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Kommentar

Kongresswahlen: Ein Stück Vergangenheitsbewältigung - die Demokraten werden Trump zur Rechenschaft ziehen

Es ist nun Gewissheit, dass Donald Trumps Wahl zum US-Präsidenten nur kurz die amerikanische Demokratie aus dem Gleichgewicht gebracht hat. Der Teilsieg der Demokraten bei den US-Zwischenwahlen gibt dem Land nun endlich die Chance, weiter zu gehen.

Ein Comedian brachte es gestern Abend auf einer Wahlparty in Brooklyn auf den Punkt. Er sagte: "Das ist der Knackpunkt in diesem Land: Die Republikaner regieren ohne Scham. Und die Demokraten schämen sich, ohne zu regieren."

Nach den Midterm Elections wird es den Republikanern wohl weiterhin an Scham mangeln. Die Demokraten können aber schamlos reinregieren.

Der ganz große Sieg der Demokraten blieb aus, dennoch war es eine große Nacht für die Demokraten, die das Repräsentantenhaus gewannen, damit das Ende der republikanischen Vorherrschaft im Kongress besiegelten und nun eine neue Ära einläuten, in der Donald Trump zur Rechenschaft gezogen wird.

+++ Lesen Sie hier alle aktuellen Ereignisse zu den US-Zwischenwahlen im stern-Liveblog. +++

USA nach Midterms 2018 tief gespalten

Am Anfang sah es schlecht aus für sie, die Kampfpilotin Amy McGrath verlor in Kentucky, Andrew Gillum schnitt schlechter ab als erhofft in Florida und Joe Donelly verlor das Senatsrennen in Indiana. Die Republikaner konnten die Mehrheit im Senat verteidigen.

Aber schnell drehten sich die Ergebnisse zu Gunsten der Demokraten. Im Repräsentantenhaus gewannen sie wie erwartet, auch in den Gouverneurswahlen gewannen sie an Boden - wenn auch nicht so sehr wie erhofft.

Die Vereinigten Staaten sind auch nach dieser Wahl tief gespalten zwischen ländlichen Gebieten, wo die Republikaner noch immer Mehrheiten einfahren, und den Städten mit ihren Vorstädten und ihren gut ausgebildeten Bewohnern, die zu den Demokraten tendieren.

Die Demokraten können zufrieden sein mit diesem Tag, auf den sie seit 2:29 Uhr am 9. November 2016 gewartet haben. Die Wahlen sollten ihnen Klarheit bringen über die politische Verfasstheit ihres Landes nach dem Schock der Wahl von Donald Trump. Zwei Jahre lang lastete dieser Schock; er fraß sich ein in die amerikanische Seele. Das Land verharrt seitdem in Starre - unfähig, voranzuschreiten. Seit zwei Jahren tobt die immer gleiche Debatte über diesen Moment, in dem klar wurde, dass Amerika solch ein gespaltenes und unzufriedenes Land ist, dass es einen unfähigen Mann wie Donald Trump zum Präsidenten wählen würde.

Die Mehrheit der Amerikaner kann aufatmen. Aber der Albtraum ist nicht zu Ende.

Seitdem ist Donald Trump ein Präsident der Düsternis. Ein Präsident, der trotz guter wirtschaftlicher Lage im Wahlkampf lieber über den Untergang amerikanischer Größe lamentierte, Ängste vor Ausländern schürte und in seinen Reden mit Lügen unterfütterten Hass und Konflikt säte.

Die Wahlen haben nun endlich dem Land die Chance gegeben, weiter zu gehen. Sie sind ein Stück Vergangenheitsbewältigung.

Es ist nun Gewissheit, dass Donald Trumps Wahl nur kurz die amerikanische Demokratie aus dem Gleichgewicht gebracht hat. Obwohl sein Name nicht auf dem Wahlzettel stand, ging es um ihn. Schon 2016 hatte ihn nicht die Mehrheit der Amerikaner gewählt, obwohl er das Gegenteil behauptete. Die Wahl gestern hat gezeigt, dass sich daran nichts geändert hat. Im Gegenteil: Die Vereinigten Staaten sind fremdenfreundlicher, toleranter, diverser, als es die Mehrheit des Kongresses war und Donald Trump ist. 

Die Geschichte war auf der Seite der Demokraten gestern Abend. Doch das ist nicht unbedingt das Ende von Trump. In zwei Jahren liegt der Vorteil wieder beim Präsidenten. Seit dem Zweiten Weltkrieg haben nur zwei Präsidenten das Weiße Haus nach nur einer Amtszeit verloren, Jimmy Carter (1977 bis 1981) und George H. W. Bush (1989 bis 1993). Am Dienstag konnten wir erleichtert feststellen, dass die Gesetze der politischen Schwerkraft auch für diesen unkonventionellen Präsidenten gelten.

Die Mehrheit der Amerikaner kann aufatmen. Aber der Albtraum ist nicht zu Ende.

Kommentar zu den Midterms: stern-Journalist Andreas Petzold: Nicht einfach nur Wahlen, es geht um die Zukunft der USA
fs
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.