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"Was die Welt bewegt": Neue Heizer für die Weltwirtschaft gesucht

Die USA nutzen das G20-Treffen in Pittsburgh, um etwas ganz Großes vorzubereiten: Denn Barack Obama will nichts weniger als eine Reform der Globalisierung - zugunsten der Vereinigten Staaten.

Von Katja Gloger

Der rote Teppich fehlte, First Lady Michelle Obama trug rosafarbene Pumps, die Kanzlerin wie immer im ach so praktischen Hosenanzug, dafür bekam Carla Bruni gleich vier Küsschen vom lieben Freund Barack. Der König von Saudi-Arabien ließ die Gewänder rauschen, die Gattin des türkischen Ministerpräsidenten kam mit Kopftuch, man herzte und scherzte, es herrschte ein bisschen Familientreffen-Atmosphäre bei der Eröffnung des G20 Gipfels in Pittsburgh. Dabei sollen die versammelten Staatenlenker hier heute nichts weniger bewerkstelligen, als das "globale Wirtschaftsdurcheinander" wieder in Ordnung zu bringen. So jedenfalls soll nach Angaben der "New York Times" Michelle Obama mit dem ihr eigenen Pragmatismus die Gipfel-Agenda umschrieben haben.

Pittsburgh also, im Nordwesten von Pennsylvania, an zwei Flüssen gelegen, die Allegheny und Mononghaela, heißen und hier zusammen in den mächtigen Ohio fließen. Pittsburgh, das klingt nach Stahl und Ruß und Schmutz und Dauerregen. US-Provinz? Elend? Industrieruinen? Von wegen. Pittsburgh ist das Musterbeispiel für einen gelungenen Strukturwandel, begonnen in den 70er Jahren.

Pittsburgh hat 35 Universitäten

Heute grünt es und blüht es, der Himmel strahlt blau, 35 Universitäten buhlen um Studenten. Zehntausende gut bezahlter Jobs warten auf Bewerber. Häuser sind preiswert, die Schulen gut, die Stadt gilt als eine der lebenswertesten in den USA. Pittsburgh, Pennsylvania, ein "Showcase" für das moderne Amerika. Eine nette Kulisse für das dritte Klassentreffen der G20 innerhalb eines Jahres. 1100 Delegierte, 2000 Journalisten, im Rahmen des Damenprogramms ist ein Besuch des Andy Warhol Museums vorgesehen.

Eine gute Nachricht verlautet aus Pittsburgh: die Welt ist wohl knapp an der ganz großen Katastrophe vorbeigeschrammt. Die befürchtete große Depression wird es wohl nicht geben, man lernte aus den Fehlern der 30er Jahre. Schiere Panik schweißte vor einem Jahr die großen Industrieländer zusammen, die Beschlüsse des "Billionen-Dollar-Gipfels" von London waren die Folge. Hunderte Milliarden wurden für Bankenrettung und weltweite Konjunkturprogramme ausgegeben. Vor allem aber hieß es: "Nie wieder!" Nie wieder sollten einige Wenige an der Wall Street oder in der Londoner City die Welt an den Abgrund führen. Kontrollen wollte man einführen, international durchsetzbare Regeln, endlich ein Korsett für den "entfesselten Finanzkapitalismus", den Weltoberfinanzminister Peer Steinbrück ausmachte.

Längst schleicht sich die Normalität zurück

Das war vor ein paar Monaten, also damals. Längst schleicht sich die Normalität zurück, die Aktienmärkte boomen, die Profiteure von einst drängen zurück an die Tröge. Für die Steuerzahler aber kommt das dicke Ende noch: in den aberwitzig verschuldeten Industrieländern werden es Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen sein. Hier droht 25 Millionen Menschen die Arbeitslosigkeit. Im Rest der Welt wurden nach Berechnungen der Weltbank durch die Krise zusätzlich 90 Millionen Menschen in absolute Armut geworfen - sie müssen von weniger als einem Euro pro Tag leben. Weltweit wurden Werte in Billionenhöhe vernichtet - für immer.

Die Schuldigen zur Verantwortung ziehen? Härtere Regeln durchsetzen? Von wegen. Schon im Vorfeld des Gipfels zankte man sich nach Kräften über Banker und Boni, über Blasen, Eigenkapitalquoten und neue Bilanzierungsregeln. Vor allem Großbritannien und die USA leisten zähen Widerstand gegen Regulierungen, die Finanzindustrie gehört zu ihren profitabelsten Wirtschaftsbreichen, und ihre Lobbyisten sind ebenso mächtig wie zahlungskräftig.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Obama und Brown wollen nichts weniger als eine Reform der Globalisierung

USA und Großbritannien wollen etwas ganz Großes

Nun setzen sie sich an den langen Konferenztisch im ökologisch superkorrekten Tagungszentrum. Angela Merkel besteht auf Finanzmarktregulierung, Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy auf Begrenzung der Boni. Aber die USA und Großbritannien wollen längst etwas anderes, ganz Großes: eine Reform der Globalisierung. Man wolle ein "dauerhaft tragfähiges Wachstum" erreichen, heißt es im Entwurf der Abschlusserklärung. Nach dem Willen Obamas sollen sich die G20 Staaten in Pittsburgh auf einen Mechanismus einigen, mit dem sich jedes Land zu einem "ausgeglichenen" Wirtschaftswachstum bereit erklären soll, zu überprüfen vom Internationalen Währungsfonds IMF.

Eine faire Globalisierung? Weg vom zügellosen Konsum? Eine neue Bescheidenheit gar? All das klingt zu schön, um wahr zu sein. Ist es auch. Denn Obamas verfolgt knallharte ökonomische Interessen: sein Land ist hoch verschuldet. Steuererhöhungen drohen, Amerikas Bürger müssen in den kommenden Jahren mehr sparen. Die Zeit des hemmungslosen Konsums per Kreditkarte ist vorbei. Weniger Konsum aber bedeutet weniger Importe - etwa aus China. Und die US-Wirtschaft soll wachsen, indem mehr amerikanische Produkte ins Ausland exportiert werden - etwa nach China. Schon munkelt man von einem schwachen Dollar, der US-Exporte erleichtern könne.

Andere sollen den Job des Heizers übernehmen

Die USA, so die unmissverständliche Botschaft, werden in den kommenden Jahren nicht mehr die Lokomotive der Weltwirtschaft sein. Jetzt sollen auch mal andere des Job des Heizers übernehmen. Sollen weniger exportieren, die Binnennachfrage stärken, Handelsungleichgewichte ausbalancieren. "Es wird eine der wichtigsten Entscheidungen sein, die die Welt für die kommenden Jahre trifft", meint der britische Premier Gordon Brown.

Die Forderung nach "tragfähigem Wachstum" ist vor allem an China und Deutschland gerichtet: die beiden Exportweltmeister sollen endlich mehr Konsum im eigenen Land stimulieren, heißt es. So stellt sich Präsident Obama die neue "Verantwortungspartnerschaft" vor, von der im Weißen Haus jetzt immer die Rede ist. Für ihre Verhältnisse heftig protestierte Kanzlerin Merkel schon im Vorfeld: Man solle nicht auf "Ersatzthemen" ausweichen, meckert sie. Solle Wirtschaftsregionen betrachten, nicht einzelne Länder.

Obama unter Druck

Doch Präsident Obama steht mächtig unter Druck. Seine Schonfrist ist längst vorbei. Er muss seinen geschliffenen Worten nun Taten folgen lassen. Seine Wähler erwarten eine Gesundheitsreform, die diesen Namen auch verdient. Das Land fordert Klarheit und Konsequenz, wenn es um den Krieg in Afghanistan geht. Schon wieder wird über eine neue Afghanistan-Strategie diskutiert. Noch mehr Truppen oder weniger Truppen - über diese Frage scheint man sich auch im Weißen Haus nicht einig.

Die Welt wiederum will endlich Substantielles zum Klimaschutz - aber auch das konnte Obama bislang nicht liefern. Da hatte das Repräsentantenhaus nach Monaten erbitterter Diskussion endlich ein Gesetz zur CO₂-Reduzierung verabschiedet. Doch jetzt stellt sich der Senat quer - und Obamas Klimaziele bleiben im Ungefähren. Dabei drängt die Zeit - in drei Monaten schon soll die Welt auf der Kopenhagener Klimakonferenz verbindliche Beschlüsse fassen.

Kompromisse nach Obama-Art

Man komme den Europäern wieder einmal entgegen, heißt es bei den Amerikanern. So werde es einen konkreten Zeitplan für die Umsetzung der Finanzmarktreform geben und auch die Verpflichtung, dass jedes Land eigene Boni-Regeln erlassen werde. Es sind Kompromisse nach Obama-Art. Denn was sind im Vergleich einer neuen Weltwirtschaftsordnung schon die paar Banker und ihre Boni?

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(