EU-Kommissionspräsident Barroso sucht den Dialog


Der designierte EU-Kommissionspräsident Barroso will vor seiner Wahl mit allen Fraktionen im EU-Parlament sprechen. Linke Gruppierungen hegen bereits Zweifel an seinen sozialen Überzeugungen.

Der designierte EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso sucht das Gespräch mit allen Fraktion im Europa-Parlament. Bevor er sich am 22. Juli in Straßburg zur Wahl stelle, wolle er mit allen politischen Gruppierungen sprechen, "wenn sie es wünschen", sagte Barroso nach einem Treffen mit Parlamentspräsident Pat Cox.

Die Staats- und Regierungschefs der 25 EU-Staaten hatten Barroso einstimmig für die Leitung der EU-Kommission benannt. Um den derzeitigen Amtsinhaber Romano Prodi wie geplant im November ablösen zu können, braucht der konservative Portugiese jedoch die mehrheitliche Zustimmung der Abgeordneten. Cox sagte, die Vorgespräche sollten in der übernächsten Woche geführt werden.

Die Europäische Volkspartei (EVP), der Barroso angehört, hat dessen Benennung bereits begrüßt. Die Sozialisten, die nach den Konservativen die zweitgrößte Gruppe im EP stellen, rügten jedoch einen Mangel an sozialer Überzeugung bei dem Kandidaten. Auch Liberale, Grüne und kleinere Gruppierungen haben sich bereits kritisch über den Portugiesen geäußert.

Barroso bekräftigte nach dem Gespräch mit Cox, er werde sich nicht von den Mitgliedstaaten in die Aufgabenverteilung seiner Kommission hineinreden lassen. "Die Verteilung der Geschäftsbereiche ist die alleinige Aufgabe des Kommissionspräsidenten", sagte der designierte Chef der Brüsseler Mammutbehörde. "Und ich bin nicht bereit, irgendeine meiner Verantwortungen abzugeben."

Verheugen bereit für weitere fünf Jahre Brüssel

EU-Erweiterungskommissar Günter Verheugen äußerte sich unterdessen zurückhaltend zu einer möglichen Arbeit als Kommissar für die wirtschaftspolitische Koordinierung der Gemeinschaft. "Es gibt überhaupt keine Kandidaten für irgendetwas", sagte Verheugen am Mittwoch im ARD-Morgenmagazin. Man müsse Barroso die künftige Aufgabenverteilung in der Kommission überlassen.

Er sei aber bereit, weitere fünf Jahre in Brüssel zu bleiben, betonte Verheugen. Er fühle sich für den möglichen Posten eines Kommissars für die europäische Wirtschaftskoordinierung qualifiziert: "Ich habe die letzten fünf Jahren im wesentlichen einen wirtschaftlichen Transformationsprozess in gleich 13 Volkswirtschaften Europas maßgeblich gestaltet."

DPA DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker