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Russische Ostsee-Manöver Nato bereitet Reaktion vor


Die russische Marine- und Luftwaffe hält offenbar Manöver in noch nie dagewesenem Ausmaß in der Ostsee ab. Polen bezeichnet dieses Verhalten als beunruhigend. Die Nato bereite eine Gegenreaktion vor.

Polen hat sich besorgt über anhaltende russische Militärmanöver in der Ostsee-Region gezeigt. "Seit Tagen gibt es beispiellose Aktivitäten der Russen, sowohl der Ostsee-Flotte als auch der Luftwaffe", sagte der polnische Verteidigungsminister Tomasz Siemoniak am Donnerstag dem Fernsehsender TVN24. Sie bezögen sich sowohl auf die Ostsee als auch auf die russische Exklave Kaliningrad zwischen Polen und Litauen. Die Nato sei dabei, "eine Reaktion darauf vorzubereiten". Die Nato erklärte, sie habe "in den vergangenen Tagen russische Luftaktivitäten verzeichnet, die höher als normal lagen".

"Das beunruhigt uns", sagte Siemoniak zu den russischen Einsätzen. Er verwies unter anderem auf Bomber, die am Montag von Nato-Kampfjets im internationalen Luftraum abgefangen worden seien. Nach Angaben eines Nato-Sprechers wurden am Montag mehr als 30 russische Flugzeuge unterschiedlicher Typen im internationalen Luftraum "über der Ostsee und vor der Küste Norwegens" gesichtet, darunter Bomber, Jäger und Transportflugzeuge. Die Allianz hatte nach eigenen Angaben am Sonntag insgesamt 13 russische Maschinen "abgefangen".

400 Annäherungen an den litauischen Luftraum

Die Zwischenfälle mit russischen Maschinen in der Nähe des Nato-Luftraums sind im Zuge der Ukraine-Krise deutlich angestiegen. Dem Bündnis zufolge gab es in diesem Jahr bereits weit mehr als 400 solcher Vorfälle. Die Entsendung von Kampfjets ist Standard, wenn sich nicht identifizierte Flugzeuge dem Nato-Luftraum nähern. Am 8. Dezember hatte Litauen das Alarmniveau seiner Armee erhöht, nachdem eine Gruppe von 22 russischen Kriegsschiffen in der Ostsee gesichtet wurde, von denen sich eines bis auf fünf Kilometer den litauischen Hoheitsgewässern genähert hatte.

Anhaltende russische Manöver in der Region umfassten "eine bedeutende Zahl von Flugzeugen und Schiffen", erklärte die Nato am Donnerstag auf Anfrage. Solange diese in internationalen Gewässern und im internationalen Luftraum blieben, seien die Militärbewegungen zulässig. Das Verhalten könne aber "destabilisierend und möglicherweise gefährlich" werden, "wenn internationale Regeln nicht eingehalten werden".

yps/AFP AFP

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