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Covid-19-Erreger Italien, Frankreich, Iran - welche Politiker sich weltweit mit dem Coronavirus infiziert haben


Weltweit grassiert das Coronavirus, alle Bevölkerungsgruppen können sich anstecken. In vielen Lebensbereichen sind die Folge spürbar. Auch vor Spitzenpolitikern macht das Virus nicht Halt, so wie in Iran und Italien.

Politiker beraten vielerorts wie das neuartige Coronavirus eingedämmt werden kann - in einigen Ländern sind sie aber auch unmittelbar selbst von der Lungenkrankheit betroffen.

In Portugal hat sich Präsident Marcelo Rebelo de Sousa wegen einer möglichen Infektion mit dem Virus in eine zweiwöchige Selbstisolation begeben. Der 71-Jährige hatte in der vergangenen Woche Jugendliche einer Schule im Norden des Landes getroffen, die später wegen eines Coronavirus-Falls geschlossen wurde. Bislang hat der Politiker aber keine Symptome und will von seinem Haus aus weiterarbeiten. Eine Infektion mit dem Covid-19-Erreger gilt aber als unwahrscheinlich, da Rebelo de Sousa zwar Fotos mit Schülern und Lehrern gemacht habe, "ohne diese aber jedoch einzeln zu begrüßen". 

Politiker in USA gehen freiwillig in Quarantäne

Auch in den USA und in der Ukraine begaben sich Politiker aus Vorsicht in Quarantäne. Aus Solidarität mit China-Rückkehrern wählte die frühere ukrainische Gesundheitsministerin Sorjana Skalezkaja diesen Weg. Der republikanische US-Senator Ted Cruz begab sich freiwillig in Quarantäne, weil er vor mehr als einer Woche einem späteren Covid-19-Patienten bei einer Konferenz (CPAC) die Hand geschüttelt habe. Auch der Kongressabgeordnete Paul Gosar aus Arizona - ebenfalls Republikaner - gab an, vorerst zuhause bleiben zu wollen. Ebenfalls im Rahmen der CPAC sei er über einen längeren Zeitraum mit einer Person zusammengewesen, die mittlerweile wegen des Coronavirus im Krankenhaus sei. Er habe ihr mehrmals die Hand geschüttelt. 

US-Präsident Donald Trump gab sich zuletzt noch gelassen trotz der Ausbreitung des neuartigen Virus auch in den USA. Er wolle Unterstützern weiterhin die Hand geben, sagte er am Donnerstagabend (Ortszeit). "Sie wollen deine Hand schütteln, sie wollen Hallo sagen, sie wollen dich umarmen, sie wollen dich küssen, was auch immer. Das muss man machen", sagte er dem Sender Fox News, fügte aber hinzu: "Wenn es jemals eine Zeit gab, Menschen davon zu überzeugen, keine Hände zu schütteln, könnte es diese sein."

In Italien haben sich mehrere Politiker infiziert 

In Italien haben sich mehrere Politiker nachweislich infiziert. Neben dem Präsidenten der Region Piemont, Alberto Cirio, und dem Chef der Armee, General Salvatore Farina, ist auch der Parteichef der in Rom mitregierenden Sozialdemokraten, Nicola Zingaretti, darunter. Es gehe ihm gut, er müsse aber zunächst zu Hause in Quarantäne bleiben, erklärte der 54-Jährige in einem Video bei Facebook. Ende Februar hatte der Politiker sich noch in Mailand in der schwer betroffenen Region Lombardei demonstrativ beim Aperitif gezeigt und betont, Panik sei fehl am Platz.

Nicola Zingaretti, Präsident der Region Latium und Chef der italienischen Sozialdemokraten, hält einen Zettel
Nicola Zingaretti, Präsident der Region Latium und Chef der italienischen Sozialdemokraten, hat's auch erwischt. Er ist mit dem Coronavirus infiziert und bleibt in häuslicher Quarantäne.
© Roberto Monaldo / DPA

Die Nationalversammlung Frankreichs, das Unterhaus des Parlaments, meldet fünf von der Lungenkrankheit betroffene Abgeordnete. Auch zwei Mitarbeiter haben sich angesteckt. Die Nationalversammlung pausiert unabhängig vom Virus bis zum 22. März - dadurch reduziert sich die Zahl der Mitarbeiter und Abgeordneten im Haus ohnehin stark.

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Iran ist besonders schwer getroffen

Besonders schwer betroffen ist der Iran. Lokalen Medien zufolge sind mindestens acht Offizielle an der Lungenkrankheit gestorben. Neben dem ehemaligen Vizeaußenminister Hussein Scheicholeslam gehören die neugewählte Abgeordnete Fatemeh Rahbar und ein Berater des obersten Führers Ajatollah Ali Chamenei zu den Opfern. 14 weitere Offizielle wurden positiv getestet - darunter der Vizegesundheitsminister Iradsch Haritschi sowie Vizepräsidentin Massumeh Ebtekar.

Am Sitz der Europäischen Kommission in Brüssel sind bislang noch keine Fälle erkrankter Politiker bekannt. Allerdings bremsen einige Vorsichtsmaßnahmen dort den Politikbetrieb. Das Europaparlament tagt diese Woche in Brüssel statt in Straßburg, um viele Reisen, etwa von Mitarbeitern, zu vermeiden. Der liberale Fraktionschef Dacian Ciolo? soll Parlamentspräsident Daniel Sassoli aufgefordert haben, die Sitzung ganz abzusagen oder auf die wesentlichen Punkte zu beschränken. Der EU-Ministerrat schränkt die Zahl der Treffen ein, davon sind auch Arbeitsgruppen und Vorbereitungsgremien betroffen, in denen Beamte und Diplomaten arbeiten.

tis / Annette Reuther, Lena Klimkeit, Farshid Motahari und Lennart Stock DPA

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