Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,
der Grönland-Streit spitzt sich immer weiter zu, der Ton wird rauer: Gestern hat US-Präsident Donald Trump einen bösen Drohbrief an Norwegens Premierminister verschickt: Er fühle sich nicht länger dazu verpflichtet, "ausschließlich an Frieden zu denken", schrieb Trump.
Während in Washington augenscheinlich niemand daran denkt, den US-Präsidenten zu stoppen, positionieren sich die Europäer nach anfänglich höflicher Zurückhaltung inzwischen deutlicher. "Ich will es nicht, aber wenn es nötig ist, dann werden wir natürlich auch unsere europäischen Interessen, auch unsere deutschen nationalen Interessen schützen", sagte Friedrich Merz gestern. Hier lesen Sie, warum der Kanzler plötzlich zum Schlag gegen Trump bereit ist.
In dieser aufgeheizten Gemengelage landen nun Flugzeuge aus den USA und Kanada in Grönland.
Grönland: Ein "lange geplanter" Einsatz – und der gebannte Blick Richtung Schweiz
Der Einsatz sei "lange geplant", schrieb das North American Aerospace Defense Command (kurz Norad, auf Deutsch etwa: Nordamerikanisches Luft- und Weltraumverteidigungskommando) auf der Plattform X: In Kürze würden Flugzeuge aus den USA und Kanada auf dem US-Militärflugplatz Pituffik Space Base in Grönland eintreffen. Es handele sich um langfristige Aktivitäten, die die "langfristige Verteidigungszusammenarbeit" mit Dänemark weiter stärke.
"Diese Aktivität wurde mit dem Königreich Dänemark abgestimmt, alle beteiligten Kräfte verfügen über die erforderlichen diplomatischen Genehmigungen. Die grönländische Regierung ist ebenfalls über die geplanten Aktivitäten informiert", hieß es beschwichtigend. Norad startet nach eigenen Angaben immer wieder routinemäßig Einsätze zur Verteidigung Nordamerikas.
Unterdessen haben Dänemark und Grönland eine gemeinsame Nato-Mission für die Arktis vorgeschlagen. Nato-Generalsekretär Mark Rutte ging darauf zunächst nicht ein.
Grönland-Streit: Wie geht es weiter?
Jetzt blickt die Welt erstmal gebannt in Richtung der Schweizer Alpen: In Davos nimmt das Weltwirtschaftsforum ab heute Fahrt auf, hinter den Kulissen dürfte eifrig über Grönland gesprochen werden. Auf der Bühne heute werden EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und US-Finanzminister Scott Bessent erwartet.
Die Position von letzterem ist klar, gestern warnte er europäische Staaten bereits vor Vergeltungszöllen: "Ich halte das für sehr unklug", sagte Bessent. Der US-Präsident strebe die Kontrolle über Grönland an, weil er die Insel als "strategischen Posten" betrachte. Die USA würden ihre "hemisphärische Sicherheit an niemand anderen auslagern".
Noch spannender wird es in Davos übrigens morgen: Dann wird Donald Trump höchstpersönlich erwartet. Kanzler Merz hat bereits angekündigt, mit dem US-Präsidenten persönlich sprechen zu wollen.
Der brutale öffentliche Bruch des Beckham-Sohns
Die Beckhams, das war immer: Fußball, Bühne, Scheinwerferlicht, Glamour – heile Promiwelt. Doch hinter den Kulissen brodelt es seit einiger Zeit. "In der perfekt inszenierten Familie ist eine perfide Fehde ausgebrochen", schrieben meine Kolleginnen Ulrike von Bülow und Dagmar Seeland am Wochenende in einem lesenswerten Text, der die Familien(streit)-Geschichte und die Bedeutung der Beckhams für die Briten beleuchtet.
Jetzt gibt es eine neue, brisante Entwicklung: Brooklyn Beckham, 28, der älteste Sohn von David und Victoria Beckham, hat sich bei Instagram geäußert – und wie! Das lange Statement ist brutal, es ist nicht weniger als ein öffentlicher Bruch mit der Familie. Brooklyn Beckham schreibt von Sabotage durch seine Eltern, von Druck und Kontrolle, von unschönen Ereignissen rund um seine Hochzeit mit Schauspielerin und Milliardärstochter Nicola Peltz.
Meine Kollegin Christina Klein hat Brooklyn Beckhams harte öffentliche Abrechnung hier für Sie aufgedröselt:
5-Minuten-Talk: Braucht Friedrich Merz eine Kabinettsumbildung?
Der Bundesregierung fehlt der Schwung. Der Kanzler lächelt Berichte weg, wonach er intern schon an einem Kabinettsumbau arbeite. Dabei könnte ihm das helfen, analysieren die stern-Politikchefs Veit Medick und Jan Rosenkranz im Podcast 5-Minuten-Talk:
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Ich wünsche Ihnen einen angenehmen Dienstag!
Stefan Düsterhöft