Nordkorea China befürchtet baldigen Atomtest

Zünden die Nordkoreaner eine Atombombe oder nicht? Chinesischen Angaben zufolge steht ein Test kurz bevor, Japan hat dafür keine Anzeichen. Nun will der designierte UN-Generalsekretär in dem Atomkonflikt vermitteln.

Nordkorea bereitet seinen umstrittenen Atomwaffentest chinesischen Angaben zufolge in einem stillgelegten Bergwerk vor. Das Land sei "mehr oder weniger" so weit, den Test zu machen, sagte ein chinesischer Regierungsvertreter nach Gesprächen mit einer nordkoreanischen Delegation. Möglicherweise schiebe es den Schritt aber nochmals auf, wenn die USA im Konflikt um das Atomprogramm des Landes Zugeständnisse machten.

USA: Test vielleicht am Sonntag oder Montag

In US-Regierungskreisen wird spekuliert, dass der Test am Sonntag oder Montag stattfinden könnte. Am Sonntag jährt sich die Berufung von Machthaber Kim Jong Il an die Spitze der Militärkommission des Landes 1997. Am Montag begeht Nordkorea den Tag der Arbeiterpartei. Die kommunistische Führung hat für demonstrative Handlungen oder wichtige Ankündigungen wiederholt symbolträchtige Daten gewählt.

Dagegen hat Japan noch keine Anzeichen für einen unmittelbar bevorstehenden Atomwaffentest in Nordkorea entdeckt. Auf die Frage, ob die Lage dringend sei, sagte der japanische Außenminister Taro Aso nach Angaben der Nachrichtenagentur Kyodo: "Ich denke nicht". Japan intensiviert jedoch nach Angaben eines Regierungssprechers seine Vorbereitungen für eine Reaktion, sollte der kommunistische Nachbar seinen Plan vorantreiben.

Sicherheitsrat droht mit Konsequenzen

Die Mitglieder des UN-Sicherheitsrats haben sich unterdessen auf einen Erklärungsentwurf geeinigt, in dem Nordkorea im Falle eines Atomtests mit Konsequenzen gedroht wird. In dem von Japan ausgearbeiteten Text heißt es, Nordkorea müsse mit Maßnahmen im Rahmen der Charta der Vereinten Nationen (UN) rechnen, sollte es wie angekündigt einen Atomtest unternehmen. Die Schritte wurden jedoch nicht näher ausgeführt. Nordkorea hatte am Dienstag seinen ersten Atomtest angekündigt, ohne dafür jedoch einen konkreten Zeitpunkt zu nennen.

Südkoreaner wahrscheinlich Annan-Nachfolger

In den Konflikt will sich nun auch der südkoreanische Außenminister Ban Ki Moon einschalten. Im Falle seiner Wahl zum UN-Generalsekretär wolle er mit dem Nachbarland über eine Beendigung der atomaren Aktivitäten verhandeln, sagte Ban Ki Moon der "Financial Times". Ban Ki Moon ist der einzige verbliebene Kandidat für die Nachfolge von UN-Generalsekretär Kofi Annan. Nach den für Ban bereits erfolgreichen Testabstimmungen im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen zogen die verbliebenen drei Mitbewerber ihre Kandidatur zurück.

Damit gilt als sicher, dass der UN-Sicherheitsrat am Montag Ban offiziell als nächsten Generalsekretär nominieren wird. Die 192 Mitglieder der UN-Vollversammlung werden ihn voraussichtlich Ende des Monats zum Nachfolger Annans wählen, dessen Amtszeit am 31. Dezember endet. Bereits bei einer informellen Abstimmung im UN-Sicherheitsrat hatte Ban am Montag 14 Stimmen des 15-köpfigen Gremiums erhalten - und dabei auch die erforderliche Rückendeckung aller fünf Vetomächte. Zudem war er der einzige Kandidat, der keine Gegenstimme bekam.

Reuters/DPA/AP/mta AP DPA Reuters

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