Myanmar Junta lässt alle Helfer ins Land


Hoffnung für die Überlebenden der Wirbelsturmkatastrophe in Myanmar: Das Militärregime öffnet seine Grenzen für ausländische Helfer, wie UN-Generalsekretär Ban Ki Moon nach einem Treffen mit Junta-Chef Than Shwe sagte. 2,5 Millionen Zyklon-Opfer benötigen dringend Hilfe.

Nach Ban Ki Moons Worten wird die Militärregierung ab sofort ausländischen Helfern erlauben, den Überlebenden der Sturmkatastrophe zu Hilfe zu kommen. Dies habe ihm der Chef der Militärregierung, General Than Shwe, zugesagt, sagte Ban nach einem Treffen mit dem General in Myanmars neuer Hauptstadt Naypyidaw. Auf die Frage, ob dies einen Durchbruch bedeute, sagte Ban: "Ich glaube schon."

Than Shwe habe zugestimmt, Rangun zur logistischen Drehscheibe der Hilfsoperationen zu machen, erklärte Ban weiter und sprach von einer "wichtigen Entwicklung". Ob allerdings die französischen und amerikanischen Kriegsschiffe mit Hilfsgütern an Bord in Myanmar andocken dürften, ist fraglich. Ein myanmarischer Regierungsbeamter erklärte, der General sehe keinen Grund, ausländische Helfer nicht ins Land zu lassen, "solange sie wirklich echte Mitarbeiter von humanitären Organisationen sind und klar ist, was sie vor Ort tun". Bislang habe es für einen solchen Schritt allerdings "kein grünes Licht von der Staatsspitze" gegeben.

Tatsächlich hatte sich die Militärregierung bis dato geweigert, ausländische Helfer in größerer Zahl ins Land zu lassen, um den rund 2,5 Millionen Menschen zu helfen, die nach der Katastrophe dringend auf Hilfe warten.

UN für Ausweitung der Hilfe gerüstet

Die Vereinten Nationen sind nunmehr zu einer Ausweitung ihres Engagements für die Zyklon-Opfer bereit. Es seien bereits Vorräte angelegt worden, sagte UN-Sprecherin Elisabeth Byrs in Genf. Zunächst müssten aber noch praktische Details der angekündigten Öffnung des Landes für alle Mitarbeiter von Hilfsorganisationen geklärt werden. Nötig seien vor allem Experten für Koordination und Katastrophenmanagement.

Die Föderation der Rotkreuzorganisationen reagierte zunächst zurückhaltend. "Einiges muss noch klargestellt werden", sagte Sprecher John Sparrow. "Heißt das: Es dürfen alle ins Land einreisen? Oder heißt das: Es dürfen alle, die im Land sind, ins Katastrophengebiet reisen?"

Geberkonferenz am Sonntag

Am Donnerstag hatte sich Ban nach einem Besuch im zerstörten Irrawaddy-Delta bestürzt über die Lage der Überlebenden gezeigt. Das Dorf Kyondah, das Ban bereiste, gilt indes als Vorzeigeort nach der Wirbelsturmkatastrophe. Bei dem Sturm kamen mindestens 78.000 Menschen ums Leben, weitere 56.000 gelten als vermisst. Auf Anrufe Bans aus New York hatte General Than Shwe zuvor nicht reagiert. Ob bei dem Treffen auch das Schicksal der unter Hausarrest stehenden Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi zur Sprache kam, war zunächst nicht zu erfahren.

Weitere Hilfe für die Zyklon-Opfer wird von der internationalen Geberkonferenz erwartet. Diese wurde von den UN und der Südostasiatischen Staatengemeinschaft (Asean), zu der auch Myanmar gehört, für Sonntag nach Rangun einberufen. Deutschland wird vom Staatsminister im Auswärtigen Amt, Gernot Erler, vertreten. In seinem Flugzeug werden sich auch zehn Tonnen Hilfsgüter für Myanmar befinden, darunter medizinische Notfallsets, Zelte, Moskitonetze, eine Wasseraufbereitungsanlage und Wasserreinigungstabletten. Die Bundesregierung hat deutschen und internationalen Hilfsorganisationen bislang vier Millionen Euro als Soforthilfe für Myanmar zur Verfügung gestellt.

AP/DPA AP DPA

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