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Angriffe: Tote und Verletzte bei Anschlägen im Südirak

Bei mehreren Anschlägen in der südirakischen Stadt Kerbela sind heute mindestens elf Menschen getötet und rund 170 verletzt worden.

Bei mehreren Anschlägen in der südirakischen Stadt Kerbela sind heute mindestens elf Menschen getötet und rund 170 verletzt worden. Die Angriffe mit vier Autobomben, Mörsergeschossen und Maschinengewehren richteten sich nach Militärangaben gegen zwei Stützpunkte der Koalitionstruppen auf dem Universitätsgelände und einer Polizeiwache sowie gegen das Rathaus.

Vier Angehörige der Koalitionstruppen fielen nach Angaben des polnischen Kommandeurs Andrzej Tyszkiewicz den Angriffen zum Opfer. Mindestens 37 weitere wurden verwundet, darunter fünf US-Soldaten, wie US-Brigadegeneral Mark Kimmitt in Bagdad mitteilte. Krankenhausmitarbeiter berichteten weiter von sechs getöteten irakischen Polizisten, einem toten Zivilisten und 135 verletzten Irakern. Fünf der Verletzten befanden sich nach Angaben von Tyszkiewicz in ernstem Zustand.

Angriffe auf Rathaus, Polizeistation und zwei Militärstützpunkte in Kerbela

Unter den Toten waren nach Berichten der polnischen Nachrichtenagentur PAP zwei Soldaten, die bei einem Angriff auf den Stützpunkt der bulgarischen Truppen in der Stadt getroffen wurden. Über ihre Nationalität war zunächst nichts bekannt. In dem Sektor sind unter anderem Soldaten aus den USA, aus Polen, Bulgarien, Thailand und von den Philippinen im Einsatz. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Warschau erklärte, mehrere Menschen seien verletzt worden, als eines der Geschosse die nahe gelegene Universität getroffen habe. Augenzeugen berichteten, bei der Universität sei eine Autobombe explodiert.

Eine weitere Autobombe detonierte vor der Polizeistation, wie ein amerikanischer Militärsprecher mitteilte. Dort seien fünf US-Soldaten und mehrere irakische Polizisten verletzt worden. Zwei Männer seien festgenommen worden. Die Fahrer anderer verdächtiger Wagen seien erschossen worden, bevor sie mit ihren Autobomben die Militärstützpunkte erreicht hätten, teilten die polnischen Streitkräfte mit.

Über dem Rathaus von Kerbela stiegen Flammen und Rauch auf. Augenzeugen berichteten, der Verwaltungssitz sei mit Granaten angegriffen worden. In der Stadt waren zwei Explosionen zu hören.

Angriffe auch in Mossul, Ramadi und Bagdad

In der nordirakischen Stadt Mossul schossen laut Augenzeugenberichten Aufständische von einem Auto aus auf einen US-Konvoi. Die Soldaten verfolgen die Angreifer und töteten vier von ihnen. Die US-Truppen bestätigten diese Angaben zunächst nicht.

In Ramadi eröffneten drei bewaffnete Männer das Feuer auf eine Polizeistation. In einem anschließenden Feuergefecht wurde nach Polizeiangaben ein Polizist getötet. Auch einer der Angreifer wurde erschossen, die übrigen beiden entkamen.

Nach Angaben von US-Militärsprecherin Patricia Teran-Matthews wurden fünf Amerikaner in Bagdad verletzt, als zwei am Straßenrand versteckte Bomben explodierten. Ein weiterer US-Soldat sei bei einem ähnlichen Zwischenfall in Habanijah westlich der Hauptstadt verletzt worden. Eine weitere Bombe explodierte in einem Treibstofflager nahe Latifijah südlich von Bagdad, wie die Sprecherin weiter mitteilte. Dabei sie niemand verletzt worden, die Detonation habe jedoch einen Großbrand ausgelöst.

Japan entsandte unterdessen einen Voraustrupp zur Vorbereitung eines humanitären Einsatzes nach Irak. 17 Soldaten trafen am Samstag in Kuwait ein, ein weiteres Team kam in Katar an. Insgesamt sollen in Irak 1.000 japanische Soldaten stationiert werden, die vor allem beim Wiederaufbau der Wasserversorgung im Süden des Landes helfen sollen.