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Pence-Hotel-Aufenthalt: "Sie werden extrem schockiert sein" - Donald Trump will seine Finanzen offenlegen

US-Vizepräsident Mike Pence ist in Irland in einem Hotel seines Chefs abgestiegen. Donald Trump steht deshalb in der Kritik, kontert jedoch: Er sei so reich, dass er auf solche Einnahmen verzichten könne. Und kündigt an, seine Finanzen offenzulegen.

Donald Trump und Mike Pence

Donald Trump und Mike Pence im August vor dem Weißen Haus

AFP

Seit Jahren schon drängt die Opposition darauf, dass Donald Trump – wie viele Präsidenten vor ihm - seine Steuererklärung veröffentlicht. Doch bislang hat er das stets mit Verweis auf noch laufende Prüfungen der Unterlagen verweigert. Weswegen nicht selten gemutmaßt wird, der US-Präsident habe etwas zu verheimlichen. Doch nun die Überraschung: Noch vor der Wahl im November 2020 will er einen detaillierten Bericht über seine Finanzen vorlegen. "Sie werden extrem schockiert sein, dass die Zahlen ein Vielfaches von dem sind, was Sie denken", sagte Trump im Weißen Haus.

"Bin auf Übernachtungen nicht angewiesen"

Anlass für die Wende war die aufkommende Kritik an einer Dienstreise seines Vizepräsidenten Mike Pence. Die hatte ihn in ein Trump-Hotel nach Irland geführt, das zufälligerweise genau in dem Ort war, aus dem Pence' Vorfahren stammten. Gerüchten zufolge soll Trump seinen Stellvertreter und seine Entourage gleichsam aufgefordert haben, in dem noblen Resort zu übernachten. Pence Sprecher sprach davon, dass der Präsident lediglich den Vorschlag dazu gemacht habe. Und nun schob Trump hinterher: "Ich bin gar nicht darauf angewiesen, dass jemand in einem meiner vielen Hotels übernachtet."

Trump hatte kurz zuvor bereits auf Twitter mitgeteilt, er habe mit der Entscheidung von Pence für sein Hotel "nichts zu tun" gehabt. Der Präsident fügte vor Journalisten mit Blick auf Pences Wahl hinzu: "Aber ich kann sagen, dass er einen guten Geschmack hat." Der Kontrollausschuss des Repräsentantenhauses im US-Kongress hat unter anderem das Weiße Haus um Aufklärung gebeten, wie teuer der Aufenthalt der Pence-Delegation den US-Steuerzahler zu stehen kam und welche Umsätze die Trump-Organisation dadurch erzielte. Der Kontrollausschuss merkte zudem an, dass Trumps Hotel im irischen Doonbeg fast 290 Kilometer von Pences politischen Terminen in Dublin entfernt gewesen sei.

Im Repräsentantenhaus haben die Demokraten seit Jahresbeginn eine Mehrheit und nutzen diese für diverse Untersuchungen gegen Trump und dessen Umfeld. Unter anderem fordern die Demokraten seit langem vergeblich die Herausgabe der Steuererklärungen des einstigen Baumoguls. Als wenig wahrscheinlich gilt daher, dass Trump tatsächlich detailliert seine Finanzen offenlegt.

Der Justizausschuss des Repräsentantenhauses wiederum möchte Aufklärung zu Trumps Vorstoß, das Gipfeltreffen der sieben führenden westlichen Industriestaaten 2020 in seinem Golfhotel in Miami abzuhalten. Trump hatte das Hotel beim jüngsten G7-Gipfel im französischen Biarritz in den höchsten Tönen gelobt und als möglichen Ausrichtungsort für den nächsten Gipfel genannt. Bedenken, wonach er unzulässig von der Ausrichtung des prestigeträchtigen Gipfeltreffens in seinem Hotel profitieren könnte, wies er zurück.

Auch Air Force übernachtet in Trump-Hotel

Trump teilte auf Twitter außerdem mit, er habe nichts zu tun gehabt mit einem etwaigen Aufenthalt einer Air-Force-Besatzung in seinem schottischen Golfresort nahe Glasgow. Die Zeitung "Politico" hatte berichtet, die Besatzung einer Militärmaschine habe dort im Frühjahr auf dem Weg von den USA nach Kuwait wie auch auf dem Rückweg einen Zwischenstopp eingelegt - und damit fernab von einer US-Militärbasis. Ein Luftwaffensprecher erklärte, bei dem Aufenthalt seien die Vorgaben für die Übernachtungskosten eingehalten worden. Gleichwohl sei die Übernachtung von Luftwaffenmitgliedern in Luxusresorts zwar "vielleicht erlaubt, aber nicht empfehlenswert".

nik mit DPA/AFP