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US-Präsident auf Twitter: "Haltet eure Mopps und Eimer bereit": Trump verspottet New Yorker im Kampf gegen Hochwasser

In New York wird darüber debattiert, wie man die Stadt besser vor Überflutungen schützen kann. US-Präsident Donald Trump hat da seine ganz eigenen Vorstellungen. 

US-Präsident Donald Trump

Macht sich über New Yorker Flutschutzpläne lustig: US-Präsident Donald Trump

DPA

Donald Trump macht kein Geheimnis daraus, dass er den menschengemachten Klimawandel anzweifelt und nicht viel von Klimaschutz hält. Besonders unverblümt hat der US-Präsident das jetzt den Bewohnern von New York mitgeteilt und ihnen geraten, Überflutungen doch einfach mit Feudel und Wischeimer zu bekämpfen.

"Eine massive, 200 Milliarden Dollar teure Seeschutzmauer um New York herum zu bauen, um es vor seltenen Stürmen zu schützen, ist eine teure, dumme und umweltunfreundliche Idee, die, wenn sie gebraucht wird, wahrscheinlich sowieso nicht funktionieren wird. Außerdem wird sie schrecklich aussehen", behauptete Trump am Wochenende auf Twitter. Sein Rat an die New Yorker: "Sorry, Ihr müsst einfach nur Eure Mopps und Eimer bereithalten!"

Künstliche Inseln als Überflutungsschutz?

Hintergrund von Trumps Tweet ist eine Debatte im Big Apple, in dem tiefer gelegene Gebiete vermehrt überflutet werden, über die Gefährdung durch Naturkatastrophen wie Hurrikan Sandy, der Ende Oktober 2012 an der US-Ostküste Milliardenschäden anrichtete und dabei auch New York heimsuchte. 

So hat das Army Corps of Engineers, das Ingenieurcorps der US-Armee, unter anderem die Errichtung einer sechs Meilen langen Barriere aus künstlichen Inseln mit versenkbaren Toren vorgeschlagen, wie US-Medien berichten. Die Kosten würden demnach allerdings nicht 200 Milliarden Dollar betragen, wie Trump fälschlicherweise behauptete, sondern 119 Milliarden Dollar über 25 Jahre Bauzeit hinweg.

Trump-Tweet wirkt scheinheilig

Während die Barriere New York vor Sturmfluten schützen würde, wäre sie laut "New York Times" allerdings keine Hilfe bei Überschwemmungen durch Tidehochwasser und Regenstürmen. Die Barriere könne zudem Abwässer und Giftstoffe festhalten, die sich als schädlich für das New York umgebende Ökosystem erweisen könnten, erklärte die Zeitung. Das Projekt ist allerdings ohnehin noch Zukunftsmusik. Einen endgültigen Vorschlag - dem der Kongress dann noch zustimmen muss - will das Ingenieurcorps voraussichtlich nicht vor 2022 vorlegen.

Donald Trump retweetet ein Bild von Nancy Pelosi und Chuck Schumer in traditioneller muslimischer Kleidung.

Trumps Verachtung für Klimaschutzmaßnahmen gilt derweil nur, so lange sie anderer Leute Lebensraum oder Eigentum schützen sollen. Der Präsident selbst möchte lieber nicht zu Wischmopp und Eimer greifen. Deshalb wies er im Jahr 2016 darauf hin, dass sein Golfresort an der irischen Westküste aufgrund der "globalen Erwärmung und ihrer Auswirkungen" verstärkt von Erosion bedroht sei - und beantragte den Bau einer Seeschutzmauer.

Quellen: "The Hill", "Huffington Post", "Mediaite""New York Times", Twitter.