Hoffnung für Dafur Rebellen und Regierung schließen Waffenstillstand


Am Dienstag hat die sudanesische Regierung in Katar ein Waffenstillstandsabkommen mit verfeindeten Rebellen unterzeichnet. Nach sieben Jahren Bürgerkrieg besteht eine reelle Chance für einen belastbaren Frieden für Dafur.

Waffenstillstands- und Friedensvereinbarungen zwischen der sudanesischen Regierung und der größten Rebellengruppe in der Krisenprovinz Darfur sind schon wiederholt gescheitert. Ein weiterer Anlauf sollte am Dienstag besiegelt werden. Diesmal allerdings lassen zwei Faktoren darauf hoffen, dass die Waffenruhe tatsächlich den Weg bereitet für ein Ende des siebenjährigen Bürgerkriegs: einmal die bevorstehenden Wahlen im Sudan, zum anderen die deutlich verbesserten Beziehungen zum benachbarten Tschad.

In dem Konflikt zwischen schwarzafrikanischen Aufständischen und der von Arabern dominierten Regierung in Khartum sind nach UN-Schätzung rund 300.000 Menschen getötet und 2,7 Millionen vertrieben worden. Nach einem Jahr der Verhandlungen hatten die Regierung und die Rebellengruppe Gerechtigkeit und Gleichheit (JEM) am Wochenende eine Waffenruhe paraphiert, die am Dienstag in Doha im Golfstaat Katar unterzeichnet werden sollte. Dazu wurden auch Vertreter der UN, der USA, arabischer Länder und der Präsident des Tschads erwartet.

"Normale Beziehungen hilfreich"

Die Annäherung der Nachbarländer, die einander zuvor der Unterstützung des Aufstands im jeweiligen Land beschuldigten, hat das Waffenstillstandsabkommen entscheidend vorangebracht. Dazu kommt, dass sich der sudanesische Präsident Omar al Baschir aus dem Ausland der Kriegsverbrechen beschuldigt sieht und im April Wahlen zu bestehen hat. Da käme ihm ein Durchbruch gelegen, um sein Image aufzupolieren.

Das Abkommen sieht einen vorläufigen Waffenstillstand vor, der bis zum 15. März in politische Verhandlungen über Vermögensteilung, Entschädigung und politische Repräsentanz münden soll. Der Sprecher des US-Außenministeriums, P.J. Crowley, bezeichnete es als wichtigen Schritt zu einer Eindämmung der Gewalt in Darfur. Wie lange es hält, könnte entscheidend vom Verhältnis der lange zerstrittenen Nachbarn Sudan und Tschad abhängen. "Ich kann nicht leugnen, dass normale Beziehungen zwischen den beiden Ländern hilfreich sein werden", sagte JEM-Vertreter Tahir Al Faki in einem Telefongespräch vor der Abreise nach Doha.

Auf der politischen Seite verhandeln wir. Auf der militärischen Seite legen wir unsere Waffen nicht nieder und sind sehr wachsam

Rebellen zersplittert

Die JEM ist die wichtigste, doch nicht die einzige Rebellengruppe. Die Zersplitterung der Aufständischen kann jede Friedenslösung gefährden. Die Dutzenden Gruppierungen hatten sich zu zwei größeren Bündnissen formiert, um ihre Forderungen und Verhandlungspositionen für die Gespräche in Doha abzustimmen. Das Separatabkommen der JEM passte ihnen gar nicht.

Die sudanesische Regierung beeilte sich zu versichern, dass sie nach wie vor auf eine umfassende Vereinbarung aus sei. "Wir glauben, dass Darfur nicht bilateral gelöst werden kann. Wir hoffen, dass wir mit den anderen Gruppen verhandeln können, um zu einem endgültigen und umfassenden Abkommen zu gelangen", erklärte Verhandlungsführer Amin Hassan Omar. Die Waffenruhe mit der JEM bezeichnete er als "wichtigen Durchbruch".

Derweil drängt die JEM unter Führung des früheren Ministers Chalil Ibrahim die Regierung bereits, die Wahl zu verschieben, damit sie teilnehmen kann. Regierungssprecher Rabie Abdel Attie sagte dazu, ein Aufschub stehe derzeit nicht an. Nach der Ankündigung des Waffenstillstandsabkommens am Samstag kam es wieder zu Kampfhandlungen zwischen JEM und Regierungstruppen. Laut JEM-Vertreter Al Faki schlugen Kämpfer seiner Organisation einen Angriff der Streitkräfte zurück und erbeuteten Fahrzeuge. "Auf der politischen Seite verhandeln wir. Auf der militärischen Seite legen wir unsere Waffen nicht nieder und sind sehr wachsam", sagte er.

Sarah el Deeb, APN APN

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