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Kaukasus: Georgien bricht Beziehungen zu Russland ab

Wegen des Konflikts um die abtrünnigen Regionen Abchasien und Südossetien hat Georgien seine diplomatischen Beziehungen zu Russland abgebrochen. Südossetiens Parlamentspräsident Snaur Gassijew erklärte derweil, Russland werde Südossetien in einigen Jahren absorbieren.

Georgien hat nach den militärischen Niederlagen in seinen abtrünnigen Regionen Abchasien und Südossetien die diplomatischen Beziehungen mit Russland komplett eingestellt. Am Samstag würden auch die letzten Diplomaten aus Russland abgezogen, teilte der stellvertretende georgische Außenminister Grigol Baschadse am Freitag in Tiflis mit. Das georgische Parlament hatte diesen Beschluss am Donnerstag gefasst und gleichzeitig die "Okkupation Abchasiens und Südossetiens" verurteilt. Das Außenministerium in Moskau bedauerte die Entscheidung.

In Russland leben rund eine Million Georgier. Nach der Anerkennung der Unabhängigkeit Abchasiens und Südossetiens durch Moskau hatte Tiflis in dieser Woche die diplomatischen Beziehungen auf ein Minimum reduziert. Das georgische Außenministerium teilte mit, dass Kontakte mit den russischen Kollegen allenfalls in Drittländern möglich seien.

Die Moskauer Anerkennung der von Georgien abtrünnigen Gebiete Südossetien und Abchasien als unabhängige Staaten könnte indes nur ein Zwischenschritt zur Einverleibung der Region in die Russische Föderation sein. Südossetiens Parlamentspräsident Snaur Gassijew sagte am Freitag in Zchinwali, der russische Präsident Dmitri Medwedew und der südossetische Führer Eduard Kokoiti hätten sich darauf bei einem Treffen in Moskau verständigt. Gassijew sagte, Russland werde Südossetien "in einigen Jahren" oder früher absorbieren. Diese Position sei von Medwedew und Kokoiti mit Nachdruck erklärt worden.

Ein Kreml-Sprecherin sagte auf Anfrage, sie habe keine derartige Information. Sie wollte sich nicht weiter dazu äußern. Gassijews Stellvertreter, Tarsan Kokoiti, fügte hinzu, dass die Südosseten das Recht zur Vereinigung mit Nordossetien hätten, das zu Russland gehört. "Wir werden zusammen in einer russischen Republik leben", sagte er.

Reuters/AP / AP / Reuters