Bush und Putin Herzlicher Abschied, keine Einigung


Kremlchef Wladimir Putin und US-Präsident George W. Bush feierten im Schwarzmeer-Kurort Sotschi zwar ein herzliches Abschiedstreffen, den Streit um das geplante US-Raketenabwehrsystem in Mitteleuropa haben sie indes nicht beigelegt.

"Es hat keinen Durchbruch in den großen Streitthemen gegeben." So fasste Wladimir Putin auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bush die Gespräche zusammen. Russland bleibe bei seiner Ablehnung der für Polen und Tschechien vorgesehenen Abwehranlagen, hieß es in einer veröffentlichten Erklärung, aus der die Agentur Interfax zitierte. Bush erneuerte sein Angebot an Russland zur Zusammenarbeit beim Raketenschild. "Das System ist nicht gegen Russland gerichtet", betonte der US-Präsident.

Ungeachtet der US-Kritik an der Menschenrechtslage in Russland unter Putin bekräftigte Bush seine Sympathie für den Kremlchef. Er schätze Putin, weil jener ein starker Staatslenker sei, der ohne Scheu sage, was er wolle, betonte Bush. Putin wird Anfang Mai das Präsidentenamt an seinen Nachfolger Medwedew übergeben. In Sotschi endet für Bush eine einwöchige Europareise, in deren Mittelpunkt der NATO-Gipfel in Bukarest stand.

Die Urkraine, Georgien und die Nato

Moskau machte auch erneut seinen Widerstand gegen die von der US-Regierung gewünschte schnelle Aufnahme der ehemaligen Sowjetrepubliken Ukraine und Georgien in die Nato deutlich. In der Erklärung hieß es allerdings weiter, dass Moskau die bisherigen Bemühungen der USA anerkenne, die russischen Bedenken gegen das Vorhaben zu entkräften. Die beiden scheidenden Staatschefs stellten einen sogenannten Fahrplan für die künftige Zusammenarbeit zwischen Moskau und Washington vor.

Bei seinem Besuch in Sotschi traf Bush auch mit dem zukünftigen russischen Präsidenten Dmitri Medwedew zusammen. Medwedew bezeichnete dabei das Verhältnis zu den USA als besonders wichtig. In Sotschi endet für Bush am Sonntag eine einwöchige Europareise, in deren Mittelpunkt der Nato-Gipfel in Bukarest stand.

DPA DPA

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