VG-Wort Pixel

Nummer drei in den USA Pelosis Mann wurde bei Überfall schwer verletzt – nun beschimpft Trump noch die Vorsitzende des US-Parlaments

Bericht - Nancy Pelosi will Donald Trump "im Gefängnis" sehen
Zwei, die sich zutiefst verachten: Nancy Pelosi bei einer Rede Trumps, als er noch US-Präsident war
© Carolyn Kaster/AP / DPA
Nancy Pelosi ist die politische Nummer drei in den USA und Donald Trump sieht in ihr seine Erzfeindin. Bei einem Überfall im eigenen Zuhause wurde ihr Mann schwer am Kopf verletzt. Und was tut der Ex-Präsident? Nennt die 82-Jährige ein "Tier".

Der ehemalige US-Präsident Donald Trump hetzt seine Anhänger weiter gegen seine "Erzfeindin" Nancy Pelosi auf – obwohl der Ehemann der demokratischen Parlamentsvorsitzenden bei einer Attacke im eigenen Haus verletzt wurde. Bei einem Wahlkampfauftritt nannte er die 82-Jährige ein "Tier". Der Republikaner verwies zur Begründung auf die zwei Amtsenthebungsverfahren gegen ihn, die während seiner Präsidentschaft von den Demokraten im Abgeordnetenhaus in Gang gesetzt wurden. Sie scheiterten jedoch im Senat.

Lesen Sie hier das Wichtigste in Kürze über die anstehenden Midterms 2022

Mit Hammer auf 82-Jährigen eingeschlagen

Unmittelbar vor Trumps Auftritt sprach Pelosi emotional in ihrem ersten Interview seit dem Angriff auf ihren Mann vor gut zehn Tagen. Während Pelosi in Washington war, brach ein Mann nachts in ihr Haus in San Francisco ein. Der Polizei zufolge weckte er ihren ebenfalls 82-jährigen Ehemann Paul und verlangte, die Parlamentsvorsitzende zu sehen. Als die von Paul Pelosi alarmierte Polizei eintraf, schlug der Mann mit einem Hammer auf ihn ein. In der Folge musste Paul Pelosi wegen eines Schädelbruchs operiert werden. Der Angreifer sagte später aus, er habe Pelosi befragen und ihre Knie zertrümmern wollen.

Ihr setze besonders zu, dass ihr Ehemann nicht das eigentliche Ziel der Attacke gewesen sei, "aber er war derjenige, der den Preis bezahlte", sagte die Politikerin dem Fernsehsender CNN. Sie brachte den Angriff in Verbindung mit Trumps Lüge über den ihm angeblich gestohlenen Sieg bei der Präsidentenwahl 2020 und anderen von seinen Anhängern in der Republikanischen Partei verbreiteten Falschinformationen. Schon die Attacke von Trumps Anhängern auf das Kapitol in Washington im Januar 2021 sei davon angetrieben worden. Trump nannte Pelosi jahrelang "Crazy Nancy" ("Verrückte Nancy").

Pelosi: "Brauchen starke Republikaner im Land"

Pelosi rief die Republikaner auf, sich von Trumps Rhetorik loszulösen. "Wir brauchen eine starke Republikanische Partei in unserem Land", sagte die Demokratin. Die Republikaner hätten Großes für Amerika erreicht – "und sie sollten stolz darauf sein, anstelle sich dem Kult eines Schurken auszuliefern."

Bei den jetzt abstehenden Halbzeit-Wahlen droht den Demokraten Umfragen zufolge der Verlust der Mehrheit im Abgeordnetenhaus. Pelosi sagte in dem Interview nicht, ob sie sich in diesem Fall aus der Politik zurückziehen würde. Sie räumte aber ein, dass der Angriff auf ihren Mann die Entscheidung darüber beeinflussen würde. Pelosi ist als Vorsitzende des Abgeordnetenhauses die Nummer drei in der politischen Rangfolge in den USA nach Präsident Joe Biden und Vizepräsidentin Kamala Harris.

nik DPA

Mehr zum Thema

Newsticker