor +++

Türkische Einsatzkräfte sind gegen mutmaßliche Anhänger der Terrormiliz Islamischer Staat vorgegangen. Bei dem Einsatz in der Hauptstadt Ankara seien 18 syrische und irakische Staatsangehörige festgenommen worden, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu. Zwei weitere Verdächtige seien flüchtig, hieß es. Die Festgenommenen seien zum Verhör in die Direktion für Terrorismusbekämpfung in Ankara gebracht worden.

Der IS hat in den vergangenen Jahren mehrere Anschläge in der Türkei für sich reklamiert, darunter der auf den Istanbuler Nachtclub Reina in der Silvesternacht 2016/2017. 39 Menschen wurden damals erschossen.

+++ 10.31 Uhr: Waffen für Taiwan: China kündigt Sanktionen gegen US-Firmen an +++

Nach dem Verkauf neuer US-Waffen an Taiwan hat Peking Sanktionen gegen US-Firmen verkündet. "Wir werden Sanktionen gegen US-Unternehmen verhängen, die an den Waffenverkäufen beteiligt sind", sagte Zhao Lijian, ein Sprecher des Pekinger Außenministeriums. Zu diesen Unternehmen gehörten Lockheed Martin, Boeing Defense und Raytheon Technologies. China habe bereits mehrfach darauf hingewiesen, dass die Waffenverkäufe an Taiwan das Ein-China-Prinzip ernsthaft untergraben, so der Sprecher weiter. 

Inmitten von Spannungen mit China hatte die US-Regierung vergangene Woche einem milliardenschweren Rüstungsgeschäft mit Taiwan zugestimmt. Das Außenministerium genehmigte den Verkauf von Raketen, Aufklärungssensoren für Kampfjets und weiterer militärischer Ausrüstung im Wert von rund 1,8 Milliarden Dollar (etwa 1,52 Milliarden Euro). Peking betrachtet Taiwan als untrennbaren Teil der Volksrepublik und droht mit einer gewaltsamen Wiedervereinigung.

+++ 10.25 Uhr:Getöteter 22-Jähriger auf Grönwohler Spielplatz: Verdächtiger gefasst +++

Nach dem Fund eines getöteten 22-Jährigen auf einem Spielplatz in der schleswig-holsteinischen Gemeinde Gröhnwohld haben die Ermittler einen Verdächtigen gefasst. Wie Polizei und Staatsanwaltschaft in Lübeck mitteilten, handelt es sich um einen 21-jährigen Bekannten des Toten. Er soll sein Opfer heimtückisch erstochen haben und sitzt deshalb seit gestern wegen Mordes in Untersuchungshaft. Nach Angaben der Ermittler standen die beiden jungen Männer in einer noch nicht näher bekannten "geschäftlichen Verbindung" zueinander.

Die Leiche des 22-Jährigen war am Donnerstag von einem Anwohner auf einem Spielplatz entdeckt worden, die Tat hatte sich den Ermittlungen zufolge aber bereits am Mittwochabend ereignet. Demnach wies das Opfer zahlreiche Stichverletzungen im Rückenbereich auf. Die Beamten gehen davon aus, dass es hinterrücks attackiert wurde.

+++ 10.23 Uhr: Radfahrer in Baden-Württemberg von Zug erfasst und getötet +++

Ein 61-jähriger Radfahrer ist im baden-württembergischen Baiersbronn von einem Zug erfasst und getötet worden. Wie die Polizei in Pforzheim mitteilte, wollte der Mann am Sonntag bei Rotlicht und geschlossener Schrank die Gleise überqueren. Dabei wurde er von einer herannahenden Regionalbahn erfasst.  Der Radfahrer wurde durch den Aufprall rund 30 Meter weit geschleudert. Wiederbelebungsversuche blieben ohne Erfolg. Er starb noch an der Unglücksstelle.

+++ 10.21 Uhr: Aktivisten: Mehr als 30 Tote bei russischen Luftangriffen in Syrien +++

Bei russischen Luftangriffen im Nordwesten Syriens sind nach Angaben von Aktivisten mehr als 30 mit der Türkei verbündete Rebellen getötet worden. Mehr als 70 weitere seien bei den Bombardements auf ein Militärlager in der Provinz Idlib verletzt worden, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte weiter mit.

+++ 10.17 Uhr: CDU-Parteitag wird wohl verschoben +++

CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer hat für ihren Vorschlag, den für den 4. Dezember in Stuttgart geplanten Parteitag zur Wahl eines neuen Vorsitzenden zu verschieben, geschlossene Unterstützung im Parteipräsidium erhalten. Das Präsidium, die engste Führungsspitze um Kramp-Karrenbauer, habe den Vorschlag dem derzeit per Videokonferenz tagenden Bundesvorstand einstimmig zur Annahme empfohlen, hieß es aus Teilnehmerkreisen. Die endgültige Entscheidung des Vorstands wird noch am Vormittag erwartet.

Kramp-Karrenbauer schlug demnach vor, das Treffen der 1001 Delegierten am 4. Dezember in Stuttgart abzusagen - der Parteitag sei wegen der Pandemie-Lage nicht durchführbar. Im Januar solle bei der Bundesvorstandsklausur über das aktuelle Infektionsgeschehen gesprochen und dann die Lage aktuell bewertet werden. Dabei werde es um die Frage gehen, ob und wann ein Parteitag in Präsenz möglich sei. Ein solcher Präsenzparteitag sei die bevorzugte Variante der Präsidiumsmitglieder und der Parteivorsitzenden.

+++ 10.03 Uhr: Feuerwehr rettet neun Kühe aus Güllegrube in Schleswig-Holstein +++

In einer mehrstündigen Aktion haben Feuerwehrleute in Schleswig-Holstein neun Kühe aus einer Güllegrube unter ihrem Stall gerettet. Die Tiere fielen nach Angaben des Kreisfeuerwehrverbands Pinneberg gestern in der Gemeinde Seester durch den Stallboden und standen danach etwa einen Meter tief in der Gülle. Allerdings blieben sie trotz des Sturzes in das kellerartige Sammelbecken unverletzt. Nach einem Hilferuf des Landwirts eilte die Feuerwehr zur Hilfe, um die Tiere in einer aufwändigen Aktion aus ihrer misslichen Lage zu befreien. Auch Helfer aus der Landwirtschaft packten mit an.

Zunächst wurde der Spaltboden des Stalls mit einem Bagger und weiteren Arbeitsfahrzeugen geöffnet. Dann wurde eine Öffnung in der Außenwand so verändert, dass die Tiere hindurchgehen konnten. Anschließend stiegen zwei Feuerwehrleute mit Atemschutzgeräten und wasserdichten Wathosen in den Güllekeller, um die Tiere hinauszutreiben. Vor dem Stall lockten Helfer mit Futter. Bei zwei Kühen musste mit einer Leine nachgeholfen werden, dann waren alle Tiere in Sicherheit. Der Einsatz dauerte rund drei Stunden.

+++ 9.46 Uhr: Mehrere Autobahnen wegen Protesten gegen A49-Ausbau gesperrt +++

Aktivsten haben sich am Morgen aus Protest gegen den umstrittenen Ausbau der Autobahn 49 im hessischen Dannenröder Forst mit Transparenten von Autobahnbrücken abgeseilt. Nach Angaben der Polizei wurden die Autobahnen 3, 5 und 661 in der Region von Frankfurt und Wiesbaden deshalb an den betreffenden Stellen komplett gesperrt. Die Aktionen liefen auf der A3 beim Wiesbadener Kreuz, auf der A5 bei Zeppelinheim am Frankfurter Flughafen und auf der A661 bei Offenbach. "Die Fahrbahn ist in beiden Richtungen gesperrt", teilte die Polizei jeweils via Twitter mit.

Seit über einem Jahr protestieren Umweltschützer in Hessen gegen den umstrittenen Ausbau der A49 zwischen Gießen und Kassel, die durch das Waldgebiet um den Dannenröder Forst führen soll. Der eigentliche Bau der Autobahn soll laut dem Landkreis Vogelsberg erst am 1. September 2021 beginnen. Als Vorbereitung dazu sollen bis Februar 2021 zunächst rund 27 Hektar Wald gerodet werden.

+++ 9.35 Uhr: Trendumkehr: Immer weniger Deutsche wandern in die USA aus +++

Die USA sind nicht mehr erste Wahl für auswanderungswillige Deutschen. Inzwischen ziehen insgesamt mehr Menschen von den Vereinigten Staaten nach Deutschland als umgekehrt, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. 2019 wanderten nur noch 9782 Deutsche in die Vereinigten Staaten aus. Das waren 3,6 Prozent aller deutschen Auswanderer. Damit fiel die Zahl erstmals seit 1982 unter die 10.000er Marke. Die USA liegen nur noch auf Platz drei nach der Schweiz und Österreich. Der Zug fährt vielmehr in die Gegenrichtung: 2019 zogen 19.186 US-Amerikanerinnen und US-Amerikaner nach Deutschland. Das waren allerdings 1087 Zuzüge weniger als im Jahr davor. 

4745 erwachsene Deutsche ließen sich 2019 in den USA einbürgern. Umgekehrt haben 1205 US-Amerikaner die deutsche Staatsangehörigkeit erworben - das aber waren 62 Prozent mehr als 2018.

+++ 9.14 Uhr: AKK schlägt Verschiebung des CDU-Parteitages auf Frühjahr vor +++

CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer hat angesichts der Corona-Pandemie eine Verschiebung des für den 4. Dezember in Stuttgart geplanten Parteitages ins Frühjahr vorgeschlagen. Im Rahmen der Jahresauftaktklausur des CDU-Vorstandes am 16. Januar soll entschieden werden, ob und wann im Frühjahr ein Präsenzparteitag möglich oder eine Briefwahl nötig ist, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus den Beratungen der CDU-Spitze. Eine Entscheidung muss der Bundesvorstand treffen, der am Vormittag tagt.

+++ 9.01 Uhr: Umweltministerin Schulze will gegen EU-Agrarministerbeschlüsse vorgehen +++

Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) will zusammen mit den anderen Umweltministern der Europäischen Union gegen die von den EU-Agrarministern beschlossene Agrarreform vorgehen. Schulze sagte in der ARD, die Agrarreform sei noch nicht das, was nötig sei, um die Umweltschutzpolitik voranzubringen. Deshalb wolle sie mit den anderen Umweltministern zusammen "gegensteuern".

Die EU-Landwirtschaftsminister und das EU-Parlament hatten vergangene Woche ihre Positionen zur Reform der Agrarpolitik beschlossen. Sie sprachen sich grundsätzlich für eine Beibehaltung des gegenwärtigen Systems aus, das vor allem auf flächenabhängigen Direktzahlungen für landwirtschaftliche Betriebe beruht. Die Mittel sollen aber mehr denn je an Umweltauflagen geknüpft werden. Umweltverbände hatten dies als bei Weitem nicht ausreichend kritisiert.

+++ 8.30 Uhr: Landwirte demonstrieren vor Auslieferungslagern +++

Landwirte haben in verschiedenen Städten mit Traktoren Auslieferungslager von Lebensmittelketten blockiert. Mit den Aktionen am Sonntagabend sowie Montagmorgen wollten die Bauern angesichts der laufenden Preisverhandlungen gegen "Dumpingpreise" seitens des Einzelhandels demonstrieren, sagte Anthony Lee von der Bauern-Bewegung "Land schafft Verbindung" im niedersächsischen Rinteln: "Aufgerufen wurde dazu deutschlandweit, aber die Schwerpunkte sind in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen." Betroffen seien Lager der Handelsketten Aldi, Lidl, Rewe und Edeka. Die Proteste seien aber nicht flächendeckend, sagte Lee.

+++ 7.36 Uur: Speerfischer bei Hai-Attacke in Australien schwer verletzt +++

Ein Speerfischer ist im Osten Australiens von einem Hai attackiert und an einem Bein schwer verletzt worden. Das Unglück ereignete sich im bei Touristen beliebten Great Barrier Reef, 120 Kilometer nördlich der Stadt Townsville. Wahrscheinlich habe ein Bullenhai den 59-Jährigen angegriffen und in einen Oberschenkel gebissen, berichten örtliche Medien. Der Mann sei in einem kritischen Zustand und müsse operiert werden. Er habe viel Blut verloren, sagte ein Arzt im Fernsehen.

Dieses Jahr war eines der schlimmsten für Australien bezüglich Haiattacken. Bislang sind bereits sieben Menschen von den Raubfischen getötet worden, acht wurden teilweise schwer verletzt. Erst vor wenigen Wochen war in Westaustralien ein 52-jähriger Surfer von einem Hai getötet worden.

+++ 7.21 Uhr: SPD-Politiker Thomas Oppermann ist tot +++

Der SPD-Politiker und Bundestags-Vizepräsident Thomas Oppermann ist gestorben. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil gab den "plötzlichen" Tod seines Parteikollegen am Morgen auf Twitter bekannt. Der 66-jährige habe "sich mit Leidenschaft und Verstand um unser Land und die Sozialdemokratie verdient gemacht", schrieb Heil.

+++ 6.38 Uhr: Aserbaidschan und Armenien werfen sich Verstöße gegen Waffenruhe vor +++

Kurz nach Inkrafttreten einer neuen Waffenruhe im Konflikt um die Südkaukasusregion Berg-Karabach haben sich Armenien und Aserbaidschan Verstöße gegen die Vereinbarung vorgeworfen. Das aserbaidschanische Verteidigungsministerium in Baku teilte mit, dass seine Soldaten in dem Dorf Safiyan beschossen worden seien. Die Behörden in Berg-Karabach wiesen das zurück. Das armenische Verteidigungsministerium in Eriwan warf Baku eine gezielte "Desinformation" vor. 

Die aserbaidschanischen Streitkräfte hätten vielmehr 45 Minuten nach Inkrafttreten der Waffenruhe den Artilleriebeschuss gegen Berg-Karabach wieder aufgenommen, sagte eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums in Eriwan. Der neue Anlauf für eine Waffenruhe war unter US-Vermittlung vereinbart worden. Sie gilt heute seit 8 Uhr Ortszeit (5 Uhr MEZ).

+++ 3.54 Uhr: Mindestens elf Tote bei bei Untergang von Flüchtlingsboot vor Libyen +++

Bei einem Schiffsunglück vor der Küste Libyens sind am Sonntag mindestens elf Migranten ums Leben gekommen. Zehn Insassen konnten von Fischerbooten und der Küstenwache gerettet werden, wie die Internationale Organisation für Migration mitteilte. Nach Angaben der IOM überquerten im vergangenen Jahr mehr als 100.000 Migranten das Mittelmeer, um nach Europa zu gelangen. Mehr als 1200 Menschen starben dabei. Seit Anfang dieses Jahres verzeichnete die IOM mindestens 500 Tote. In der vergangenen Woche waren bei zwei Schiffsunglücken im Mittelmeer 20 Menschen ertrunken, unter ihnen zwei Kinder.

+++ 3.44 Uhr: Alterndes Japan lässt Fußgängerampeln mit Smartphones kommunizieren +++

Das rasant alternde Japan will Tausende von Fußgängerampeln mit Smartphones verbinden, um Menschen mit Sehbehinderung sicherer über die Straße zu führen. Zu diesem Zweck sollen Ampeln mit Sendegeräten aufgerüstet werden, mit denen Fußgänger vor dem Überqueren einer Straße auf ihrem Smartphone akustisch sowie durch Vibration über die jeweilige Farbe der Ampeln informiert werden. 

In Japan, wo die Bevölkerung so rasant altert wie in keiner anderen Industrienation, sind derzeit rund 24.000 Ampeln im Land so gebaut, dass sie während der Grünphase ein lautes akustisches Signal abgeben. Auf Verlangen der Anwohner würden diese akustischen Signale in der Nacht sowie am frühen Morgen jedoch meist ausgeschaltet, berichtete die Zeitung weiter. Genau in dieser Zeit sei es aber wiederholt zu teils tödlichen Unfällen mit sehbehinderten Menschen gekommen, hieß es. Das smartphone-basierte System soll die Situation verbessern.

+++ 1.44 Uhr: Hochrechnung: Chilenen stimmen in historischem Referendum für Verfassungsreform +++

Die Chilenen haben in einem historischen Referendum offenbar mit deutlicher Mehrheit für eine Verfassungsreform gestimmt. 77,5 Prozent der Wähler sprachen sich am Sonntag (Ortszeit) für eine Änderung der bisherigen Verfassung aus, die noch aus der Zeit der Diktatur unter Augusto Pinochet (1973-90) stammt, wie aus einer Hochrechnung nach Auszählung von knapp einem Fünftel der Stimmen hervorging. In der Hauptstadt Santiago de Chile versammelten sich Befürworter der Verfassungsänderung auf der zentralen Plaza Italia, um ihren Erfolg zu feiern.

Zahlreiche Bürgerbewegungen und politische Parteien der Linken und der Mitte sehen die aktuelle chilenische Verfassung als ein Hindernis für tiefgreifende soziale Reformen. Der konservative Präsident Chiles, Sebastián Piñera, hatte einem Referendum zugestimmt, nachdem es vor einem Jahr zu Massenprotesten im Land gekommen war.

+++ 1.03 Uhr: Corona trifft Azubis: 14 Prozent weniger neue Ausbildungsverträge +++

Die Coronakrise trifft auch Schulabgänger auf der Suche nach einer Lehrstelle. Die Zahl der neuen Ausbildungsverträge, die bis Ende September bei den Industrie- und Handelskammern registriert worden sind, fiel um 13,7 Prozent auf 259.837, wie der Deutsche Industrie- und Handelskammertag der "Frankfurter Rundschau mitteilte. "Wie uns die Industrie- und Handelskammern berichten, waren wegen der Pandemiebeschränkungen Praktika und Bewerbungsgespräche zeitweise kaum möglich", sagte ein DIHK-Sprecher der Zeitung. Somit hätten Betriebe und Schulabgänger in diesem Jahr schwerer zueinander gefunden als in den Vorjahren.

Es bestehe aber die Chance, junge Menschen noch in Ausbildung zu bringen. Die Anbahnung von Ausbildungsverhältnissen habe sich vielfach nur um zwei bis drei Monate nach hinten verschoben. Seit dem Sommer verzeichneten die IHK Nachholeffekte, sagte der Sprecher. Ein Ausbildungsstart in den Betrieben sei ohne Probleme noch bis Jahresende möglich.

mad / rw DPA AFP

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker