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Russland und Türkei im Clinch Erdogan weist Putins Vorwürfe zurück: Kein Öl vom IS

Der Russlands Präsident Wladimir Putin und der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan
Der Russlands Präsident Wladimir Putin und der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan
© Alexey Nikolsky/Ria Novosti/Kreml/DPA
Putin wirft der Türkei Öl-Geschäfte mit dem IS vor und sieht den Abschuss des russischen Bombers darin begründet. Der türkische Staatschef Erdogan weist die Vorwürfe aus Russland zurück.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat Vorwürfe Moskaus zurückgewiesen, wonach die Türkei Ölgeschäfte mit der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) betreibt. Die Türkei beziehe Öl und Gas lediglich aus legalen Quellen wie beispielsweise Russland, sagte Erdogan am Montagabend nach Angaben der Nachrichtenagentur Anadolu am Rand der internationalen Klimakonferenz in Paris. Erdogan forderte Putin auf, Beweise für seine Behauptung vorzulegen. Sollte es solche Beweise geben, werde er von seinem Amt zurücktreten.

Der russische Präsident Wladimir Putin hatte der Türkei bewusste Schützenhilfe für den IS vorgeworfen. Mit dem Abschuss eines russischen Bombers habe Ankara den Ölhandel des IS sichern wollen, sagte Putin nach einem Bericht der französischen Nachrichtenagentur AFP am Rande der Klimakonferenz im Pariser Vorort Le Bourget. 

Putin glaubt an Öl-Geschäfte der Türkei mit IS

"Wir haben jeden Grund zu glauben, dass die Entscheidung zum Abschuss unseres Flugzeug von dem Willen bestimmt war, die Öl-Lieferrouten zum türkischen Territorium zu sichern", sagte Putin demnach. Öl aus IS-Gebieten komme "auf industrielle Weise" Richtung Türkei, sagte er.

Die Luftwaffe des Nato-Landes Türkei hatte den russischen Su-24-Bomber am Dienstag an der türkisch-syrischen Grenze mit der Begründung abgeschossen, er habe türkisches Staatsgebiet überflogen. Moskau bestreitet das. Seither sind die Beziehungen zwischen den Ländern angespannt. Als Vergeltungsmaßnahme erließ Putin am Wochenende Wirtschaftssanktionen gegen die Türkei.

Am Dienstag wollen die Außenminister der Nato-Staaten in Brüssel unter anderem über die schwierigen Beziehungen zu Russland beraten. Nach "Welt"-Informationen will die Nato ihr Bündnismitglied Türkei wegen der instabilen Lage im Nachbarland Syrien stärker unterstützen. Neben mit Radar ausgestatteten Awacs-Flugzeugen werde konkret auch über eine Bereitstellung von Abfangjägern und eine erneute Verstärkung der Flugabwehrraketensysteme beraten, um feindliche Flugzeuge oder Raketen frühzeitig ausschalten zu können, hieß es demnach in hohen Nato-Kreisen.

USA will Warnungen bezeugen können

Die USA bekräftigten vorliegende Erkenntnisse, wonach die russische Maschine vor ihrem Abschuss türkischen Luftraum verletzt hatte. "Wir wissen auch, dass die Türken den russischen Piloten mehrfach vor dieser Verletzung gewarnt, aber keine Antwort bekommen haben", sagte die Sprecherin des US-Außenministeriums Elizabeth Trudeau.

"Wir unterstützen das Recht der Türkei, ihren Luftraum zu schützen", sagte Trudeau und fügte hinzu: "Wie der Präsident der USA bereits gesagt hat: Es ist sehr wichtig, dass die Russen und die Türken nun miteinander reden und alles unternehmen, um die Situation zu deeskalieren."

Putin und Obama berieten am Rande der UN-Klimakonferenz über den Syrien-Konflikt. Beide Präsidenten sprachen sich für den "schnellstmöglichen Beginn einer politischen Regelung" in Syrien aus, sagte Putins Sprecher Dmitri Peskow. Obama habe auch sein Bedauern über den Abschuss des Bombers geäußert.

jen DPA AFP

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