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Konflikt in Korea: Kim Jong Un bestellt Artillerie und Granaten

Kim Jong Un will es wissen: Um einen "schnellen Präventivschlag gegen unsere Feinde sicherzustellen", hat Nordkoreas Diktator seine Landsleute aufgefordert, schnell mehr Waffen zu produzieren.

Kim Jong Un lässt Waffen schmieden und fordert ausländische Botschaften auf, sich auf eine Evakuierung einzustellen.

Kim Jong Un lässt Waffen schmieden und fordert ausländische Botschaften auf, sich auf eine Evakuierung einzustellen.

Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un hat eine Steigerung der Produktion von Artilleriegeschützen und Granaten angeordnet. Wie die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap berichtet, geht dies aus einer am Samstag vom nordkoreanischen Fernsehen ausgestrahlten Dokumentation hervor. Diese zeige ein Treffen Kims mit Arbeitern der Rüstungsindustrie von Mitte März. "Wenn erst der Krieg ausbricht, müssen wir die Schlüsselpositionen des feindlichen Militärs und die Regierungseinrichtungen mit einem schnellen und überraschenden Schlag zerstören", sagte Kim demnach. Die Qualität der Geschütze und Granaten müsse garantiert sein, "um einen schnellen Präventivschlag gegen unsere Feinde sicherzustellen."

Angesichts der prekären Lage auf der koreanischen Halbinsel, hatte die Regierung in Pjöngjang den ausländischen Botschaften empfohlen, ihre Diplomaten in Sicherheit zu bringen. Die Warnung ging selbst an die Vertreter des einzigen, noch Nordkorea verbündeten Lands, China. Das erfuhr die Nachrichtenagentur DPA in Peking aus informierten Kreisen. Es gebe aber noch keine Entscheidung, wie sich die chinesische Regierung verhalten werde.

Keine Sicherheitsgarantien mehr ab Mittwoch

In der Empfehlung der nordkoreanischen Seite an die ausländischen Botschaften in Pjöngjang habe es geheißen, dass bis Mittwoch noch bei einer Evakuierung der Diplomaten geholfen werden können, aber dass danach keine Unterstützung erwartet werden könne.

Nach Angaben des Auswärtigen Amtes ist die deutsche Botschaft weiterhin arbeitsfähig. Die Sicherheit der Vertretung werde ständig überprüft und Außenminister Guido Westerwelle (FDP) durchgehend unterrichtet, erklärte ein Ministeriumssprecher. Westerwelle forderte demnach von Nordkorea, dass es "seinen Verpflichtungen aus dem internationalen Recht nachkommt". Die Sicherheit und Arbeitsfähigkeit der diplomatischen Vertretungen vor Ort müssten "zu jedem Zeitpunkt zuverlässig garantiert" werden. Die von Nordkorea aufgebaute "Drohkulisse und Kriegsrhetorik" seien nicht akzeptabel und ein "gefährliches Spiel mit der Stabilität der gesamten Region".

Flaute in der Sonderwirtschaftszone

Geschlossen bleibt die innerkoreanische Grenze vorerst auch für Südkoreaner, die im gemeinsamen Sonderwirtschaftszone Kaesong in Nordkorea arbeiten. Wie das südkoreanische Vereinigungsministerium in Seoul nach Berichten der Nachrichtenagentur Yonhap mitteilte, hielt Nordkorea den Grenzübergang am Samstag den vierten Tag in Folge in Richtung Norden geschlossen. Wegen der Blockade habe eine weitere Firma ihre Produktion aufgrund mangelnden Nachschubs einstellen müssen.

Die USA rechnen zudem mit einen erneuten Raketenstart Nordkoreas. "Wir wären nicht überrascht, wenn wir eine solche Aktion sehen würden", sagte ein Regierungssprecher in Washington. Ein solcher Schritt würde zur derzeitigen kriegerischen Rhetorik des kommunistischen Regimes passen. Man arbeite eng mit China und Russland zusammen, um auf Nordkorea Einfluss zu nehmen. Nordkorea droht den USA seit Tagen mit einem Atomschlag. Das Land legte auch mehreren Ländern den Abzug ihrer Diplomaten aus der Hauptstadt Pjöngjang nahe.

nik/DPA/DPA

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