HOME

Agyptische Sinai-Halbinsel: Mindestens 70 Tote nach Anschlägen von IS-Ableger

Bei einem Anschlag ägyptischer Extremisten sind mindestens 70 Menschen ums Leben gekommen. Laut Armeeangaben griffen rund 70 Attentäter fünf Kontrollpunkte im Norden an. Auch eine Polizeiwache war Ziel der Extremisten.

Ägyptischer Militär-Außenposten auf der Halbinsel Sinai

Immer wieder werden ägyptische Militär-Außenposten Ziel von Islamisten (Archivbild)

Bei einer Anschlagsserie auf der ägyptischen  Sinai-Halbinsel sind nach ägyptischen Behördenangaben mehr als 70 Menschen getötet worden. Mindestens 36 Soldaten und Zivilisten sowie 38 Angreifer seien getötet worden, teilten Vertreter von Sicherheits- und Gesundheitsbehörden mit. Etwa 70 Attentäter hätten fünf Kontrollpunkte im Norden angegriffen, sagte ein Armee-Sprecher.
Zu der Tat bekannte sich die radikale Gruppe Sinai-Provinz, der ägyptische Ableger der Extremisten-Miliz Islamischer Staat (IS).

Polizeiwache Ziel der Angriffe

Offen blieb, ob nur Soldaten oder auch Polizisten unter den Toten waren. Nach Angaben von Augenzeugen und aus Sicherheitskreisen war auch eine Polizeiwache Ziel der Angriffe. Extremisten hätten rund um die Wache in Scheich Suweid Sprengsätze deponiert und die Polizisten dazu gezwungen, im Gebäude zu bleiben.

Die Gruppe Sinai-Provinz erklärte über Twitter, sie habe mehr als 15 Posten der Sicherheitskräfte ins Visier genommen und drei Selbstmordanschläge verübt.

Nach dem Sturz des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi 2013 haben islamistische Gruppen ihre Angriffe auf Regierungseinrichtungen auf der Halbinsel massiv verstärkt. Hunderte Polizisten und Soldaten wurden dabei getötet. Sinai-Provinz ist die aktivste Extremistengruppe der Halbinsel, die auch ein Touristenziel ist.

mod / Reuters / AFP