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Iran: Ahmadinedschad präsentiert neuen Kampfjet

Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat ein neues Kampfflugzeug enthüllt. Der "Eroberer 313" gehöre "zu den modernsten Kampfflugzeugen der Welt".

Trotz internationaler Sanktionen hat der Iran nach eigener Darstellung einen neuen Kampfjet gebaut. Das Flugzeug vom Typ "Qaher 313" ("Eroberer 313") zeige die wachsende Eigenständigkeit des Landes in der Militärindustrie, sagte Präsident Mahmud Ahmadinedschad am Samstag bei der Präsentation in Teheran. Es entspreche der amerikanischen F/A-18. "Das Tempo der Entwicklung des Irans hängt nun nicht mehr von den Umständen ab, sondern von unserem Willen."

Die Qaher-313 soll den Angaben nach wegen seiner Form nur sehr schwer vom Radar zu erfassen sein. Sie soll als Mehrzweck-Kampfflugzeug sowohl feindliche Flugzeuge aufspüren und abschießen als auch Ziele am Boden bekämpfen können. Ahmadinedschad erklärte, das Flugzeug gehöre zu den modernsten der Welt. Ausländische Experten haben sich aber meist skeptisch über Meldungen aus dem Iran zu militärischen Fortschritten geäußert, weil diese kaum unabhängig zu überprüfen sind.

Die als Vergleich genannte F/A-18 von McDonnell Douglas ist seit 1983 ("Hornet") beziehungsweise 1999 ("Super Hornet") im Einsatz und gehört zur Standardausrüstung der US-Flugzeugträger. Sie trägt diverse Raketen und elektronische Stör- und Warnsysteme. Ob die Flugzeuge vergleichbar sind, ist unbekannt.

Biden bietet Iran Gespräche an

Der Iran nutzt den Jahrestag der Islamischen Revolution regelmäßig, um angeblich spektakuläre militärische oder wissenschaftliche Erfolge zu verkünden, insbesondere seit weitreichende internationale Wirtschaftssanktionen gegen das Land verhängt wurden. Das Land kommt wegen des Waffenembargos im Zuge seines Atomprogramms nur schwer an Militärtechnik. Die Luftwaffe besteht nur aus wenigen Dutzend Kampfjets. Dabei handelt es sich entweder um russische Maschinen oder veraltete US-Flugzeuge, die noch vor der iranischen Revolution 1979 angeschafft wurden. Die USA und Israel haben einen Militärschlag gegen die iranischen Atomanlagen nicht ausgeschlossen.

US-Vizepräsident Joe Biden bot dem Iran aber erneut direkte Gespräche an. Voraussetzung sei, dass es das Land ernst meine, sagte er auf der Münchner Sicherheitskonferenz. Außenminister Guido Westerwelle appellierte ebenfalls an den Iran, diese Gelegenheit zu nutzen. Die jüngste Ankündigung einer beschleunigten Uran-Anreicherung bezeichnete er als falsches Signal.

kave/Reuters/AFP/DPA / DPA / Reuters