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US-Vorwahlen: Trump siegt weiter - aber Sanders würde ihn schlagen

Ohne Gegenkandidaten gewinnt Donald Trump weitere Vorwahlen. Die Demokraten spielen ihm in die Hände: Der eigentlich bereits chancenlose Bernie Sanders gewinnt Einzelstaaten. Umfragen sehen ihn stärker als Hillary Clinton.

Donald Trump (l.) und Bernie Sanders

Donald Trump (l.) gegen Bernie Sanders? Laut Umfragen würde der Sozialist den Milliardär im Rennen um das Weiße Haus besiegen

Hillary Clintons Weg zur Präsidentschaftskandidatur der Demokraten bleibt lang und steinig. In der Nacht zum Mittwoch verlor die frühere Außenministerin die Vorwahl im Bundesstaat West Virginia gegen Bernie Sanders. Der Senator von Vermont lag laut dem Sender CNN mit gut 51 Prozent deutlich vor seiner Rivalin, die nur auf gut 36 Prozent kam.

Da die Delegierten des Staates für das Gesamtrennen aber anteilig der gewonnenen Stimmen verteilt werden, hat Sanders gegen Clinton kaum Boden gut machen können. In West Virginia ging es nur um insgesamt 29 Delegierte.

Für Sanders, der sich als demokratischen Sozialisten bezeichnet, bleibt das Rennen um die Kandidatur seiner Partei rechnerisch beinahe aussichtslos. Clinton liegt insgesamt weiter mehrere hundert Delegiertenstimmen vorn. Ihr fehlen nur noch rund 160 der für ihre Nominierung nötigen Stimmen. Sanders müsste bei den verbleibenden acht Wahlen rund 66 Prozent aller Delegierten bekommen, um Clinton einzuholen. Außerdem müsste er die Mehrheit der so genannten Superdelegierten auf seine Seite ziehen. Von diesen haben aber die allermeisten bereits erklärt, für Clinton stimmen zu wollen.

Umfragen sähen Sanders gegen Trump vorn

Dennoch machen Niederlagen in einzelnen Bundesstaaten Clintons Wahlkampf und Image zu schaffen. Im Kohlestaat West Virginia schadeten ihr kritische Äußerungen über die Minenindustrie. Durch seine Siege hält Sanders auch programmatisch den Druck auf Clinton aufrecht. Der 74-jährige Linke kommt vor allem bei jungen Wählern gut an. Er hatte angekündigt, "bis zur letzten Stimme" zu kämpfen.

Clintons Problem und Sanders' Antrieb sind aber auch neue Umfragen, in denen Sanders in einem direkten Vergleich mit Donald Trump klar besser abschneidet. Trump nutzt das Ringen der Demokraten weidlich aus. Er sagte, Clinton bekomme es nicht einmal hin, sich gegen einen einzigen innerparteilichen Konkurrenten durchzusetzen.

Trump nähert sich Schwelle von 1237 Delegierten

Bei den Republikanern gewann Donald Trump die Wahlen in West Virginia und im Bundesstaat Nebraska. Er hat keinen Gegenkandidaten mehr, seitdem sich nach der jüngsten Vorwahl in Indiana seine Konkurrenten Ted Cruz und John Kasich zurückgezogen hatten. Dennoch bekamen die beiden Aussteiger am Dienstag zusammen niedrige zweistellige Zustimmung. Die Demokraten haben in Nebraska bereits im März gewählt. 

Trump nähert sich mit den am Dienstag gewonnenen Delegierten der Schwelle von 1237: Das ist die Mehrheit aller Delegierten, die über Monate in den Vorwahlen aller Bundesstaaten erreicht werden muss, um sich die Kandidatur zu sichern.

Der umstrittene New Yorker Milliardär und politische Quereinsteiger Trump war bereits vor diesem Wahldienstag der voraussichtliche Präsidentschaftskandidat der Republikaner. Cruz, Senator von Texas, schloss am Dienstag aus, als unabhängiger Kandidat wieder in das Rennen ums Weiße Haus einzusteigen.

Der nächste Wahltag ist der kommende Dienstag. In Oregon stehen Abstimmungen beider Parteien an, in Kentucky wählen nur die Demokraten. 

mad / DPA / AFP