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Obama-Rede: Die Geburt eines Kämpfers

Er hat zurückgeschlagen: US-Präsidentschaftskandidat Barack Obama nutzte seine Nominierungsrede zu einem Großangriff auf seinen Rivalen John McCain und versetzte 80.000 Zuschauer im Footballstadion von Denver in Ekstase. Eine historische Rede, in der Obama endlich sagte, was er konkret verändern will.

Von Jan-Christoph Wiechmann, Denver

Es ist der allseits ersehnte Angriff. Nachdem Barack Obama den langen Weg zur Bühnenfront zurückgelegt hat, nachdem er sich bei Hillary Clinton und Joe Biden und seiner Familie bedankt und die Nominierung seiner Partei offiziell angenommen hat, ruft er irgendwann das entscheidende Wort hinaus in die Nacht von Denver: "Enough." Genug. Es reicht. "Amerika, wir sind besser als diese letzten acht Jahre", ruft er den 84000 Zuschauern entgegen. "Dieser Moment, diese Wahl ist unsere Chance, das amerikanische Versprechen im 21. Jahrhundert am Leben zu halten."

Da steht das ganze Stadion zum ersten Mal Kopf. 84.000 Menschen. Es ist eines der größten politischen Events der amerikanischen Geschichte. Die Zuschauer sind aus allen Staaten angereist in die Arena von Denver, wo sonst die Denver Broncos Football spielen. Sie beantworten Obamas "Enough" mit ihrem eigenen "Enough". Sie brüllen es heraus. Obama brüllt nicht, er brüllt nie, aber so kämpferisch haben sie ihn nicht unbedingt erwartet.

Obama hat einiges ertragen müssen in den vergangenen Wochen. Seine Gegner haben ihn als hohlen Superstar verspottet, als Freund eines Terroristen, als selbstverliebten Möchtegern-Messias. Obama hat sich gewehrt, aber die Freunde im Senat warnten ihn: Du musst zurückschlagen. Richtig zurückschlagen.

Obama wehrt sich

Nun schlägt er zurück. In diesen 44 Minuten schlägt er richtig zurück: "John McCain sagt gerne, dass er bin Laden zum Eingang zur Hölle verfolgen wird, aber er verfolgt ihm nicht mal zu den Höhlen, wo er lebt." Obama erinnert an McCains Temperamentausbrüche und seine Nähe zu George W. Bush, er zählt die Probleme des Landes auf, Krieg, Rezession, Häuserkrise und fügt hinzu: "Es ist nicht so, dass John McCain das alles egal ist. Er versteht es einfach nicht."

Auf jeden Spruch antwortet das Publikum mit lautem Jubel, es schwenkt amerikanische Fähnchen, eine Delegierte aus New York schreit: "Jawohl, mach ihn fertig, es reicht uns." Die Menschen haben es satt, nach acht Jahren Bush sich immer noch Angriffe der Republikaner anhören zu müssen. Sie haben es satt, dass Demokraten als Weicheier verschrien sind. Sie brauchen jetzt keinen netten Obama. Sie brauchen einen, der auch mal fies sein kann.

Der "Obama-Tempel"

Die Bühnenkulisse ist eine Mischung aus Kolosseum und Wohnzimmer. Ein amerikanisches Wohnzimmer in Rom? Römische Säulen in Washington? Oder doch das Weiße Haus? Der West Wing? Man weiß es nicht genau. McCains Leute nennen das Gebilde den "Obama-Tempel". Sie folgen damit ihrer Angriffslinie: Sie vergleichen Obama in Wahlspots mit den hohlen Superstars Britney Spears und Paris Hilton. Obama sei nichts als ein gehypter Politiker, der sich selbst etwas zu sehr als Messias geriert.

Das Obama Team überlegte, schnell eine ganz andere Kulisse zu bauen, aber die Pläne waren nicht mehr zu stoppen. Also setzten sie auf Schadensbegrenzung: Sie versuchten, das Echo im Stadion etwas zu dosieren, damit es nicht zu bombastisch klingt. Sie übten Kameraeinstellungen, die das Massenspektakel ein bisschen kleiner halten sollten. Es sollte alles etwas kuscheliger wirken. Nicht so abgehoben. Normaler. Denn Obama stellt sich Amerika an diesem Abend noch mal neu vor. Als normaler Amerikaner. Kein Kenia, kein Indonesien, die Zeit der Exotik ist vorbei. Ein ganz normaler Amerikaner. Mit einem Großvater, der sich nach dem japanischen Angriff auf Pearl Harbor zum Militär meldet. Einer Mutter, die eine Zeit lang von Essensmarken lebte. Einer weißen Großmutter aus Kansas, die alles opferte, damit es dem kleinen Barack einmal besser gehen soll. So will er es jetzt auch machen. Alles geben, damit es seinen Kindern einmal besser geht. Aber nicht nur seinen Kindern, sondern ganz Amerika. Obama ist an diesem Abend der Patriot, den McCain ihm zu nehmen versucht.

Das Publikum ist seit Stunden schon in Partylaune. Spike Lee steht nahe der Bühne und hält alles mit einer Handkamera fest. Jesse Jackson Junior tanzt auf den Stühlen. Stevie Wonder spielt Klavier, Sheryl Crow Gitarre, Schwarze tanzen mit Weißen, Ureinwohner mit Latinos, Martin Luther King III. vergleicht Obama mit seinem Vater und Al Gore nennt ihn in einem Atemzug mit Abraham Lincoln. Al Gore liefert bei seinem Auftritt den besten Spruch des Abends. Er bezeichnet McCains Politik als eine Art Kopie von Bushs Politik und fügt hinzu: "Ich bin ja für Recycling, aber das ist lächerlich."

Obamas Rede ist wie immer großartig. Sie ist wie immer für die Geschichte konzipiert, so wie seine Rede zum Thema Hautfarbe im März und jene auf dem Parteitag vor vier Jahren. Sie sind nicht für den Tag konzipiert, sondern für die nächsten Sprünge seiner Karriere, bestenfalls für die Ewigkeit.

Das Problem war bisher: Obama hat schon ein bisschen zu viel Geschichte gemacht, bevor er überhaupt etwas gewonnen hat.

Mehr Fleisch, weniger Predigt

Diese Rede ist etwas anders. Sie setzt die Angriffspunkte für die kommenden Wochen. Und sie zeichnet ihn als Freund des einfachen Mannes. Obama muss in den nächsten Wochen mehr Arbeiter sein. Er muss runter vom Olymp und hinein in die Arbeiterwelt. Dies ist nicht nur eine Rede für die Ekstase von 84.000 Zuschauern im Stadion, sondern eine für Amerika, vor allem das weiße Amerika, das ihn immer noch nicht richtig kennt. "Mehr Fleisch", hatten einige Delegierte deswegen auch von ihm gefordert. "Mehr Konkretes. Weniger Rhetorik."

Obama wird konkret. Er kündigt an, dass er 150 Milliarden Dollar in erneuerbare Energien investieren will. Und dass er Amerika binnen zehn Jahren unabhängig vom Erdöl des Mittleren Ostens machen will. Er wird populistisch, wenn es um amerikanische Jobs geht und kämpferisch, wenn es um die Verteidigung des Vaterlandes geht. "Wir sind die Partei Roosevelts. Wir sind die Partei Kennedys. Sagt mir also nicht, dass Demokraten dieses Land nicht verteidigen werden. Ich werde nie zögern, dieses Land zu verteidigen."

Bei seiner Rede hat sich Obama an den Reden einiger Vorbilder orientiert: Bill Clinton, Ronald Reagan, vor allem John F. Kennedy, der erste Katholik im Weißen Haus, der 1960 bei seiner Nominierung sagte: Ich hoffe, dass kein Amerikaner im Angesicht der kritischen Probleme unseres Landes (...) seine Stimme wegwerfen wird, in dem er auf Grund meiner religiösen Zugehörigkeit für oder gegen mich stimmt."

Hautfarbe spielt keine Rolle

Man erwartet an diesem Abend ähnliche Worte von Obama. Worte zu seiner Hautfarbe. Der erste Schwarze im Weißen Haus. Aber die Worte fallen nicht. Obama spricht auf den Tag genau 45 Jahre nach der wohl bekanntesten Rede der amerikanischen Geschichte: I have a Dream. Er ehrt sein Vorbild Martin Luther King aber nur beiläufig, er lässt ihn schnell hinter sich. Schon in den vergangenen Tagen ging es auf dem Parteitag nicht mehr um Obamas Herkunft, um diesen Meilenstein, der erste schwarze Präsident Amerikas zu sein. Das Thema Hautfarbe spielte jene Rolle, die sich Obama für die Zukunft wünscht: möglichst gar keine.

Die Zuschauer vermissen es nicht. Als nach 44 Minuten Raketen in den Himmel steigen, als Obama von seiner Frau Michelle und seinen Töchtern umringt wird, als auch sein Kandidat für die Vizepräsidentschaft, Joe Biden, mit Kindern und Enkelkindern die Bühne betritt, als dort oben zwei wunderschöne amerikanische Familien im Konfettiregen stehen, hat keiner im Publikum mehr Zweifel daran, dass dieser Auftritt der perfekte Beginn für die heiße Phase des Wahlkampfs ist.

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(