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Terrorverdacht: Tatverdächtiger nach Bombenanschlag in New York gefasst

Ein Anschlag mit 29 Verletzten in New York, selbst gebaute Bomben im nahen New Jersey: Mehrere Vorfälle vom Wochenende lösen in den USA große Besorgnis aus - und sie heizen den Wahlkampf nochmals an. Nun hat die Polizei einen Tatverdächtigen gefasst.

Massive Polizeipräsenz versprach New Yorks Bürgermeister nach der Explosion von Samstagnacht

Massive Polizeipräsenz versprach New Yorks Bürgermeister nach der Explosion von Samstagnacht

Sieben Wochen vor der Präsidentenwahl erschüttern ein Bombenanschlag in New York und mehrere selbst gebaute Sprengsätze im nahen New Jersey die USA. Möglicherweise gehen alle Zwischenfälle vom Wochenende auf das Konto eines 28-jährigen US-Amerikaners afghanischer Herkunft.

Ahmad Khan Rahami wurde nach Angaben mehrerer US-Medien am Montagvormittag in Linden (New Jersey) nach einem Schusswechsel mit der Polizei festgenommen. Sein Zustand war zunächst nicht bekannt.

Linden liegt etwas vier Meilen entfernt von Elizabeth. Dort wurde am späten Sonntagabend in der Nähe des Bahnhofs eine Tasche gefunden, die fünf Bomben enthielt. Die Polizei entschärfte sie in der Nacht zum Montag mit Robotern. Dabei explodierte eine Bombe, verletzt wurde niemand.

Sprengsätze befeuern Diskussion

Die Sprengsätze und die Diskussion über die Innere Sicherheit in den USA werden die Auseinandersetzung im Präsidentenwahlkampf weiter verschärfen. Am Morgen sagte der Republikaner Donald Trump im Sender Fox, es sei mit weiteren Anschlägen zu rechnen. Verantwortlich seien die Regierung Barack Obamas und seine Konkurrentin Hillary Clinton, die Hunderttausende Fremde ins Land lassen wollten. Diese Behauptung ist sachlich falsch, so hat die US-Regierung die Zahl anzuerkennender Flüchtlinge etwa aus Syrien für 2016 auf nur 10.000 begrenzt.

Ein Sprecher Trumps erklärte, Obama verniedliche die Bedrohung durch den Terrorismus. Die Vorfälle machten einmal mehr klar, dass man im Kampf gegen den Islamischen Staat neue Führung brauche.

Ein islamistischer Hintergrund der Sprengätze oder eine Verbindung zum IS ist bislang offen und wurde von den Behörden nicht ins Spiel gebracht. New Yorks Gouverneur Andre Cuomo sagte am Montag lediglich, man solle nicht überrascht sein, wenn im Lauf der Ermittlungen internationale Verbindungen zu Tage träten.

Clinton sagte am Montag in White Plains nahe New York: "Lasst uns wachsam sein aber nicht furchtsam". Sie sei die einzige Kandidatin im Rennen, die Erfahrung damit habe, Terroristen niederzuringen.

Auf die afghanische Herkunft des Verdächtigen angesprochen, sagte Clinton, in den USA lebten Millionen friedlicher eingebürgerter Einwanderer und Millionen friedliebender Muslime. Trump, dem sie Demagogie vorwarf, suche einen Krieg mit dem Islam. Seine Rhetorik spiele den Feinden der USA in die Hände.

29 Menschen in New York verletzt, Glück in New Jersey

Bei der Explosion am Samstag im New Yorker Szeneviertel Chelsea waren 29 Menschen verletzt worden. Ein zweiter Sprengsatz in einem Schnellkochtopf explodierte nicht.

Der Festgenommene Rahami soll der Mann sein, der auf Überwachungsvideos in New York zu sehen war. Nach Polizeiangaben wohnte er in Elizabeth, wo am Sonntagabend der Bombenrucksack gefunden wurde. Der Sender NBC berichtete unter Bezug auf Ermittlerkreise, sein Fingerabdruck sei auf einer der nicht explodierten Bomben gefunden worden.

Bereits am Samstagmorgen war in Seaside Park in New Jersey eine von drei miteinander verbundenen Rohrbomben in einer Mülltonne detoniert. Sie galten vermutlich einem Rennen der Marineinfanterie mit mehr als 5000 Teilnehmern. Dank einer Verzögerung des Rennens wurde niemand verletzt.  

fin / DPA