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Irak: Blair: Stärkere Einbindung der UN

Nach einem Gespräch mit UN-Generalsekretär Annan hat sich der britische Premierminister Blair für eine stärkere Einbindung der Vereinten Nationen im Irak ausgesprochen.

Angesichts der Zuspitzung der Lage im Irak bemüht sich der britische Premierminister Tony Blair um eine stärkere Einbindung der Vereinten Nationen. Blair traf am Donnerstagabend mit UN-Generalsekretär Kofi Annan in New York zusammen. Nach dem Gespräch sagte Blair, vor der geplanten Übergabe der Souveränität im Irak am 30. Juni sei eine neue Resolution des UN- Sicherheitsrats notwendig. Nach den Worten von Annan gibt es jetzt ein gemeinsames Interesse der internationalen Gemeinschaft an Stabilität im Irak. Blair will heute (Freitag) in Washington mit US- Präsident George W. Bush zusammenkommen.

Es wird erwartet, dass die beiden Hauptverbündeten im Irak ihre Entschlossenheit bekräftigen werden, am bisherigen Kurs festzuhalten. Wie es im Vorfeld des Treffens weiter hieß, wollen Bush und Blair zudem auf bisher erzielte Fortschritte im Irak hinweisen und unterstreichen, dass sie die gemeinsame militärische Intervention weiterhin für richtig und notwendig halten.

Brahimi fordert eine von Irakern bestimmte Übergangsregierung

Annans Irak-Beauftragter, Lakhdar Brahimi, hält die Machtübergabe in Bagdad zum 30. Juni trotz der zunehmenden Gewaltausbrüche für möglich. Brahimi rät, den von den USA ausgesuchten provisorischen Regierungsrat zu diesem Zeitpunkt aufzulösen und eine von Irakern bestimmte Übergangsregierung einzusetzen.

Der französische Staatspräsident Jacques Chirac sprach sich für eine Konferenz der Iraker nach dem Vorbild der Bonner Afghanistan- Konferenz von 2001 aus. Die Betroffenen sollten selbst über sie betreffende Fragen entscheiden, sagte Chirac nach Berichten des französischen Fernsehens bei einem Besuch in Algier. Die UN könnten die Schirmherrschaft über die Konferenz übernehmen.

Rumsfeld: "Ich hätte nicht mit so hohen Verlusten gerechnet"

Im Irak sind die Koalitionstruppen durch Aufstände in der Unruhestadt Falludscha und den Hochburgen radikaler Schiiten in Nadschaf und Kerbela unter Druck geraten. Geiselnahmen von Ausländern haben die Lage zusätzlich verschärft. US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld räumte am Donnerstag ein, nicht mit so hohen Verlusten wie in der vergangenen Woche gerechnet zu haben. «Ich hätte das nicht gedacht», antwortete Rumsfeld auf Journalistenfragen, ob er vor einem Jahr eine derartige Zuspitzung der Lage vorausgesehen habe. In diesem Monat sind schon fast 90 Amerikaner im Irak getötet worden.

DPA