Gazastreifen Menschliches Schutzschild gebildet


Hunderte Palästinenser haben sich in der Nacht zum Sonntag vor dem Haus eines Extremisten versammelt, um einen israelischen Luftangriff abzuwehren - sie bildeten ein menschliches Schutzschild.

Mit einer neuen Taktik haben hunderte Palästinenser am Wochenende israelische Angriffe auf zwei Häuser militanter Führer im Gazastreifen verhindert: Sie strömten in der Nacht zum Sonntag zu den Häusern und bildeten menschliche Schutzschilde, nachdem die Bewohner von den israelischen Streitkräften zum Verlassen der Gebäude aufgefordert worden waren. Diese Warnung geht in der Regel Luftangriffen voraus, um zivile Opfer zu vermeiden. Die Menge skandierte antiisraelische und antiamerikanischen Parolen.

Bei den Bewohnern der Häuser handelt es sich um einen Führer der Volkswiderstandskomitees in Beit Lahija und einen Hamas-Führer im nördlichen Gazastreifen. Dem Aufruf zu deren Schutz, der auch über Moscheen, Rundfunk- und Fernsehsender verbreitet wurde, folgten Anhänger verschiedener rivalisierender Gruppierungen wie Hamas, Fatah und Volkswiderstandskomitees.

Ministerpräsident Ismail Hanija, der an der Aktion in Beit Lahija teilnahm, sprach von "wahrer nationaler Einheit". Die israelischen Streitkräfte sagten ihre geplanten nächtlichen Angriffe ab, kündigten aber eine Fortsetzung des Kampfes gegen die "terroristische Infrastruktur" an. Sie verurteilten "das zynische Ausnutzen Unbeteiligter als menschliche Schutzschilde".

Die UN-Vollversammlung forderte die israelische Regierung auf, ihre Militäroffensive im Gazastreifen einzustellen und verurteilte die Tötung zahlreicher Palästinenser in der Grenzstadt Beit Hanun. 156 Mitglieder stimmten am Freitagabend in New York für die Entschließung, sieben dagegen. Es gab sechs Enthaltungen. Die Gegenstimmen kamen von den USA, Israel, Australien und vier pazifischen Staaten, die EU stimmte geschlossen dafür. Im Gegensatz zu Sicherheitsratsresolutionen sind Entschließungen der Vollversammlung nicht bindend.

AP AP

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