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Reaktionen auf Sieg Hollandes Sarkozy konzediert, Westerwelle gratuliert


An der Pariser Bastille wurde gefeiert, der scheidende Amtsinhaber Nicolas Sarkozy räumte seine Niederlage ein - und der deutsche Außenminister nannte die Wahl "historisch". So wurde der neue französische Präsident Hollande nach seinem Wahlsieg begrüßt.

Erstmals seit 24 Jahren ist wieder ein Sozialist zum Präsidenten Frankreichs gewählt worden: Der 57-jährige Francois Hollande gewann die Stichwahl am Sonntag laut Hochrechnungen mit rund 52 Prozent vor dem konservativen Amtsinhaber Nicolas Sarkozy, der auf 48 Prozent kam. Sarkozy räumte seine Niederlage ein und wünschte seinem Nachfolger "Glück".

Die sozialistische Parteichefin Martine Aubry sprach im Fernsehsender TF1 von einer "riesigen Freude". Die Sozialisten seien "stolz auf seinen Wahlkampf, stolz auf sein Projekt", ergänzte Aubry. Es sei kein Sieg eines Lagers gegen das andere, sondern "der Sieg Frankreichs". Hollande ist der erste Sozialist an der Staatsspitze seit dem Ende der Amtszeit von François Mitterrand, der 1988 wiedergewählt wurde und bis 1995 Präsident war.

Am Bastille-Platz in Paris versammelten sich zehntausende Anhänger, um den Wahlsieg Hollandes zu feiern. Dort hatten die Sozialisten auch 1981 Mitterrands ersten Wahlsieg bejubelt. "Es ist vorbei mit Sarkozy" und "Wir haben gewonnen", rief die Menge.

Glückwünsche aus Berlin

Außenminister Guido Westerwelle sprach von einem "historischen Ereignis". Er freue sich auf die Zusammenarbeit mit Hollande. "Wir werden gemeinsam einen Wachstumpakt für Europa erarbeiten", sagte der FDP-Politiker. Hollande hatte angekündigt, den EU-Fiskalpakt für mehr Haushaltsdisziplin um eine Wachstumskomponente zu ergänzen. Eine Neuverhandlung des Paktes, die Hollande ebenfalls ins Gespräch gebracht hatte, hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel abgelehnt. Direkt nach seiner Amtsübernahme will Hollande nach Berlin reisen, um sich mit Merkel zu treffen.

Auch SPD-Chef Sigmar Gabriel gratulierte Hollande. "Deine Wahl ist ein Signal des Aufbruchs mit einer Strahlkraft, die weit über Frankreich hinaus reicht", schrieb Gabriel gemeinsam mit dem Präsidenten des Europäischen Parlaments und EU-Beauftragten des SPD-Parteivorstands, Martin Schulz, an den neuen französischen Staatschef. In der Kleinstadt Tulle, wo Hollande sich zu seinem Wahlsieg äußern wollte, warteten Tausende in strömendem Regen auf den Wahlsieger.

"Ich wünsche ihm angesichts der Herausforderungen viel Glück", sagte Sarkozy an Hollande gewandt. Gleichzeitig kündigte der Staatschef indirekt seinen Ausstieg aus der Politik an. Nach fünf Jahren an der Spitze des Landes werde sein Engagement nun ein "anderes" sein, sagte der konservative Politiker vor Anhängern in Paris, die ihm mit "Merci"-Rufen für seinen Einsatz dankten. "Ihr könnt auf mich zählen, aber mein Platz kann nicht mehr derselbe sein." Außenminister Alain Juppé kündigte mit Blick auf die Parlamentswahl im Juni an: "Wir werden zur nächsten Schlacht aufbrechen."

AFP AFP

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