Beslan Tragödie wäre zu verhindern gewesen


Eine von Russland eingesetzte Untersuchungskommission zum Geiseldrama von Beslan hat die örtlichen Sicherheitskräfte schwer belastet. Das Unglück hätte verhindert werden können, hätte die Polizei die Sicherheitsanweisungen beachtet.

Die Geiseltragödie in Beslan im Kaukasus vom September 2004 mit 331 Todesopfern hätte verhindern werden können. Zu diesem Ergebnis kam eine Untersuchungskommission des russischen Parlaments in einem am Mittwoch nach mehrfacher Verzögerung vorgelegten Zwischenbericht.

Wenn die Sicherheitskräfte ihre Arbeit ernst genommen hätten, hätte die Geiselnahme in der Schule Nummer 1 der Nordossetischen Stadt Beslan verhindert werden können, sagte der Vorsitzende der Untersuchungskommission, Alexander Torschin, in Moskau vor Abgeordneten. Die Polizei habe Hinweise nicht beachtet, die auf einen bevorstehenden Terrorakt hingewiesen hätten.

Von Unzulänglichkeiten und Fehleinschätzungen geprägt

Die Operation zur Befreiung der Geiseln sei von Unzulänglichkeiten und Fehleinschätzungen geprägt gewesen, sagte Torschin weiter, ohne in Details zu gehen. Das Material reiche für endgültige Schlussfolgerungen noch nicht aus, sagte er. Weitere Untersuchungen seien notwendig.

Den Schlussbericht, in dem Einzelheiten und die Frage nach den Schuldigen beantwortet werden soll, kündigte er für April oder Mai an. Viele Fragen blieben unbeantwortet, so zum Beispiel, wer zwei Sprengsätze zur Detonation gebracht habe, die zum Sturm der Schule geführt hatten.

In der Stadt Beslan im Nordkaukasus hatten islamistische Terroristen aus Tschetschenien und Inguschetien vom 1. September 2004 an etwa 1100 Schulkinder und Erwachsene drei Tage als Geiseln festgehalten. Das Drama endete mit einem stundenlangen Feuergefecht mit den Sicherheitskräften, bei dem allein 186 Kinder starben. Insgesamt kamen 331 Menschen ums Leben.

Bereits am Vortag hatten Experten im Auftrag der Generalstaatsanwaltschaft festgestellt, dass der Krisenstab und die Einsatzkräfte keine Rechtsverstöße begangen hätten.

DPA DPA

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