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In sieben Regionen: Afghanen übernehmen von Juli an das Kommando

Afghanistans Präsident Hamid Karsai hat die ersten sieben Regionen benannt, in denen die eigenen Sicherheitskräfte von Juli an das Kommando von den internationalen Truppen übernehmen werden. Darunter ist die nordafghanische Stadt Masar-i-Scharif, in der die Bundeswehr eines ihrer Feldlager hat.

Die afghanische Armee übernimmt in diesem Jahr die Sicherheitsverantwortung für drei Provinzen und vier Städte von den Nato-Truppen. Für einen Großteil der Provinz Kabul sowie in den Provinzen Pantschir und Bamijan werde die "volle Verantwortung für die Sicherheit" auf die eigenen Streitkräfte übergehen, kündigte Präsident Hamid Karsai am Dienstag an. Zudem sollten einheimische Kräfte für Sicherheit in den Provinzhauptstädten Masar-i-Scharif, Mehtarlam, Laschkar Gah und den Großteil von Herat sorgen.

Nach einer Vereinbarung mit der internationalen Gemeinschaft soll die Sicherheitsverantwortung bis Ende 2014 schrittweise an die afghanische Armee übergehen. Entsprechend können sich die Nato-geführten Truppen nach und nach zurückziehen. Derzeit sind 140.000 ausländische Soldaten in Afghanistan stationiert. In Masar-i-Scharif, der Hauptstadt der Provinz Balch, hat die Bundeswehr eines ihrer Feldlager in Afghanistan.

Nato-Generalsekretär dämpft Hoffnungen auf baldigen Truppenabzug

Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen begrüßte die Ankündigung Karsais. "Das ist eine neue Station auf dem Weg Afghanistans, aber noch nicht das Endziel." Jeder weitere Schritt hänge von der weiteren Entwicklung ab. Die Regierungen der Nato-Staaten sollten nun dafür sorgen, dass die Soldaten "schrittweise von einer Kampfrolle in eine Ausbilderrolle wechseln".

Gleichwohl dämpfte Rasmussen die Hoffnungen auf einen baldigen Abzug der rund 130 000 internationalen Soldaten aus Afghanistan. Es sei jetzt entscheidend, "Solidarität und Kontinuität" zu gewährleisten, damit die Übergabe der Sicherheitsverantwortung an die Afghanen dauerhaft funktionieren könne.

"Niemand möchte, dass unsere Soldaten einen Tag länger kämpfen als unbedingt nötig", heißt es in der Erklärung Rasmussens. "Wir sind entschlossen, kein Sicherheitsvakuum entstehen zu lassen, in dem Extremismus entstehen könnte."

Westerwelle spricht von "wichtiger Zäsur"

Außenminister Guido Westerwelle sprach am Dienstag in Berlin von einer "wichtigen Zäsur", die eine neue Phase des internationalen Engagements in Afghanistan einleiten werde. "Zum ersten Mal in zehn Jahren werden die in den Übergabeprovinzen lebenden Afghanen für ihre Sicherheit selbst verantwortlich sein", betonte der Minister. "Dies ist ein wichtiger Einschnitt."

Westerwelle bekräftigte zugleich das Ziel, bis Ende dieses Jahres die ersten deutschen Soldaten aus Afghanistan abziehen zu können. Derzeit sind am Hindukusch etwa 5300 Bundeswehrsoldaten im Einsatz.

zen/DPA / DPA