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Muskelspiel in der Ukraine-Krise Putin versetzt Truppen in "volle Gefechtsbereitschaft"


Die Sanktionsdrohungen des Westens verfehlen ihre Wirkung: Anstatt das Militär von der ukrainischen Grenze abzuziehen, versetzt Wladimir Putin 65.000 Soldaten in Gefechtsbereitschaft.

Russlands Präsident Wladimir Putin hat am Samstag die Truppen in Zentralrussland in "volle Gefechtsbereitschaft" versetzt. Die Truppen des zentralen Militärbezirks sowie alle Einheiten auf dem Gebiet seien in "volle Gefechtsbereitschaft versetzt" worden, zitierten russische Nachrichtenagenturen Verteidigungsminister Sergej Schoigu. Putins Befehl gelte ab 11.00 Uhr Moskauer Zeit.

Bei Manövern mit verschiedenen Übungsaufgaben werde in der Zeit vom 21. bis 28. Juni die Kampfbereitschaft der Armee im Zentralen Verteidigungsbezirk Tscheljabinsk am Ural an der Grenze zu Sibirien überprüft, teilte Schoigu der Agentur Interfax zufolge am Samstag mit. Der Ort des Manövers liegt Tausende Kilometer von der russisch-ukrainischen Grenze entfernt. Das Militär organisiert jedes Jahr mehrere Manöver. Diesmal sind nach Angaben des Generalstabs in Moskau 65.000 Soldaten beteiligt. Die Streitkräfte sollen bis zum 1. Juli in ihre Garnisonen zurückkehren.

Im Raum Tscheljabinsk nehmen nach Militärangaben auch Fallschirmjäger an dem Manöver teil. Geübt werde der Einsatz von Militärtechnik, darunter auch mehr als 180 Flugzeuge sowie etwa 60 Hubschrauber, sagte Generalstabschef Waleri Gerassimow.

Einseitige Waffenruhe ist keine Waffenruhe

Am Freitag hatte Moskau bestätigt, seine Militärpräsenz an der Grenze zur Ukraine zu verstärken. Die Maßnahme droht den Ukraine-Konflikt weiter zu verschärfen: Kanzlerin Angela Merkel, US-Präsident Barack Obama und Frankreichs Staatschef François Hollande hatten Putin erst am Freitagabend aufgefordert, seine Soldaten von der Grenze zur Ukraine abzuziehen. Sollte Moskau keine Schritte zur Eskalation einleiten, drohten neue Sanktionen, erklärten das Weiße Haus und der Elysée-Palast.

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko hatte am Freitag eine einseitige Waffenruhe für die Ostukraine ausgerufen. Moskau hatte skeptisch auf seinen Friedensplan reagiert. Führer der Separatisten lehnten es ab, die Waffen niederzulegen, bevor sich die Regierungstruppen nicht aus der Region zurückziehen. Sie setzen ihre Attacken im Osten der Ukraine offenbar fort. Regierungstruppen berichteten am Samstag von Angriffen der Aufständischen. Bei einer Attacke auf einen Kontrollposten der Armee in der Region Donezk seien drei Soldaten verletzt worden. Die Stellung sei in der Nacht mit Mörsergranaten und von Scharfschützen beschossen worden.

ivi/AFP/DPA DPA

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