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Rebellen starten neue Angriffe: Opposition gibt Annan-Plan auf

Der Friedensplan von Kofi Annan ist gescheitert. Die Freie Syrische Armee fühlt sich nicht mehr an das Programm gebunden. Unterdessen wird der Wiederaufbau Syriens in Berlin geplant.

Die oppositionelle Freie Syrische Armee fühlt sich nicht länger an die ohnehin nur auf dem Papier existente Waffenruhe von Sondervermittler Kofi Annan gebunden. "Wir haben unsere Angriffe wieder aufgenommen", da sich auch die Regierung von Präsident Baschar al Assad nicht an den Plan des ehemaligen UN-Generalsekretärs halte, sagte der Sprecher der Rebellentruppe, Major Sami al Kurdi, am Montagabend dem arabischen Nachrichtensender al Dschasira.

Zunächst beschränke man sich aber auf Attacken zur Verteidigung, "was bedeutet, dass wir nur Kontrollposten in den Städten angreifen, wo die Regierungstruppen Stellungen halten", sagte al Kurdi.

Er sprach sich zugleich dafür aus, die Beobachtermission der UN in Syrien in einen Einsatz zur Durchsetzung eines Friedensplans umzuwandeln. Außerdem sollte die internationale Gemeinschaft eine Flugverbotszone und Pufferzonen einrichten, um zu helfen, das Assad-Regime zu Fall zu bringen.

Wiederaufbau Syriens wird in Deutschland geplant

Der Wiederaufbau Syriens nach einem möglichen Sturz von Assad wird in Berlin geplant. Dafür richtete die "Gruppe der Freunde des syrischen Volks", die eine Beilegung des Konflikts vorantreiben will, eine Anlaufstelle in der Hauptstadt ein, wie das Auswärtige Amt der "Financial Times Deutschland" vom Dienstag bestätigte. Der Leiter des neu eingerichteten Sekretariats habe bereits seine Arbeit in Berlin aufgenommen, sagte eine Ministeriumssprecherin der Zeitung.

Die Regierung stehe hinter dem Projekt, "damit nach einem Ende der Gewalt nicht nur politisch, sondern auch wirtschaftlich ein Neuanfang gelingt", sagte sie. Die Kosten des Sekretariats teilen sich demnach Deutschland und die Vereinigten Arabischen Emirate.

Derzeit halten sich rund 300 UN-Beobachter in Syrien auf, um die laut Friedensplan seit dem 12. April geltende Waffenruhe zu überwachen. Außerdem sieht der Annan-Plan eine sofortige Einstellung aller Gewalt, die Freilassung von Gefangenen und Zugang für humanitäre Hilfe in den Unruhegebieten vor.

Nach Angaben von Aktivisten kamen allein am Montag bei Angriffen der Regierungstruppen und Kämpfen landesweit 34 Menschen ums Leben.

kave/DPA / DPA