Der Buckelwal liegt weiterhin an derselben Stelle vor der Insel Poel – und wird sterben. Zuletzt war ein Rettungsversuch mit einem Katamaran erwogen worden, nach eingehender Prüfung wurde die Idee aber verworfen. Der Wal ist zu schwach für einen Transport. Seine stark angegriffene Haut würde den Gurten nicht standhalten und könnte einreißen.
Situation des Wals „einzigartige Tragödie“
Die Strandung Ende März war das vierte Mal, dass der Wal an der Ostseeküste feststeckte. Am Mittwoch waren alle Rettungsversuche eingestellt worden. Seitdem wird er laut Ministerium rund um die Uhr beobachtet und regelmäßig von der Feuerwehr mit Wasser benetzt.
„Wir haben alles unternommen, um ihm seine Chance zu geben. Das ist eine einzigartige Tragödie. Die hat er sich aber so ausgesucht“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus.
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Rund um die Bucht, in der das sterbende Tier im flachen Wasser liegt, hat die Polizei die Zugänge zum Wasser abgesperrt. An einem dieser Punkte hatten sich am Abend dem Sprecher zufolge rund 50 Demonstranten versammelt.
Bereits mehrfach hätten in den vergangenen Tagen Menschen versucht, zu dem Wal zu gelangen, berichtet der Sprecher. Zuletzt war eine Frau im Neoprenanzug von einer Insel-Fähre ins Wasser gesprungen.
Wasser in der Lunge infolge geschädigter Organe
Gestrandetem Buckelwal geht's schlecht – Gericht urteilt über Rettung
Am Wochenende hatte es einen erneuten Rettungsversuch gegeben, der erfolglos blieb. Es wurde versucht, den Wal zu ermutigen, sich selbst zu befreien, indem die eigenen Walgesänge des Tiers unter Wasser abgespielt wurden. Hintergrund war, dass der Wal in den Nächten zuvor starke Walgesänge von sich gegeben hatte.
Private Initiativen zu möglichen Rettungsmaßnahmen für den Wal scheitern bislang vor dem Schweriner Verwaltungsgericht. Der Antrag einer Organisation, der darauf abzielt, unverzüglich alle geeigneten und erforderlichen Maßnahmen einzuleiten, um den Wal zu retten, wurde mit Beschluss vom vergangenen Freitag (10. April) abgelehnt, so eine Gerichtssprecherin. Für die Organisation komme die Erhebung einer tierschutzrechtlichen Verbandsklage mangels gesetzlicher Grundlage nicht in Betracht.
Es habe zudem bis zum vergangenen Freitag sieben weitere, den Wal betreffende Verfahren von Privatpersonen gegeben, die abgelehnt wurden. Begründet wurde die jeweilige Ablehnung mit der Unzulässigkeit des Antrags mangels Antragsbefugnis. Das heißt, dass dem Antragsteller kein Anspruch auf die begehrte behördliche Maßnahme zusteht.
Organisation „Stranded No More“ kritisiert Umgang mit dem Wal
Mit diesem zweifelt sie die Expertise der Wissenschaftler des Meeresmuseums Stralsund und des Instituts für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) an.

Bundespräsident will mit Experten über den Wal sprechen
Auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier interessiert sich für den gestrandeten Buckelwal. Bei einem ohnehin geplanten Besuch des Ozeaneums in Stralsund will das deutsche Staatsoberhaupt am Donnerstag mit Experten auch über den Wal sprechen. Das hat das Bundespräsidialamt bekannt gegeben.
Das Ozeaneum ist einer der Museumsstandorte der Stiftung Deutsches Meeresmuseum, deren Experten eng in die Bewertung der Lage des gestrandeten Wals eingebunden sind.
Gestrandeter Buckelwal lebt noch – weiteres Vorgehen offen
Am Wochenende hatte es einen erneuten Rettungsversuch mit Walgesängen gegeben, der erfolglos blieb. Der verletzte Buckelwal liegt bereits seit dem 31. März in der Wismarbucht. Die letzten Rettungsversuche wurden am 1. April aufgrund des Gesundheitszustandes des Tiers eingestellt, um den Wal in Frieden gehen zu lassen, wie Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus mitteilte.
Frau in Wal-Nähe aus Meer geholt– von Fähre gesprungen?
Gestrandeter Wal atmet schwächer
Menschenkette für sterbenden Buckelwal – Hoffnung schwindet
Umweltministerium veröffentlicht Experten-Gutachten zu möglichen Maßnahmen
Die Veröffentlichung soll die Entscheidung, die Rettungsmaßnahmen einzustellen, Umweltminister Till Backhaus (SPD) zufolge für jeden transparent nachvollziehbar machen. Auch die Einschätzungen internationaler Expertengruppen von Walschützern, die die Ergebnisse des Gutachtens bestätigen, sind in dem Dokument aufgeführt und verlinkt.
Ministerium: Vom Buckelwal geht keine Gefahr für Umwelt aus
Gestrandeter Buckelwal: Begleitung des Tieres läuft weiter
Backhaus verteidigt Wal-Entscheidungen
Der Wal sei orientierungslos und habe schwerste Verletzungen auf dem Rücken und an der Seite. Alle Experten sagen demnach: „Lasst ihm seine Ruhe – ein Eingriff würde diesem Tier massive Schäden zufügen.“ Der Buckelwal sei so schwach und geschädigt, dass er die Heimreise demnach nicht schaffen werde. Das müsse man anerkennen.