Hilfsangebot abgelehnt USA wollen Schiffe vor Myanmar abziehen


15 Mal in den vergangenen drei Wochen haben die USA dem Militär-Regime in Myanmar vergeblich Hilfe bei der Versorgung der Zyklon-Opfer angeboten. Jetzt reicht es der US-Marine. Sie zieht ihre Schiffe vor der Küste Myanmars ab. Auch für UN-Hubschrauber fehlen zugesagte Landegenehmigungen.

Die USA haben den Abzug ihrer Militärschiffe vor der Küste Myanmars angekündigt. Die Junta habe in drei Wochen 15 Anträge verweigert, den Menschen im vom Zyklon "Nargis" verwüsteten Irrawaddy-Delta zu helfen, erklärte Admiral Timothy Keating, Oberbefehlshaber der US-Streitkräfte im Pazifik. Hilfsorganisationen bedauerten die Haltung der Generäle. Das Welternährungsprogramm (WFP) bezeichnete die Weigerung der Generäle, nicht wenigstens die dringend benötigten US-Transporthubschrauber zu nutzen, am Mittwoch als "wirklich bedauernswert". Sie seien für die Lieferung in schwer erreichbare Gebiete unersetzlich, sagte WFP-Sprecher Paul Risley in Bangkok.

Auch Militärhelikopter befreundeter Nationen wie Thailand lassen die Generäle nicht ins Land. Anstatt kostenlos Hilfe zu bekommen, ist das WFP nun gezwungen, für rund 50 Millionen Dollar (32 Millionen Euro) zivile Hubschrauber anzumieten. Für die Lebensmittelhilfe sind 70 Millionen Dollar (45 Millionen Euro) eingeplant.

Die "USS Essex" und mehrere Begleitschiffe würden die Küste am Donnerstag verlassen, erklärte Keating in Honolulu. Staatliche Medien in Myanmar hatten berichtet, es drohe eine Invasion der USA, die die Ölvorräte des Landes in ihren Besitz bekommen wollten. Die herrschenden Generäle gelten als fremdenfeindlich und paranoid.

Ärzte ohne Grenzen befürchten noch mehr Hilfsbedürftige

Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) erklärte, dass ihre Helfer vor Ort immer noch in abgelegene Gebiete vordrängen, die bislang noch gar keine Hilfe erreicht habe. Daher werden mehr als die von den UN geschätzten 2,4 Millionen Menschen dringend Hilfe brauchen, glaubt MSF. In der Region lebten zahlreiche Flüchtlinge, die nicht bei den Behörden registriert seien, hieß es.

Über ein Monat nach dem Zyklon gehen die UN davon aus, die Hälfte der Menschen im Delta mit Hilfslieferungen erreicht zu haben. UN-Sprecher in Bangkok forderten erneut besseren Zugang für internationale Helfer. Dies betreffe Visa und einen ununterbrochenen Zugang zum Katastrophengebiet im Delta, sagte Amanda Pitt. Der Zyklon am 2. und 3. Mai hatte Flutwellen mit einer Höhe von dreieinhalb Metern bis zu 40 Kilometer tief ins Land hineingetrieben. Dabei kamen nach Regierungsangaben 78.000 Menschen ums Leben, 56.000 werden noch immer vermisst.

Reuters/DPA DPA Reuters

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