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Ukraine: Putin und Poroschenko reden unter vier Augen

Das Gipfeltreffen zwischen den Präsidenten Wladimir Putin und Petro Poroschenko hat begonnen. Im Mittelpunkt sollen die Gefechte in der Ostukraine stehen. Die Ereignisse des Tages in der Rücksschau.

Russlands Präsident Wladimir Putin und sein ukrainischer Amtskollege, Petro Proschenko, geben sich in Minsk die Hand

Russlands Präsident Wladimir Putin und sein ukrainischer Amtskollege, Petro Proschenko, geben sich in Minsk die Hand

+++ 20.26 Uhr: Putin und Poroschenko reden unter vier Augen +++

Beim Krisengipfel in Minsk sind Kremlchef Wladimir Putin und der ukrainische Präsident Petro Poroschenko nach russischen Angaben zu einem Vier-Augen-Gespräch zusammengekommen. Die beiden Staatschefs hätten sich im Anschluss an ein Abendessen zu Verhandlungen zurückgezogen, sagt Kremlsprecher Dmitri Peskow in der weißrussischen Hauptstadt. Es ist das erste Treffen von Putin und Poroschenko seit Anfang Juni.

+++ 15.24 Uhr: Ukraine fordert Ende der Waffenlieferungen an Separatisten +++

Präsident Poroschenko betrachtet eine wirksame Kontrolle der Grenze zu Russland und einen Stopp der Waffenlieferungen an die Separatisten als einzige Möglichkeit, um das Blutvergießen im Osten seines Landes zu beenden. Zudem müssten die Kriegsgefangenen freigelassen werden, sagt Poroschenko. Er werde sich alle Vorschläge anhören, die Frieden bringen könnten.

+++ 15.16 Uhr: Putin droht Ukraine mit weiteren Handelssanktionen +++

Nach dem Import-Stopp für EU-Agrargüter durch Russland warnt Putin vor einer Umgehung der Sanktionen. Falls die europäischen Waren den russischen Markt über die Ukraine erreichten, könne dies Russlands Wirtschaft über zwei Milliarden Euro kosten, sagt Putin beim Spitzentreffen in Minsk. Daher würde Russland in diesem Fall mit weiteren Handelssanktionen reagieren.

Er betont, dass es keine militärische Lösung der Krise geben könne. Stattdessen müsse es einen Dialog unter Einbeziehung der russischsprachigen östlichen Regionen des Landes geben.

+++ 14.42 Uhr: Putin und Poroschenko geben sich vor Gesprächen die Hand +++

Das Gipfeltreffen zwischen Wladimir Putin und Petro Poroschenko sowie der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton beginnt mit einem Handschlag der beiden Präsidenten. Der weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko schlägt als Gastgeber eine "Minsker Erklärung" vor. Details nennt er nicht. Kasachstans Staatschef Nursultan Nasarbajew fordert eine Waffenruhe in der Ostukraine, damit das Krisengebiet mit Lebensmitteln versorgt werden könne.

+++ 14.15 Uhr: Separatisten stellten Frau an Pranger +++

Das Foto oben

postete der unabhängige Twitter-Account "Ukraine Repoprter." Zu sehen ist ein Bild, dass die "New York Times" als Artikelbild einer Reportage aus der ostukrainischen Stadt Donezk benutzte. Die Szene spielt sich am 25. August an einem Checkpoint der Stadt ab. Schon einen Tag zuvor hatten die Separtisten aus Anlass des ukrainischen Unabhängigkeitstages gefangengenomme Soldaten öffentlich vorgeführt und gedemütigt - ein schwerer Verstoß gegen die Genfer Konvention. Auf dem Foto hat ein bewaffneter Separatist eine Frau in eine ukrainische Flagge gewickelt und Fähnchen ins Haar gebunden. Auf dem Schild wird sie als "Spionin" der ukrainischen Armee identifiziert, die Flagstellungen der Separatisten verraten habe: "Sie tötet unsere Kinder" ist da zu lesen. Passanten beschimpfen und treten sie. Später halten Autofahrer an, bespucken sie, schlagen ihr ins Gesicht und bewerfen sie mit Tomaten, schreibt die New York Times.

+++ 13.33 Uhr: Putin zu Krisengesprächen in Minsk eingetroffen +++

Der russische Präsident Wladimir Putin ist zu den mit Spannung erwarteten Krisengesprächen in der weißrussischen Hauptstadt Minsk eingetroffen. Putin habe sich nach der Ankunft auf den Weg zum Palast der Unabhängigkeit gemacht, berichten Medien in Minsk. Dort soll der Kremlchef zunächst in großer Runde auch mit seinem ukrainischen Amtskollegen Petro Poroschenko zusammentreffen. Allerdings gelten auch bilaterale Verhandlungen der beiden Staatschefs über den Ukraine-Konflikt als wahrscheinlich.

+++ 12.48 Uhr: Russland halbiert Wachstumsprognose für 2015 +++

Russland halbiert angesichts der westlichen Sanktionen seine Wachstumsprognose für das kommende Jahr. Statt der bislang erwartet zwei Prozent werde das Bruttoinlandsprodukt wohl nur um ein Prozent zulegen, sagt der stellvertretende Wirtschaftsminister Alexej Wedew. Für dieses Jahr werden unverändert 0,5 Prozent vorausgesagt. Russland machen die Strafmaßnahmen des Westens zu schaffen, die wegen des russischen Vorgehens auf der Krim und in der Ukraine verhängt wurden. Das Land leidet auch unter einer Kapitalflucht.

+++ 12.48 Uhr: Separatisten wollen Neuwahlen in Ostukraine verhindern +++

Die Aufständischen in der Ukraine haben die von Staatspräsident Petro Poroschenko für den 26. Oktober ausgerufene Parlamentswahl als "Provokation" bezeichnet. Es werde in den Separatistengebieten im Osten der Ex-Sowjetrepublik keine Abstimmung geben, kündigte einer der Sprecher der militanten Gruppen, Sergej Kawtaradse, am Dienstag in Donezk an. Wenn die Führung in Kiew in den Regionen Donezk und Lugansk Wahlkampf mache oder für den Urnengang werbe, müsse sie mit einer "harten Reaktion" rechnen. Poroschenko hatte am Montag nach Gesprächen mit Parteiführern das Parlament aufgelöst und Wahlen angesetzt. Er hofft damit auf mehr Stabilität.

+++ 12.43 Uhr: Ukrainische Nationalisten nehmen Journalisten gefangen +++

Die ultranationalistische Gruppierung Rechter Sektor nimmt zwei Journalisten von der Krim gefangen. Die Journalisten Jewgenia Koroljowa und Maxim Wasilenko werden nahe der Stadt Donezk im Osten der Ukraine festgesetzt, verkündet der Führer des sogenannten Rechten Sektor, Andrej Tarasenko. Die Identität der beiden sei überprüft worden, anschließend sollen sie wieder freigelassen werden. Die Reporter arbeiten für eine Wochenzeitung auf der ukrainischen Halbinsel Krim, die im März von Russland annektiert worden war.

+++ 12.20 Uhr: Poroschenko wird EU-Spitze treffen +++

Poroschenko trifft am Ende der Woche EU-Spitzenvertreter in Brüssel zu Beratungen über den Konflikt mit Russland. Der ukrainische Präsident kommt am Freitagabend mit EU-Kommissionschef José Manuel Barroso zusammen, am Samstagmorgen ist dann ein Treffen mit EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy geplant, wie es am Dienstag aus EU-Kreisen hieß. An dem am Samstagnachmittag beginnenden EU-Gipfel der europäischen Staats- und Regierungschefs nehme der ukrainische Präsident jedoch nicht teil.

+++ 12.20 Uhr: Poroschenko trifft am Freitag EU-Spitze in Brüssel +++

Der ukrainische Präsident Poroschenko trifft am Ende der Woche EU-Spitzenvertreter in Brüssel zu Beratungen über den Konflikt mit Russland. Poroschenko kommt am Freitagabend mit EU-Kommissionschef José Manuel Barroso zusammen, am Samstagmorgen ist dann ein Treffen mit EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy geplant, wie es aus EU-Kreisen heißt. An dem am Samstagnachmittag beginnenden EU-Gipfel der europäischen Staats- und Regierungschefs nehme der ukrainische Präsident jedoch nicht teil.

+++ 12.03 Uhr: Ukrainische Armee veröffentlicht Video von gefangengenommenen Russen +++

Die ukrainische Armee veröffentlicht ein Video, in dem die russischen Gefangenen offenbar zugeben, in einem bewaffneten Militärkonvoi über die Grenze gefahren zu sein. In dem Video, das am Dienstag im ukrainischen Fernsehen gezeigt wurde, sagt ein Mann in Uniform, der sich als Gefreiter Iwan Miltschakow vom 331. Fallschirmjänger-Regiment vorstellt, dass seine Einheit "in Kolonnen über die Felder, nicht über Straßen" in die Ukraine gefahren sei. "Ich weiß nicht, in welchem Moment wir die Grenze überschritten haben", fügt er hinzu.

Seinen Angaben zufolge wurden die Soldaten darüber informiert, dass sie zu einem dreitägigen Einsatz in die Ukraine geschickt würden, über das genaue Ziel ihrer Mission seien sie aber nicht informiert worden. "Wir werden als Kanonenfutter benutzt", sagt er. "Wir wissen nicht, warum wir hierher geschickt wurden."

Ein zweiter Fallschirmjäger erklärt in dem Video, er habe zuerst gedacht, dass es sich bei dem Einsatz um eine Übung handele. Erst als sein Panzer angegriffen worden sei, habe er begriffen, "dass das hier keine Übung" war, und habe Angst bekommen. Auf die Frage, ob es möglich sei, dass sich die Soldaten verirrt hätten, antwortet er: "Wenn man von der ganzen Kompanie spricht, nein."

+++ 11.24 Uhr: Vitali Klitschko stellt Boykott der Fußball-WM 2018 zur Diskussion +++

Der ukrainische Politiker und ehemalige Profiboxer Vitali Klitschko stellt einen Boykott der Fußball-Weltmeisterschaft 2018 in Russland zur Diskussion gestellt. "Wenn unser östlicher Nachbar weiter Terroristen unterstützt und Waffen liefert, kann ich mir nicht vorstellen, 2018 zur WM zu fliegen", sagt der Boxweltmeister im Ruhestand. "Soll man das machen? Mal sehen", ergänzt der Bürgermeister von Kiew.

+++ 11.05 Uhr: Poroschenko in Minsk eingetroffen +++

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko ist #link;http://www.stern.de/politik/ausland/poroschenko-und-putin-die-feinde-treffen-aufeinander-2133452.html;zu den mit Spannung erwarteten Krisengesprächen in der weißrussischen Hauptstadt Minsk# eingetroffen. Der Staatschef habe sich nach der Ankunft auf den Weg zur Botschaft seines Landes gemacht, berichten Medien in Minsk. Dort will Poroschenko mit der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton auch über den Kampf der ukrainischen Armee gegen prorussische Separatisten sprechen. Zu dem Konflikt sind in Minsk auch Verhandlungen mit Kremlchef Wladimir Putin geplant. Der russische Präsident soll am frühen Nachmittag in der autoritär regierten Ex-Sowjetrepublik eintreffen.

Hoffen auf das Ende des Konflikts: Der ukrainische Präsident Poroschenko betritt weißrussichen Boden

Hoffen auf das Ende des Konflikts: Der ukrainische Präsident Poroschenko betritt weißrussichen Boden

+++ 10.54 Uhr: Russische Soldaten überqueren Grenze "aus Versehen" +++

Russische Militärkreise erklären, die zehn Fallschirmjäger hätten die Grenze zur Ukraine am Montagabend "aus Versehen" überquert. Die Soldaten hätten an einer Patrouille im Grenzgebiet teilgenommen, heißt es nach Berichten russischer Nachrichtenagenturen aus dem Verteidigungsministerium in Moskau. Sie hätten die Grenze "höchstwahrscheinlich aus Versehen" an einem nicht markierten Abschnitt überquert. Die ukrainische Armee hatte die Soldaten gefangen genommen.

+++9.51 Uhr: Schulz sieht Ukraine-Gipfel als Chance +++

EU-Parlamentspräsident Martin Schulz begrüßt den Ukraine-Krisengipfel in Minsk als "Chance". "Denn Leute, die miteinander reden, schießen nicht aufeinander. Diese Binsenweisheit trifft aber in diesem Fall zu", sagt der SPD-Politiker im Deutschlandfunk vor dem geplanten Treffen zwischen Kremlchef Wladimir Putin und dem ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko.

+++ 8.34 Uhr: Poroschneko berät sich mit Merkel +++

Wenige Stunden vor dem Krisengipfel in Minsk berät sich der ukrainische Präsident Petro Poroschenko nach Angaben aus Kiew mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Poroschenko informiere Merkel über die Verschlechterung der Lage in der Ostukraine und rede mit ihr über Wege für eine friedliche Lösung des Konflikts, teilt das Präsidialamt am Dienstag mit. Überdies sprechen sie demnach über die vorzeitige Auflösung des ukrainischen Parlaments, der Obersten Rada. Dies sei eine Stärkung der Demokratie in der Ukraine, heißt es in der Mitteilung. Poroschenko wird im Laufe des Tages in Minsk erwartet, wo er den russischen Präsidenten Wladimir Putin treffen soll.

+++ 5.25 Uhr: USA werfen Russland "deutliche Eskalation" vor +++

Die USA werfen Russland eine "deutliche Eskalation" in der Ukraine-Krise vor. "Das wiederholte russische Vordringen in die Ukraine ist inakzeptabel, gefährlich und brandstiftend", erklärt die Nationale Sicherheitsberaterin Susan Rice über den Internet-Kurzbotschaftendienst Twitter. Unter anderem sei Russland mit "dutzenden Panzern und Soldaten" ins Nachbarland eingedrungen. Damit sei Moskau für eine "deutliche Eskalation" der Lage in der Ukraine verantwortlich.

+++ 4.57 Uhr: Oettinger will Gas-Notversorgung sicherstellen +++

Die EU-Kommission bereitet derzeit Oettinger zufolge ein Krisenszenario für den Fall eines kompletten Stopps der russischen Gaslieferungen nach Europa vor. Dieses solle beim EU-Gipfel im Oktober vorliegen. Derzeit seien sechs EU-Mitgliedsstaaten zu 100 Prozent abhängig von Russland, sagt der Energiekommissar. Davon erhielten vier Länder direkt Gas aus Russland, also ohne Umweg über die Ukraine. "Die größte Gefahr sehe ich für den Fall, dass der Transit nicht mehr gesichert werden kann", sagt Oettinger der "Bild". Das könnte verschiedene Gründe haben, beispielsweise Anschläge. "Dann würden Bulgarien und die Slowakei komplett von Gaslieferungen abgeschnitten." Für diesen Fall müsse die EU vorsorgen, indem sie beispielsweise Gasumkehrflüsse in diese Länder ermögliche.

+++ Montag, 25.8., 23.31 Uhr: Zehn russische Fallschirmjäger festgenommen +++

Die ukrainische Armee nimmt nach eigenen Angaben im umkämpften Osten des Landes zehn russische Fallschirmjäger gefangen. Die Soldaten der 98. Luftlandedivision mit Basis im Zentrum Russlands seien nahe des ukrainischen Dorfs Dserkalne rund 50 Kilometer südöstlich der Rebellenhochburg Donezk gefangen genommen worden, teilen die ukrainischen Sicherheitskräfte mit. Es sei ein Strafverfahren wegen des "illegalen Übertritts der Grenze durch bewaffnete russische Bürger" eingeleitet worden.

tis/mod/DPA/AFP/DPA

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