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Kosovo-Unabhängigkeit: Serbien ruft Botschafter aus Deutschland zurück

Die Bundesregierung hat das Kosovo als unabhängigen Staat anerkannt. Einen entsprechenden Beschluss fasste das Bundeskabinett. Unmittelbar danach hat der serbische Außenminister Vuk Jeremic angekündigt, den serbischen Botschafter aus Deutschland zurückzurufen

Drei Tage nach der Unabhängigkeitserklärung des Kosovos hat die Bundesregierung den neuen Status des Landes anerkannt. Einen entsprechenden Beschluss fasste das Bundeskabinett in Berlin, wie ein Regierungssprecher mitteilte. Für die formelle Anerkennung ist der Eingang eines Schreibens von Bundespräsident Horst Köhler beim Oberhaupt des neuen Staates, Fatmir Sejdiu, notwendig. Dieser Brief sei auf den Weg gebracht, teilte das Bundespräsidialamt mit. Ungeachtet von Protesten aus Belgrad und auch aus Moskau haben bislang vier Staaten die Unabhängigkeit des Kosovos anerkannt: Frankreich, die USA, die Türkei und Afghanistan. Auch Großbritannien hat bereits bekannt gegeben, das Kosovo als unabhängigen Staat anerkennen zu wollen.

Unmittelbar nach Deutschlands Anerkennung der Unabhängigkeit des Kosovos hat der serbische Außenminister Vuk Jeremic angekündigt, den serbischen Botschafter aus Deutschland zurückzurufen. "Serbien wird auch den serbischen Botschafter aus Österreich heute zurückrufen", sagte er am Mittwoch in Straßburg im Europarat. Zuvor waren unter anderem bereits die Botschafter aus Washington und Paris zurückgezogen worden.

Nach den schweren Ausschreitungen im Norden des Kosovos hat Präsident Fatmir Sejdiu die Serben zur Ruhe und zur Teilnahme am öffentlichen Leben aufgerufen. "Wir rufen die serbischen Bürger auf, sich uns beim gemeinsamen neuen Leben anzuschließen", sagte Sejdiu am Mittwoch in Pristina. Die von der Nato geführte internationale Schutztruppe KFOR sei aufgefordert, die Lage im Norden unter Kontrolle zu bringen. "Wir ziehen uns nicht aus dem Norden zurück", versicherte auch der neue EU-Kosovo-Beauftragte Pieter Feith nach einem Treffen mit Sejdiu.

Hunderte Serben hatten am Vortag die von der UN-Kosovo-Verwaltung (UNMIK) betriebenen Grenzübergänge Jarinje und Zubin Potok demoliert und dann in Brand gesteckt. Die UNMIK hatte alle albanischen Polizisten aus Sicherheitsgründen abgezogen. Die internationale Schutztruppe KFOR bezog stattdessen dort Stellung. Die Grenzübergänge blieben auch am Mittwoch nach der Abriegelung durch die KFOR geschlossen. "Die Grenze zwischen dem Kosovo und Serbien existiert nicht mehr", begrüßten die meisten serbischen Zeitungen die neue Entwicklung am Mittwoch in Belgrad.

Ziel der Gewaltausbrüche ist nach Darstellung von Diplomaten in Pristina offenbar die Teilung des erst am letzten Sonntag ausgerufenen neuen Kosovo-Staates. Es geht in Nordkosovo um eine Fläche von rund 2400 Quadratkilometer, in denen rund 50.000 Serben in kompakten Siedlungsgebieten leben. Das Gebiet macht rund 22 Prozent des gesamten Staatsgebietes aus.

AP/DPA / AP / DPA