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Krieg in Libyen Gaddafi blitzt mit Bittbrief bei Obama ab


Im Bürgerkrieg in Libyen hat Diktator Gaddafi an "Sohn" Obama geschrieben und ein Ende der Nato-Luftangriffe gefordert. Die Vereinten Nationen wiederum verlangen von Gaddafi ein Ende der Gewalt gegen die eigene Zivilbevölkerung.

Der libysche Machthaber Muammar al Gaddafi hat US-Präsident Barack Obama in einem wirr formulierten Brief aufgerufen, die von der Nato geführten Luftangriffe zu beenden. Zugleich setzten die Milizen Gaddafis ihre Angriffe gegen Stellungen der Aufständischen fort. Vor allem die belagerte Stadt Misrata geriet erneut unter Beschuss durch Artillerie. Die Vereinten Nationen forderten für die Stadt eine Feuerpause, um eine humanitäre Katastrophe zu verhindern.

US-Außenministerin Hillary Clinton betonte, die Nato-Angriffe würden erst aufhören, wenn Gaddafi zurücktrete und Libyen verlasse. "Ich glaube nicht, dass es ein Geheimnis ist, was von Herrn Gaddafi im Moment erwartet wird", sagte sie nach Angaben des Senders CNN.

Gaddafi sprach in seinem Schreiben an Obama von einem "ungerechten Krieg" gegen sein Land, wie CNN berichtete. "Wir haben durch das, was uns durch Ihre Worten und Taten zugefügt wurde, mehr moralisch als physisch gelitten", wurde der libysche Führer am Mittwoch weiter zitiert. "Trotz allem werden Sie immer unser Sohn bleiben."

Nicht das erste Schreiben Gaddafis an die USA

Die USA hatten bislang die Hauptlast der internationalen Luftangriffe gegen Stellungen der Gaddafi-Truppen getragen. Gaddafi äußerte dennoch die Hoffnung, dass Obama im nächsten Jahr als Präsident wiedergewählt wird. Er erklärte weiter, dass eine demokratische Gesellschaft nicht durch Raketen und Kampfflugzeuge aufgebaut werden könne. "Sie sind ein Mann, der genug Mut hat, eine falsche Handlung zu annullieren." Bereits früher hatte Gaddafi Obama im väterlichen Ton geschrieben.

Obamas Sprecher Jay Carney machte deutlich, dass das Weiße Haus dem Brief wenig Bedeutung beimisst. "Offensichtlich ist es nicht der erste (Brief Gaddafis)", sagte Carney. Die Position des Präsidenten sei bekannt. Nicht Worte zählten, sondern Taten: Gaddafi müsse die Gewalt gegen die Bevölkerung beenden und seine Truppen zurückziehen.

UN bitten um Waffenstillstand in Misrata

Auch die Vereinten Nationen forderten ein Ende der Gewalt gegen die Bevölkerung in Libyen und baten zugleich dringend um einen Waffenstillstand in der von Gaddafi-Milizen belagerten und schwer umkämpften Stadt Misrata.

Der designierte FDP-Vorsitzende Philipp Rösler sprach sich für humanitäre Hilfe Deutschlands in Libyen aus. "An der Militäraktion gegen den Diktator Gaddafi haben wir uns aus gutem Grund nicht beteiligt", sagte er in einem Interview der "Bild"-Zeitung. "Wenn jetzt aber die EU eine humanitäre Aktion in Libyen plant, dann müssen wir dabei sein. Das wird dann von Deutschland zu recht erwartet."

kng/DPA DPA

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