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Konfliktgespräche: Iran lässt Inspektion neuer Atomanlage zu

Mit dem Bekenntnis, dass es eine zweite Atomaufbereitungsanlage gibt, provozierte Irans Staatspräsident Mahmud Ahmadinedschad die UN-Vollversammlung. Nun hat das Regime in Teheran Inspektionen der bisher unbekannten Anlage erlaubt. Zudem soll es weitere Gespräche geben.

Der Iran wird nach Angaben des EU-Außenbeauftragten Javier Solana Inspektionen seiner neuen Anreicherungsanlage erlauben. Nach Gesprächen zwischen den fünf UN-Vetomächten und Deutschlands mit der Islamischen Republik am Donnerstag in Genf sagte Solana, die Internationale Atomenergie-Behörde (IAEA) dürfte "in den kommenden zwei Wochen" die zweite Atomfabrik des Landes besichtigen. Auch gebe es Fortschritte in dem Bemühen, mit Teheran über die Möglichkeit zu reden, Uran außerhalb des Landes anzureichern. Auf diese Weise würde sichergestellt, dass das nuklear nicht militärisch genutzt werden kann.

Die Vertreter Irans sowie der USA, Russlands, Chinas, Frankreichs, Großbritanniens und Deutschlands hatten sich zum ersten Mal seit mehr als einem Jahr getroffen. Der Westen verdächtigt den Iran, mit seinem Atomprogramm nach Kernwaffen zu streben. Die Regierung in Teheran weist dies stets zurück. "Jedes Land hat das Recht auf friedliche Nutzung der Atomenergie. Dafür werden wir weiter kämpfen", sagte Dschalili in Genf. Zu diesem Thema soll am 18. Oktober am Sitz der IAEA in Wien gesprochen werden.

Insgesamt zeichnete sich bei den Gespräche aber eine allgemeine Annäherungen gekommen. Die Gespräche sollen nun fortgesetzt werden, erklärte Solana in Genf. Am Rande der dortigen Gespräche war es erstmals seit 30 Jahren zu einer offiziellen diplomatischen Begegnung zwischen Vertretern der USA und des Irans gekommen. Einzelheiten zu dem halbstündigen Treffen zwischen dem amerikanischen Unterhändler William Burns und dem iranischen Unterhändler Said Dschalili wurden bisher aber nicht bekannt.

Die sechs Länder und der Iran hätten sich bei den Atomberatungen darauf verständigt, Vorbereitungsgespräche für eine weitere Begegnung noch im Oktober zu führen, sagte Solana. Dazu gehörten auch Unterredungen zwischen ihm und dem iranischen Delegationsleiter Dschalili. Dschalili sprach von «guten Beratungen». Der Iran hoffe, dass sie fortgesetzt würden und in einem Rahmenabkommen zur Lösung der anstehenden Probleme mündeten.

Reuters/DPA / DPA / Reuters