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Wahlkampfrede in Cincinnati: "Ekelhaft": Trump beschimpft erneut Baltimore und knöpft sich dann weitere US-Städte vor

Es ist noch nicht einmal eine Woche her, dass Donald Trump mit Beschimpfungen der Ostküstenstadt Baltimore für Empörung sorgte. Jetzt hat der US-Präsident kräftig nachgelegt.

Donald Trump auf einer Wahlkampfveranstaltung in Cincinnati

"Nennt mir einen Ort, den Ihr für ziemlich schlecht haltet!": Donald Trump auf einer Wahlkampfveranstaltung in Cincinnati

DPA

Donald Trump scheint ein neues Lieblingsthema für seinen Wahlkampf gefunden zu haben: Die Zustände in demokratisch regierten US-Städten. Nachdem der Präsident am vergangenen Wochenende Baltimore via Twitter als ein "widerliches, von Ratten und Nagern verseuchtes Drecksloch" und den "gefährlichsten" Ort der USA bezeichnet hatte, in dem "kein menschliches Wesen" leben wolle, hat er die Ostküstenmetropole jetzt erneut scharf attackiert - und sich gleich noch weitere US-Städte vorgeknöpft.

Trump spricht von "ekelhaften" Bedingungen in L.A.

"Niemand hat einen höheren Preis für die zerstörerische Agenda der extremen Linken bezahlt als Amerikaner, die in den Innenstädten unserer Nation leben", sagte Trump auf einer Kundgebung in Cincinnati im Bundesstaat Ohio. "Sie haben teuer dafür bezahlt." Die Regierung habe den Städten "Milliarden und Milliarden und Milliarden und Milliarden" an Bundesmitteln geschickt und dort seien die Gelder "gestohlen" und "verschwendet" worden.

Sehen Sie im Video, wie der US-Präsident seine Twitter-Tiraden rechtfertigt:

Donald Trump sagt: Er bereut keinen einzigen seiner Tweets

Seit 100 Jahren würden Demokraten die Städte kontrollieren, behauptete der Republikaner. "Wir können eine nach der anderen benennen, aber das werde ich nicht tun, weil ich nicht streitlustig sein will." Im Laufe seiner 80-minütigen Rede nannte er dann aber doch mehrere prominente Städte, kritisierte die dortigen Verhältnisse und gab deren demokratischen Regierenden die Schuld daran.

"Fast die Hälfte aller Obdachlosen, die auf den Straßen Amerikas leben, leben zufällig im Staat Kalifornien", rief Trump seinen rund 17.000 Anhängern in der US Bank Arena zu. "Was die Demokraten mit dem Bundesstaat machten sei "eine Schande" für die Vereinigten Staaten. "Seht Euch Los Angeles mit den [...] schrecklichen, schrecklichen, ekelhaften Bedingungen an. Seht Euch San Francisco an, seht Euch einige Euer anderen Städte an."

Donald Trump attackiert sogar seinen Gastgeber

Und auch Baltimore bekam wieder sein Fett weg: Die Mordrate in der Stadt sei "deutlich höher als in El Salvador, Honduras und Guatemala", sagte Trump. "Ich glaube, sie ist höher als ..." - dann bat er sein Publikum um weitere Vergleichsvorschläge: "Nennt mir einen Ort, den Ihr für ziemlich schlecht haltet!", forderte der Präsident die Menge auf. "Afghanistan" rief ihm jemand zu und Trump antwortete: "Ich glaube, sie ist höher als in Afghanistan. In unserem Land, stellt Euch das mal vor. Wir werden die Zahlen überprüfen. Wenn wir uns irren, werden sie es uns morgen sagen. Die Schlagzeilen werden lauten: 'Trump hat übertrieben!' Ich glaube, die Rate ist höher als in Afghanistan."

Sehen Sie im Video: Trump beleidigt Baltimore als "rattenverseucht" – dabei haben seine eigenen Restaurants ein Hygiene-Problem

Medien berichten, dass Trumps eigene Immobilien von Ratten befallen sind

Am Ende teilte Trump sogar noch gegen seinen Gastgeber aus: Nachdem Demonstranten seine Ansprache für ungefähr drei Minuten unterbrachen und ein Banner mit der Aufschrift "Immigranten haben Amerika aufgebaut" schwenkten, bevor sie vom Sicherheitspersonal abgeführt wurden, stichelte der Präsident, die Protestierenden würden die Führung der Stadt widerspiegeln. "Cincinnati, habt Ihr einen demokratischen Bürgermeister?", fragte er die Zuschauer, die das bejahten. "Nun das ist es, was passiert."

Quellen: NBC News; "The Hill"; "Huffington Post"; "New York Times"; "Deadline"

mad