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Buch über den US-Präsidenten "Die Beweise sind überwältigend": Woodward zofft sich mit Moderatorin wegen seiner Kritik an Trump

Sehen Sie im Video: stern-Korrespondent analysiert die wichtigsten Enthüllungen aus Bob Woodwards Buch über Donald Trump.
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Reporterlegende Bob Woodward war bei Donald Trumps Haussender Fox News eingeladen, um über sein Enthüllungsbuch über den US-Präsidenten zu sprechen. Doch was er zu sagen hatte, schien seiner Gastgeberin nicht besonders zu gefallen.

Investigativreporter Bob Woodward hat zum ersten Mal seit der Veröffentlichung seines Enthüllungsbuches über Donald Trump dem Haussender des Präsidenten, Fox News, Rede und Antwort gestanden. Zwei Tage nach dem Erscheinen von "Rage" (Zorn), das schon im Vorfeld seiner Veröffentlichung für viel Wirbel gesorgt hatte, war Woodward am Donnerstag zu Gast in der Sendung "The Daily Briefing" - und geriet dabei mit Moderatorin Dana Perino aneinander.

Bob Woodward: "Trump ist der falsche Mann für den Job"

Perino, die unter Präsident George W. Bush Pressesprecherin des Weißen Hauses war, konfrontierte den prominenten Journalisten mit seinem persönlichen politischen Urteil über Trump. Woodward hatte für "Rage" 19 Interviews mit dem Präsidenten und zahlreiche Gespräche mit anderen Spitzenbeamten des Weißen Hauses geführt und kommt am Ende des Buches zu dem Schluss, dass Trump für das Oval Office nicht geeignet sei, weil er - wie er selbst zugegeben hat - seine Landsleute über die Gefahr der Corona-Pandemie bewusst im Unklaren gelassen und diese heruntergespielt habe.

Die Moderatorin machte deutlich, dass sie Woodwards Verurteilung von Trump für problematisch hält und wollte lieber wissen, ob der 77-Jährige glaube, das der demokratische Herausforderer des Präsidenten, Joe Biden, der richtige Mann für das Amt sei.

"Was ich in den letzten viereinhalb Jahren getan habe, ist, über Trump zu berichten", antwortete Woodward. Er sei dem Präsidenten und seiner Arbeit dabei so nahe gekommen, dass er in der Lage sei, das Urteil zu fällen, "dass er - mit überwältigenden Beweisen - der falsche Mann für den Job ist", so der Journalist. "Ich habe nicht ausführlich über Joe Biden berichtet."

Moderatorin will lieber über Joe Biden reden

Perino unterbrach ihren Gast immer wieder und versuchte, das Gespräch mehrfach auf Biden oder andere Themen als Trumps Umgang mit der Corona-Pandemie zu lenken, doch ihr Gast ließ sich nicht darauf ein. Schließlich fragte ihn die Moderatorin, was Ben Bradlee, der legendäre Herausgeber der Washington Post, unter dessen Ägide Woodward in den 1970er-Jahren zusammen mit seinem Kollegen Carl Bernstein die Watergateaffäre aufgedeckt hat, davon halten würde, dass er sich als Journalist dazu entschieden habe, in seinem Buch ein Urteil über Trump abzugeben.

"Dana, wenn Sie das Buch lesen konnten", entgegnete Woodward, "die Beweise sind überwältigend. "Es ist einer der traurigsten Momente für dieses Land, einen Anführer zu haben, der es versäumt hat, die Wahrheit zu sagen, der es versäumt hat, die Menschen zu warnen."

Trump habe Menschen verwirrt, die wissen wollten, ob sie ihre Kinder zur Schule schicken sollten oder ob sie in den Supermarkt gehen könnten, erklärte der Journalist. "Der Präsident hat dieses Megaphon, und die Leute sehen ihn als denjenigen an, der sagen wird: 'Hier ist die Realität'. Und wenn du die Realität verdrehst, hast du in deinem Job versagt und bist du der falsche Mann für diesen Job."

Für Perino lief ihr Interview mit Woodward offenbar nicht ganz so ab, wie sie es sich erhofft hatte. Nachdem das Gespräch beendet war, räumte sie laut der US-Nachrichtenseite "Mediaite" in einem späteren Teil der Sendung ein, dass es "frustrierend" gewesen sei und dass sie Schwierigkeiten gehabt habe, überhaupt zu Wort zu kommen.

Quellen: Fox News"Mediaite", "Huffington Post"

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