Friedensaktivisten auf dem Weg nach Hause "Rachel Corrie"-Besatzung wird ausgewiesen


Sieben pro-palästinensische Aktivisten, die sich an Bord des Gaza-Hilfsschiffs "Rachel Corrie" befunden hatten, sind am Sonntag nach Jordanien abgeschoben worden. Die restlichen pro-palästinensischen Aktivisten sollten im Verlauf des Tages vom internationalen Ben-Gurion-Flughafen aus zurück in ihre Heimatländer fliegen.

Fünf Tage nach der blutigen Erstürmung einer Hilfsflotte für den Gazastreifen hat die israelische Marine erneut ein Schiff mit Hilfsgütern abgefangen. Der irische Frachter "Rachel Corrie" wurde nach der gewaltlosen Aktion am Samstag in den israelischen Hafen Aschdod umgeleitet, die ersten der 19 Insassen wurden ausgewiesen. In mehreren Ländern Europas, auch in Deutschland, protestierten tausende Menschen gegen Israel.

Nach wiederholten vergeblichen Aufforderungen, ihren Kurs in Richtung Gazastreifen zu ändern, hatten israelische Soldaten die "Rachel Corrie" am Samstag in internationalem Gewässer geentert und das Schiff nach Aschdod eskoriert. Die tausend Tonnen Hilfsgüter, darunter Baumaterialien, medizinische Geräte und Schulutensilien, sollen nun auf dem Landweg in den Gazastreifen gebracht werden. Allerdings will Israel verhindern, dass gelieferter Zement nicht von der radikalislamischen Hamas zum Bau von Bunkern verwendet wird.

An Bord befanden sich elf pro-palästinensische Aktivisten, darunter die 66-jährige irische Friedensnobelpreisträgerin Mairead Maguire, sowie acht Besatzungsmitglieder. Sieben der Insassen, ein Kubaner und sechs Malaysier, wurden am Sonntag nach Jordanien abgeschoben, die anderen sollten noch am selben Tag in ihre Heimat zurückgeflogen werden. Mit der ersten Gruppe traf auch ein indonesischer Journalist in Jordanien ein, der bei der Erstürmung der Hilfs-Flottille am Montag angeschossen worden war und im Krankenhaus in Amman behandelt werden sollte.

Am Montag hatten israelische Soldaten im Mittelmeer einen internationalen Schiffsverband mit Hilfsgütern für den von Israel abgeriegelten Gazastreifen gewaltsam gestoppt. Neun der fast 700 ausländischen Aktivisten - acht Türken und ein türkischstämmiger US-Bürger - wurden bei dem Einsatz getötet, Dutzende verletzt. Der Vorfall sorgte international für Empörung aus und löste eine Eiszeit in den Beziehungen mit der Türkei aus. Die israelische Regierung verteidigte den Einsatz: Die Soldaten seien von den Aktivisten angegriffen worden und hätten zum Selbstschutz geschossen.

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu begrüßte den gewaltlosen Einsatz vom Samstag: "Heute haben wir den Unterschied gesehen zwischen einem Schiff mit Pazifisten und einer Flotte des Hasses, die von türkischen Anhängern des Terrorismus organisiert wurden", sagte er. Sein Land werde sich weiter dafür einsetzen, dass die Seeblockade des Gazastreifens respektiert werde, sagte Netanjahu. Israel blockiert den Gazastreifen zu See und an Land, seit die Hamas dort im Sommer 2007 die Macht übernahm. Es will auf diese Weise Waffenschmuggel unterbinden und sich vor Attentätern schützen.

Erneut gingen am Wochenende zehntausende Menschen in Europa, darunter in Istanbul, Paris, London, Barcelona, Duisburg und Düsseldorf, sowie in Marokko auf die Straße. In Tel Aviv forderten rund 7000 Menschen anlässlich des 43. Jahrestags des Sechs-Tage-Kriegs am Samstag ein Ende der Besatzung der Palästinensergebiete.

Die britische Regierung kündigte am Sonntag eine rasche Auszahlung einer Hilfstranche für den Gazastreifen in Höhe von 19 Millionen Pfund (23 Millionen Euro) an. Das Geld ist Teil einer fünfjährigen Unterstützungszahlung für das Hilfswerk der Vereinten Nationen für die palästinensischen Flüchtlinge (UNWRA) in Höhe von 100 Millionen Pfund.

AFP/DPA DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker