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Konflikt in Libyen USA führen direktes Gespräch mit Gaddafi-Regime


Verhandlungen oder nur die Übermittlung einer klaren Botschaft? Vertreter der US-Regierung haben sich mit Gesandten des Regimes von Libyens Diktator Gaddafi getroffen. Beide Seiten stellen das Gespräch allerdings völlig unterschiedlich dar.

Zwischen den USA und dem Regime des libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi ist es zu direkten Gesprächen gekommen. Bei dem Treffen sei es nicht um Verhandlungen gegangen, erklärte eine US-Regierungsvertreterin, die namentlich nicht genannt werden wollte, am Montag. Vielmehr hätten die USA die "klare Botschaft" überbracht, dass ein Rückzug Gaddafis "der einzige Weg" zur Lösung der Krise sei. Nach Angaben eines weiteren US-Vertreters nahmen der Staatssekretär für den Nahen Osten, Jeffrey Feltman, sowie der aus Tripolis abgezogene Botschafter in Libyen, Gene Cretz, an dem Treffen teil.

Ganz anders beurteilt Libyen offenbar das Treffen: Das Regime in Tripolis habe das Gespräch, das demnach bereits am Samstag in Tunesien stattfand, einen "ersten Schritt" genannt, berichtet der US-Fernsehsender CNN. Libyen "begrüßt weitere Schritte" seitens der USA, habe Regierungssprecher Musa Ibrahim erklärt. "Wir sind bereit, über Ideen für das weitere Fortkommen zu beraten, dass Menschen nicht weiter zu Schaden kommen, dass dieser Konflikt endet und dass die beschädigten Beziehungen zwischen Libyen und den USA und anderen Nato-Staaten wieder in Ordnung kommen."

Die USA haben Gaddafi bereits mehrfach zum Rückzug aufgerufen. In der vergangenen Woche hatte die internationale Libyen-Kontaktgruppe den Nationalen Übergangsrat der Aufständischen als offizielles Organ mit Regierungsvollmacht anerkannt.

Die russische Regierung betonte derweil, sie werde den Übergangsrat der Rebellen weiterhin nicht als einzige legitime Volksvertretung ansehen. "Dies würde bedeuten, in einem Bürgerkrieg Partei zu ergreifen und gleichzeitig die Regierung in Tripolis zu isolieren", sagte Außenminister Sergej Lawrow am Montag in Moskau.

Minen stoppen Offensive im Osten

Der Vormarsch der Rebellen im Osten Libyens gerät unterdessen ins Stocken. Die Aufständischen meldeten am Montag Straßenkämpfe aus der Ortschaft Al-Brega, wo einer der Ölhäfen des Landes liegt. Berichte, wonach die Truppen Gaddafis bereits die Flucht gen Westen, in Richtung Ras Lanuf und Sirte, angetreten haben sollen, konnten von unabhängiger Seite nicht bestätigt werden.

Die Aufständischen hatten die Ortschaft Al-Brega am vergangenen Donnerstag teilweise eingenommen. Die Medien der Aufständischen behaupteten, dass einer der Söhne von Gaddafi, Mutassim, am Wochenende zusammen mit etlichen Offizieren von Al-Brega in die Stadt Sirte geflohen sei. Sie räumten jedoch ein, dass sie bei ihrer Offensive in Al-Brega nicht so gut vorankamen, wie erhofft, weil dort zahlreiche Minen verlegt worden seien.

mad/DPA/AFP DPA

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