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Chef der Brexit-Partei: "Übergewichtige, kettenrauchende Gin-Trinkerin": Farage pöbelt gegen Queen Mom, Harry und Meghan

Die Rede sollte wohl eigentlich nicht öffentlich werden: Brexit-Partei-Chef Nigel Farage hat in Sydney über die verstorbene Mutter von Königin Elizabeth gelästert. Und auch Prinz Charles, Harry und Meghan bekamen mächtig ihr Fett weg.

Nigel Farage, Chef der Brexit-Partei, hier bei einer Wahlkampfrede im Juni in Peterborough in Großbritannien

Nigel Farage, Chef der Brexit-Partei, hier bei einer Wahlkampfveranstaltung im Juni in Peterborough in Großbritannien

DPA

Journalisten waren extra ausgesperrt worden, doch der Inhalt seiner Rede gelangte trotzdem an die Öffentlichkeit: Nigel Farage hat auf einer Konferenz rechtskonservativer politischer Aktivisten in Australien die Mutter von Königin Elizabeth II. verspottet, sich über Prinz Charles und dessen Engagement für den Umweltschutz lustig gemacht und gegen Prinz Harry und dessen Ehefrau Meghan gepöbelt. Das berichtet die britische Zeitung "The Guardian" unter Berufung auf einen Mittschnitt eines Teils der Veranstaltung.

Königin Elizabeth II. selbst sei "eine erstaunliche, ehrfurchtgebietende Frau, wir haben verdammtes Glück, sie zu haben", schwärmte der Vorsitzende der Brexit-Partei demnach am Samstagabend auf der Conservative Political Action Conference (CPAC) in Sydney zunächst von der Queen. Ihre Mutter, die 2002 verstorbene Queen Mom, sei dagegen eine "leicht übergewichtige, kettenrauchende Gin-Trinkerin" gewesen. Und "was ihren Sohn betrifft, was Charlie Boy und den Klimawandel betrifft, oh je, oh je, oh je", zitiert der "Guardian" Farage. "Alles, was ich sagen kann, ist, dass Charlie Boy jetzt in seinen 70ern ist ... möge die Queen eine sehr, sehr lange Zeit leben."

Farage attackiert Harry und Meghan

Später habe sich der Rechtspopulist dann Prinz Harry und dessen Ehefrau Meghan Markle vorgenommen: "Nun, wenn ich will, dass die Königin eine lange Zeit lebt, um Charlie Boy davon abzuhalten, König zu werden, möchte ich, dass Charlie Boy noch länger lebt und William für immer am Leben bleibt, um Harry davon abzuhalten, König zu werden", lästerte Farage der Zeitung zufolge.

Der Brexit-Partei-Chef erklärte demnach, es sei "erschreckend", wie Prinz Harry, das "populärste jüngere Mitglied der Königsfamilie seit 100 Jahren", "abgestürzt" sei, nachdem er Meghan Markle kennengelernt habe. Die Entscheidung des Prinzen und der Herzogin von Sussex, aus Umweltschutzgründen nur zwei Kinder haben zu wollen, nannte er "irrelevant angesichts der 2,6 Milliarden Chinesen und Inder auf dieser Erde".

Farage habe Harry zudem als "Prinz der Selbstgerechtigkeit" bezeichnet, berichtet der "Guardian". Dies sei zwar nicht auf dem teilweisen Mittschnitt seiner Rede zu hören, Anwesende hätten die Aussage jedoch gegenüber "Guardian Australia" bestätigt.

Linke steht ein Mann im Anzug, auf dem Milchshake-Flecken sind, rechte zieht eine Hand eine Tattoo-Vorlage vom Bein eines Mannes

Schlüsselfigur des Brexit-Referendums

Farage war den 500 Teilnehmern der Konferenz laut "Guardian" als der "durchaus mögliche" nächste britische Premierminister vorgestellt worden, obwohl er gar kein Mitglied des britischen Parlaments ist und er bereits vier mal erfolglos versucht hat, gewählt zu werden.

Der 55-Jährige gilt als eine der Schlüsselfiguren für den Erfolg des Brexit-Referendums im Sommer 2016 und setzt sich für einen EU-Austritt Großbritanniens ohne Deal ein. Bei der Europawahl Ende Mai wurde er mit seiner Brexit-Partei mit rund 32 Prozent der Stimmen aus dem Stand zur stärksten Kraft.

mad