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Medienberichte New Yorker Justiz hat offenbar die Trump Organization und dessen Finanzchef angeklagt

Donald Trump und Allen Weisselberg
Mittendrin, wenn auch nur in der zweiten Reihe: Allen Weisselberg (M.) mit Donald Trump und dessen Sohn Don Jr. (r.)
© Evan Vucci / Picture Alliance
Die seit zwei Jahren laufenden Ermittlungen gegen Donald Trumps Unternehmen haben offenbar zu ersten Anklagen geführt. US-Medien zufolge wird sich der Finanzchef der Trump Organization stellen und die Firma wegen Steuerhinterziehung angeklagt.  

Die New Yorker Justiz hat Medienberichten zufolge Anklage gegen die Trump Organization erhoben, das Immobilien-Imperium des früheren US-Präsidenten Donald Trump. Wie das "Wall Street Journal" berichtet, wird Trumps Familienholding und ihrem Finanzchef Allen Weisselberg Steuerhinterziehung vorgeworfen. Bei Weisselberg steht demnach der Verdacht im Raum, dass der 73-Jährige von der Trump Organization Zusatzleistungen wie die Nutzung von Luxus-Wohnungen und Autos erhielt, die nicht versteuert wurden.

Weisselberg steht schon länger im Zentrum der Ermittlungen gegen das Unternehmen. Er arbeitet sein ganzes Leben für die Trumps und verwaltet auch das Familienvermögen. Da kaum jemand derartig intime Kenntnisse über das Innenleben der Trump Organization haben dürfte wie er, war er ins Visier der New Yorker geraten. Gerüchten zufolge sollen einige Zahlungen an eine Privatschule falsch deklariert worden sein, auf die seine Enkel gehen. Mutmaßlich sollte er damit unter Druck gesetzt werden, um gegen Donald Trump auszusagen. Laut der "Washington Post" wird sich Weisselberg nun selbst den Behörden stellen.

Familienunternehmen von Fred Trump übernommen

In der aus hunderten Einzelunternehmen bestehenden Trump Organization sind die Immobiliengeschäfte des Ex-Präsidenten gebündelt. Ihr gehören Luxushotels, Golfclubs, Wohngebäude und Geschäftsimmobilien in den USA und im Ausland. Die wohl berühmteste Immobilie ist der Trump Tower in New York, in dem Trump lange Zeit lebte. Früher gehörten dem 75-Jährigen auch eine Reihe von Casinos. Trump hatte das Familienunternehmen in den 70er Jahren von seinem Vater Fred übernommen. Nach seinem Sieg bei der Präsidentschaftswahl 2016 und seinem Amtsantritt im Januar 2017 gab er die Leitung der Geschäfte an seine Söhne Donald Junior und Eric ab.

Manhattans Bezirksstaatsanwalt Cyrus Vance ermittelt seit 2019 gegen Trump und die Trump Organization. Anfangs ging es dabei um Schweigegeldzahlungen an die Porno-Darstellerin Stormy Daniels und das frühere "Playboy"-Modell Karen McDougal, die nach eigenen Angaben vor Jahren Affären mit Trump hatten. 

Die Untersuchungen wurden dann ausgeweitet auf möglichen Steuer-, Banken- und Versicherungsbetrug. Seit Februar liegen Staatsanwalt Vance nach einem langen Rechtsstreit auch Steuererklärungen Trumps ab dem Jahr 2011 vor. Trump hatte sich gegen die Herausgabe der Dokumente gestemmt und war bis vor den Obersten Gerichtshof des Landes gezogen, dort aber unterlegen.

Gegen die Trump Organization ermittelt auch die Generalstaatsanwältin des US-Bundesstaats New York, Letitia James. Vance und James kooperieren inzwischen bei ihren Ermittlungen. Im Mai wurde bekannt, dass Vance eine sogenannte Grand Jury einberufen hat. Die Laienrichter entscheiden auf Grundlage der Beweise darüber, ob Anklage erhoben wird oder nicht.

Keine Ermittlungen gegen Trump persönlich

Wie die "New York Times" und die "Washington Post" berichteten, hat die Grand Jury bereits vor einigen Tagen über die Anklage gegen die Trump Organization und Weisselberg entschieden. Konkrete Anklagepunkte wurden in diesen Berichten aber nicht genannt.

Gegen Trump persönlich wird den Berichten zufolge zumindest zum jetzigen Zeitpunkt keine Anklage erhoben. Der Ex-Präsident hat wiederholt von einer politisch motivierten "Hexenjagd" gegen ihn gesprochen. Vance und James gehören den Demokraten von Präsident Joe Biden an.

nik AFP

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