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Republikaner aus Pennsylvania US-Abgeordneter stimmt gegen Homo-Ehe — und geht anschließend auf die Hochzeit seines schwulen Sohnes

Glenn Thompson, Abgeordneter der Republikaner im US-Repräsentantenhaus, hier bei einer Pressekonferenz in Washington
Glenn Thompson, Abgeordneter der Republikaner im US-Repräsentantenhaus, hier bei einer Pressekonferenz in Washington
© Kevin Dietsch / Getty Images / AFP
Der Republikaner Glenn Thompson ist gegen die gleichgeschlechtliche Ehe — zumindest wenn man nach seinem Abstimmungsverhalten im US-Kongress geht. Bei seiner eigenen Familie sieht er das allerdings anders.

Das US-Repräsentantenhaus hat in der vergangenen Woche für einen Gesetzentwurf zum Schutz der gleichgeschlechtlichen Ehe gestimmt. Eine breite Mehrheit von 267 Abgeordneten unterstützte die Vorlage mit dem Namen "Respect for Marriage Act", darunter sämtliche Angehörige der Demokraten und sogar 47 oppositionelle Republikaner und Republikanerinnen.

Das Respekt-für-die-Ehe-Gesetz erhielt aber auch 157 Gegenstimmen. Und zu den Gegnern der Regelung, die das Recht auf die gleichgeschlechtliche Ehe per Bundesgesetz festschreiben und gegen Einschränkungen durch die Bundesstaaten absichern würde, gehört der Abgeordnete Glenn Thompson aus Pennsylvania. Das Brisante daran: Nur drei Tage nach seinem Votum nahm Thompson an der Hochzeit seines schwulen Sohnes teil.

Der Abgeordnete und seine Frau seien "begeistert gewesen, der Hochzeit ihres Sohnes am Freitagabend beizuwohnen und den Beginn dieses neuen Kapitels in seinem Leben zu feiern", teilte Thompsons Pressesprecherin Maddison Stone mehreren US-Medien zufolge per E-Mail mit. "Die Thompsons sind sehr glücklich, ihren neuen Schwiegersohn in ihrer Familie willkommen zu heißen."

Auch Thompsons Sohn bestätigte dem US-Sender NBC News, dass er am Freitag "die Liebe seines Lebens geheiratet" habe und dass sein "Vater dabei war".

Thompsons Sprecherin Stone hatte den "Respect for Marriage Act" noch vor wenigen Tagen scharf kritisiert. Er sei "nichts weiter als ein Wahlkampfgag der Demokraten im Kongress, die es versäumt haben, die historische Inflation und die außer Kontrolle geratenen Preise an den Zapfsäulen und in den Lebensmittelläden anzugehen", schrieb sie NBC News zufolge in einer Mail an die Lokalzeitung "Centre Daily Times".

Republikaner können Gesetz im Senat stoppen

Tatsächlich befürchten die Demokraten, dass der unter der Präsidentschaft von Donald Trump nach rechts gerückte Oberste Gerichtshof der USA nach dem Recht auf Abtreibungen auch die 2015 vom Supreme Court im Fall Obergefell v. Hodges legalisierte Homo-Ehe kippen könnte. Der erzkonservative Richter Clarence Thomas hat diese Absicht bereits angedeutet. In einer Stellungnahme, die Thomas im Zuge des Abtreibungsurteils veröffentlich hatte, schrieb er, dass auch Entscheidungen, die das Recht auf Verhütung, die gleichgeschlechtliche Ehe oder Sex unter gleichgeschlechtlichen Partnern verankern, auf den Prüfstand gehörten. Dabei nannte der Richter explizit auch den Fall Obergefell v. Hodges.

Die Erfolgsaussichten für den "Respect for Marriage Act" sind allerdings gering. Das Gesetzt muss noch vom Senat verabschiedet werden und dort müssten ihm mindestens zehn Republikanerinnen oder Republikaner zustimmen. Bislang hat sich aber nur eine Senatorin der Grand Old Party öffentlich bereit erklärt, für die Vorlage zu stimmen. Der demokratische US-Präsident Joe Biden hat dagegen bereits deutlich gemacht, dass er den Gesetzesentwurf unterstützt. Und Biden hat dabei die große Mehrheit der US-Bevölkerung hinter sich. Laut einer Umfrage befürworten 71 Prozent der Menschen in den USA das Recht auf die gleichgeschlechtliche Ehe.

Quellen: NBC News"Axios", CNN, DPA

mad

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