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Syrien, Nordkorea, US-Grenze: Wie US-Verteidigungsminister Mattis zunehmend an Trump verzweifelt

"Wir haben den IS in Syrien geschlagen", twittert US-Präsident Donald Trump und zieht die US-Truppen vor Ort ab. Viele sehen das kritisch, offenbar auch sein Verteidigungsminister. Der verzweifelt zunehmend an seinem Chef. 

James Mattis und Donald Trump

James Mattis und Donald Trump - der Verteidigungsminister verzweifelt zunehmend an seinem Chef

AFP

Donald Trump nennt ihn "Mad Dog", einen tollwütigen Hund, womit wohl seine klare Kante zu Themen und Positionen gemeint sein soll. James Mattis zeigt oft klare Kante. Gegen Nordkorea, dem er mit einer "massiven militärische Antwort" drohte. Oder dem Islamischen Staat (IS) in Syrien, den er "zerstören" wolle. Es werde ein "harter Kampf", der noch Zeit in Anspruch nehmen werde. So die Einschätzung des US-Verteidigungsminister vor gerade einmal zwei Monaten

Es sind Einschätzungen, die für Trump eigentlich von großem Wert sind. Der US-Präsident hat keine Militärerfahrung. Weder persönliche, noch - mittlerweile - in seinem Stab: Mattis ist nach zahlreichen Abgängen im Weißen Haus der "Last General Standing", wie ihn US-Medien nennen. Trump braucht seinen "Mad Dog".

James Mattis und Donald Trump

James Mattis und Donald Trump - der Verteidigungsminister verzweifelt zunehmend an seinem Chef

AFP

Doch er hört trotzdem nicht auf ihn. Nordkorea: Sitzt nun gewissermaßen als Nuklearmacht am Verhandlungstisch mit den USA. Der IS in Syrien: Sei "geschlagen", schreibt Trump auf Twitter. Und will nun die US-Truppen vor Ort abziehen, der Prozess sei sogar schon im Gange. 

Es sind zwei von vielen Trump-Entscheidungen, die zeigen: Der "Mad Dog" hat seinen Einfluss verloren. Nun ist die Frage, wann er seine Geduld verliert.

Donald Trump und sein "Mad Dog" - das war einmal

Mattis' Einfluss auf den US-Präsidenten habe seinen Tiefpunkt erreicht, schildern es Offizielle der "Washington Post". Er wolle zwar US-Verteidungsminister bleiben, aber der Frust sei groß: Auch in Sachen des US-Grenzschutzes zu Mexiko oder in Personalfragen habe Mattis seine Bedenken geäußert und seine Einschätzungen abgegeben - hier hat Trump sein Ding durchgezogen. 

Auch in der Causa Syrien soll Trump die Einwände seines Verteidigungsministers abgeschmettert haben. Mattis habe vor Chaos in der Region und Problemen für die USA gewarnt, sollte man die dort stationierten Truppen überstürzt abziehen. Der Fernsehsender CNN berichtete sogar, Trump habe bei seiner Entscheidung weder Außenminister Mike Pompeo noch Mattis einbezogen. 

So oder so: Wie Trump die Lage sieht, hat er nun gezeigt.

Laut der "Washington Post" sieht Trump Mattis in letzter Zeit nicht allzu häufig bis gar nicht. Trotz vieler Baustellen und Probleme, die in den USA und in der Welt brodeln. Er überlege gar, so das Blatt, ob er Mattis halten soll. Warum, ist nicht vollständig überliefert. Scheinbar halte Trump die Beziehung für "belastend", so Offizielle zur "Washington Post".

Naheliegend: Mattis zeigt klare Kante - auch gegen den US-Präsidenten. Er vertritt Positionen, die der US-Präsident nicht vertritt - Syrien ist dabei wohl nur ein Beispiel. Das hat ihm, besonders zu Beginn der Trump-Administration, offenbar auch den Respekt von Trump eingebracht. Stichwort: "Mad Dog".

Mattis werde einen Weg finden, den Truppenabzug zu managen, so die Einschätzung eines früheren Top-Militärs in der "Washington Post", anstatt daraus ein großes Problem zu machen. Es sei immerhin ein Befehl, den man befolgen müsse, so David Lapan. Oder nicht, was den unmittelbaren Rückzug bedeuten würde. Laut Lapan würde Mattis das Problem, wenn überhaupt, mit folgender Frage an Trump angehen: "Gibt es eine Möglichkeit diese Angelegenheit zu ändern?" 

Ob und wie, entscheidet Trump. Ob und wie er es mitträgt, entscheidet sein "Mad Dog". Vielleicht mit klarer Kante, vielleicht auch nicht.

Quellen: "Washington Post", "CNN", DPA

fs