Internationale Reaktionen "Ein Angriff auf die Demokratie"


Die Anschläge in London haben international Entsetzen und Solidarität ausgelöst. Politiker aus aller Welt und Papst Benedikt XVI. haben am Donnerstag ihr Entsetzen bekundet und der britischen Nation ihre Solidarität zugesichert.

Bundeskanzler Gerhard Schröder

"Mein tiefes Mitgefühl gilt den Betroffenen, deren Angehörigen, Premierminister Tony Blair und dem gesamten britischen Volk". Die internationale Staatengemeinschaft müsse alles tun, den Terrorismus mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln gemeinsam zu bekämpfen. Bundesaußenminister Joschka Fischer nannte die Anschläge Menschen verachtend. "Terrorismus darf und wird sich nicht durchsetzen."

Jose Manuel Barroso, EU-Kommissionspräsident

"Dies ist ein Angriff auf das britische Volk, ein Angriff auf die Demokratie und ein Angriff auf die Grundfreiheiten im Herzen der Europäischen Union. ... Bürger in ganz Europa teilen die Trauer der Briten und wir teilen das Gefühl der Verwundbarkeit gegenüber einer Bedrohung, die in jedem Mitgliedstaat zu jeder Zeit zuschlagen kann. ... Die Europäische Union wird sich gemeinsam mit dem britischen Volk dem Terrorismus entgegen stellen."

Javier Solana, EU-Außenbeauftragter

"So ein grausames Ereignis kann jederzeit passieren. Wir dürfen in unserer Wachsamkeit nicht nachlassen. Wir arbeiten daran jeden Tag, und in einer sehr engen Abstimmung mit allen EU-Ländern.“ "Leider ist es manchmal nicht möglich, einen Anschlag wie diesen zu verhindern."

Franco Frattini, EU-Innenkomissar

"Dies bestätigt, dass Terrorismus eine andauernde Gefahr darstellt und wieder im Herzen Europas zugeschlagen hat. ... Dies ist nicht nur ein Angriff auf das Vereinigte Königreich oder seine Bürger, sondern ein Angriff auf ganz Europa und uns alle. Dies ist ein Angriff auf alle jene, die die Menschenrechte und unsere gemeinsamen Werte von Freiheit, Gerechtigkeit und Sicherheit verteidigen und fördern.

Papst Benedikt XVI.

drückte in einem Telegramm an Kardinal Cormac Murphy O’Connor, den Erzbischof von Westminster, sein Entsetzen aus. Der Papst sei im Geiste bei den Trauernden. Benedikt bete für die Opfer und ihre Angehörigen. "Er bittet Sie, den Familien der Verletzten seine spirituelle Nähe in diesen Zeiten der Trauer zu übermitteln", hieß es in der Botschaft, die unterzeichnet war vom Dekan des Kardinalskollegiums, Kardinal Angelo Sodano.

Jose Luis Rodriguez Zapatero, Spanischer Ministerpräsident

"Spanien, das ebenfalls schon vom Terrorismus heimgesucht wurde ..., bietet dem Vereinigten Königreich seine sofortige und bedingungslose Hilfe sowie jede Unterstützung an, um die Kriminellen zu fassen, die diesen abscheulichen Anschlag ausgeführt haben."

Bertie Ahren, Irischer Ministerpräsident

"Das ist Terrorismus und Gewalt, die sich gegen das einfache Volk gerichtet hat... es ist ein verheerender Anschlag auf die Menschen ... Ein furchtbarer, ein trauriger Tag."

Jan Peter Balkenende, Niederländischer Ministerpräsident

"Terrorismus ist ein Übel, das alle Staaten in Europa bedroht. Es ist absolut notwendig, in der Europäischen Union (EU) sowie weltweit eng zusammenzuarbeiten, um dieses Übel zu bekämpfen."

Ferenc Gyurcsancsany, Ungarischer Ministerpräsident

"Gewalt, welcher Art auch immer, ist nicht zu akzeptieren ... Es ist nicht zu akzeptieren, dass unschuldige Menschen, Kinder oder Erwachsene, wegen des Terrors einiger weniger in London oder irgendwo sonst in der Welt leiden müssen."

Abdulmohsen al Akkas, Saudi-Arabischer Sozialminister

"Das ist ein abscheuliches Werk. Ich weiß nicht, wer dahinter steckt. Ich verurteile es aufs Schärfste und drücke den Familien meine Anteilnahme aus."

Fatos Nano, Albanischer Staatschef:

Solche "unmenschlichen" Handlungen zeugten von "Barbarei" extremistischer Gruppen, heißt es in einer Stellungnahme. Albanien werde sich auch in Zukunft an der internationalen Bekämpfung des Terrorismus beteiligen, hieß es weiter.

Anders Fogh Rasmussen, Dänischer Ministerpräsident:

"Wieder einmal sind wir Zeugen eines Angriffs skrupelloser Terroristen in barbarischer Weise gegen vollkommen unschuldige Menschen. Wir dürfen uns dem niemals beugen."

Die Menschenrechtsorganisation

Amnesty International

erklärte, Anschläge auf Pendler zeugten von einer völligen Verachtung der fundamentalen Menschenrechte. Falls die Bombenanschläge Teil einer groß angelegten Attacke einer Organisation gegen die Zivilbevölkerung darstellten, sei dies ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit, erklärte Generalsekretärin Irene Khan.

Der

Sicherheitsrat der Vereinten Nationen (UN)

ist nach der Anschlagsserie zusammengekommen und hat in einer Resolution einstimmig die Anschläge in London aufs Schärfste verurteilt. "Der Sicherheitsrat verurteilt ohne Einschränkungen die terroristischen Anschläge vom 7. Juli 2005 in London und betrachtet jede Form des Terrorismus als Bedrohung für Frieden und Sicherheit", hieß es in der Resolution. Der Rat sprach den Opfern der Anschläge und deren Familien sowie der britischen Regierung seine Anteilnahme aus. Alle Staaten wurden aufgefordert, an der Suche und Bestrafung der Täter und Hintermänner der "barbarischen Taten" mitzuwirken.

AP/DPA AP DPA

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